Montag, 16. März 2015

Die Berufungen von Heiligenkreuz, Kloster Melk und Eugen Drewermann

A.Galli in Il Timone schreibt über die blühende Abtei von Heiligenkreuz, ihre vielen Berufungen, Seminaristen und Studenten und im Gegensatz dazu über einige Merkwürdigkeiten im Kloster Melk: klicken
Gefunden bei benoît-et-moi. Merci!

IN DER WÜSTE DER ÖSTERREICHISCHEN KIRCHE  BLÜHEN DIE BERUFUNGEN BEI DEN "RATZINGER"- ZISTERZIENSERN VON HEILIGENKREUZ"

Zwischen Juni und Juli des vergangenen Jahres hat die historisch kostbare Benediktiner-Abtei Kloster Melk ihre spirituellen Exerzitien abgehalten.
Bei dieser Gelegenheit hat Eugen Drewermann zur Gemeinschaft der Mönche gepredigt: ein Name, der heute vielen vielleicht wenig sagt, aber der in den 80-er und 90-er Jahren in deutschsprachigen Landen sehr "in" war und das nicht nur wegen seines Buches "Die Funktionäre Gottes. Psychodrama eines Ideals", nach dem der Klerus auf Grund bestimmter Aspekte der Doktrin- wie dem Opfer am Kreuz oder der Dreifaltigkeit, sowie wegen einiger Aspekte der Disziplin wie dem kirchlichen Zölibat an einer endemischen Neurose leiden.

Drewermanns Lehrerlaubnis für katholische  Institutionen wurde zurück gezogen, 2005 wurde er a divinis suspendiert und verließ im selben Jahr die Kirche. Die Geschichte seiner Einladung nach Melk mag unwahrscheinlich erscheinen und wäre vielleicht unter dem Deckmantel des Schweigens über die Bühne gegangen, wenn sie nicht von einer aufmerksamen Website aufgedeckt worden wäre und wenn nicht eine Gruppe von Gläubigen beschlossen hätte, an die Glaubenskongregation nach Rom zu schreiben, um sich über diese und andere Vorkommnisse im Kloster Melk zu beschweren,
Z.B: über die Strenge Abt Gerhard Wilfingers gegenüber den Mönchen, die diese Initiative kritisiert hatten sowie über den mondänen Lebensstil des Abtes und seine Toleranz gegenüber skandalösem Verhalten innerhalb seiner Abtei.

Diese Episode ist nur eine von vielen, die die beunruhigende Lage der Österreichischen Kirche, die eine der kränkesten -um diesen starken aber nicht übertriebenen Ausdruck zu benutzen- in den katholischen Ländern Europas ist, zu beleuchten. Wir haben die Episode gewählt, weil sie den perfekten Kontrapunkt für einen anderen, ebenfalls österreichischen Fall bildet: den einer kristallin-spirituellen Oase der Rechtgläubigkeit und des liturgischen Eifers, mitten in der zunehmenden Auflösung des Katholizismus im Zeitgeist. Es handelt sich um die Abtei von Heiligenkreuz, in einer kleinen Stadt, der sie ihren Namen gegeben hat, eine Handvoll Kilometer von Wien entfernt.

Ein heiliger Gründer und ein Abt der Vorsehung
Die Abtei wurde 1135 von Leopold, einem Adeligen aus der Babenberg-Dynastie gegründet. Sein Sohn war der Zisterziensergemeinschaft von Morimont in Frankreich beigetreten und hatte ihn darum gebeten, dieses Experiment auch in anderen Ländern zu ermöglichen. Leopold wird heute als der Heilige Schutzpatron Österreichs verehrt. Sein Sohn Othon wurde Bischof von Freising und wird als Vater der deutschen Geschichtsschreibung betrachtet. Er wurde selig gesprochen, seine Reliquien befinden sich in Heiligenkreuz.
Zwischen1938 und 1945, während der Nazizeit, wurde Heiligenkreuz fast komplett enteignet, zahlreiche Mönche wurden verschleppt. Als der Krieg zuende war,  war es Abt Karl Braunstorfer, der die 1000 jährige Geschichte der Abtei wieder aufnahm um sie in die Zukunft zu führen.
Er nahm an den Arbeiten des II. Vaticanischen Konzils teil und kam mit Verantwortung beladen zurück- weil er das Werk des Aggiornamentos in die Tat umsetzen sollte, ohne das Charisma des Ordens oder das delikate Gleichgewicht der Abtei anzutasten.
Er widmete sich ihr mit der Präzision eines Kartäusers, dann der  Redaktion eines neuen Breviers in lateinischer Sprache und dann der Einführung der Liturgiereform, die den gregorianischen Gesang nicht ausschloss-der im Leben der Mönche essentiell war.




"Abt Braunstorfer war ein Segen, ein wahrer Mann Gottes", bestätigt der Zisterzienser Pater Wallner,"ihm  ist es zu verdanken, dass die Turbulenzen , die in den 70-er Jahren so viele Gebiete der Kirche getroffen haben-hier kein Echo fanden, oder nur ein sehr geringes. Er ist heute Diener Gottes und sein Seligsprechungsprozess  ist eröffnet."

Die Tatsache, diese chaotische Epoche unbeschadet  überstanden und sich deren Konsequenzen erspart  zu haben, hat für Heiligenkreuz üppig Frucht getragen. Heute ist die Zisterzienserabtei die größte Europas. Während der letzten 30 Jahre-als die anderen Gemeinschaften alterten und sich auf dramatische Weise zurück entwickelten, stieg die Zahl ihrer Mönche von 42 auf 86 an- mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren.
An die Abtei angeschlossen gibt es seit 1802 ein Theologisches Seminar- seit 2007 pontifikalen Rechts, das den Namen Papst Benedikts XVI angenommen hat,
Es hat zur Zeit 2754 Studenten, von denen 190 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen, die anderen aus dem Rest der Welt: Osteuropa, Asien, Nordamerika, Lateinamerika. Unter ihnen sind 160 Seminaristen oder Mönche, was aus der Papst Benedikt XVI Hochschule das größte Zentrum der Welt für die Theologische Formung  mit der größten Zahl am Priesteramtskandidaten deutscher Sprache, macht. Zur Zeit bemüht man sich um eine Vergrößerung ihrer Bausubstanz, um mit dem Anstieg der Anmeldungen Schritt zu halten.

Tradition und Wahrheit tragen Früchte.
Wie kommt es, daß die jungen Österreicher, Deutschen und Schweizer und die jungen Männer aus aller Welt hierher kommen um zu studieren, wo sie doch näher liegende Orte wählen könnten, oder prestigerträchtigere Metropolitansitze?

Nach Pater Karl Wallner, dem Direktor der Hochschule, liegt das an dem mit der Zeit geschaffenen Umfeld, mit seinem harmonischen Verhältnis des Natürlichen mit dem Übernatürlichen. 
Fast 5000 junge Leute kommen jedes Jahr, um die Abtei und die Schule zu besuchen und sind von dieser ebenso einfachen wie vitalen Umgebung begeistert. Wir sind keine Traditionalisten, wir zelebrieren sorgfältig aber nach dem novus ordo, ein Grund weshalb wir- nachdem wir früher von den Progressisten kritisiert wurden, wir uns nun nach dem Motu Proprio Summorum Pontificum die Kritik auch der Traditionalisten zugezogen haben. 
Wir sind keine Traditionalisten, aber wir bemühen uns, die Tradition atmen zu lassen und um eine Theologie, die authentisch katholisch  ist- in all ihrer Schönheit und Tiefe und treu zum Lehramt.
Viele Seminaristen  die aus aufgegebenen Seminaren kommen oder in sterilen katholischen Milieus leben, finden hier die Ermutigung für ihren Glauben und ..... für ihre Glaubensleben."

Eine andere einzigartige Tatsache bestätigt das. 
Die Lehrer der Hochschule -unter denen so prestigeträchtige Namen der katholischen Kultur Europas sind, wie die des Franzosen Rèmi Bragues und der Deutschen Hanna B. Gerl-Falkowitz werden nicht bezahlt. Sie machen es gratis sagt uns Pater Wallner, weil sie durch ihre motivierte und enthusiastische Hörerschaft belohnt werden.

Ein anderer Faktor der zum von Heiligenkreuz während der letzten beiden Jahrzehnte beigetragen hat -ist Joseph Ratzinger.
Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation hat bereits in den 80-er Jahren diese atypische Zisterziensergemeinschaft mehrmals besucht. 2007 -während seiner apostolischen Reise zum Heiligtum von Mariazell in Österreich machte Benedikt XVI in Heiligenkreuz Station: eine unerwartete Geste, die kaum verstanden wurde. 
Er wollte dem ältesten Zisterzienserkloster der Welt- das ohne Unterbrechung aktiv geblieben ist, die Ehre erweisen wie er bei dieser Gelegenheit erklärte, aber besonders wegen der Beispielhaftigkeit, den Ursprungsgeist bis heute lebendig erhalten zu haben, den Geist des Hl. Benedikt, dessen Regel auch von den Zisterziensern befolgt wird, und dem von Bernard von Clairvaux, der wie der Papst erinnerte "eine Wirkung so voller Enthusiasmus und Ermutigung auf zahlreiche von Gott berufene junge Männer seiner Zeit hatte, weil er von einer speziellen marianischen Hingabe erfüllt war. Und "da, wo Maria ist, ist auch das erste Bild der totalen Hingabe und der Nachfolge Christi." 
Benedikt unterstrich, daß ein Kloster vor allem dieses ist: ein Ort, spiritueller Kraft. Grund weshalb man an einen Ort wie Heiligenkreuz angekommen, den gleichen Eindruck hat wie nach einem langen Spaziergang in den Alpen, der Schweiß gekostet hat: man kann sich an einer Wasserquelle erfrischen."


    


Die theologische Schule der Abtei, die jetzt den Namen Benedikts XVI trägt, widmet dem Denken des Papa emeritus besondere Aufmerksamkeit. Der aktuelle Abt, Maximilian Heim, wurde 2011 mit dem Preis der Ratzinger-Stiftung ausgezeichnet-als einer der herausragendsten Vertreter einer neuen Theologengenenration, die sich durch das Werk Ratzingers inspirieren lassen.

Der Direktor der Hochschule, Pater Karl Wallner, hat eng mit Kardinal G.Müller, dem Kurator der opera omnia Ratzingers -und man kann sagen- dem Hüter des Ratzinger-Erbes- in der Glaubenskongregtation zusammen gearbeitet.
Quelle: benoît-et-moi,Il Timone, Andrea Galli






1 Kommentar:

  1. Habe eben den kleinen Film über den Empfang von Benedikt XVI in Heiligenkreuz gesehen. Tränen.

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