Freitag, 23. März 2018

"L ´ Église c´est moi" oder wie der amtierende Pontifex regiert.....

Marco Tosatti ist angesichts von Letter-Gate und dem Krisenmanagement des Vaticans mal wieder die Hutschnur geplatzt. Deshalb hat er sichbei Stilum Curiae bemüht, den Regierungsstil des amtierenden Pontifex zu untersuchen - dabei kam ihm sicher nicht zufällig die historischen Aussage des Sonnenkönigs  in den Sinn....
Hier geht´s zum Original:  klicken

"VIGANÓ, BARROS UND DER REGIERUNGSSTIL DES REGIERENDEN PONTIFEX:  L´ ÉGLISE C´ EST MOI...."

"Der Viganò -Skandal ist unter bestimmten Apekten schlimmer als die causa Barros, des vom Pontifex an die Spitze der Diözese von Osorno beförderte chilenische Bischof, gegen Wind und Wellen und die Opposition vieler in der chilenischen Kirche.
Und er ist exemplarisch für einen schiefen Regierungsstil seitens des Nachfolgers Petri.

Manche haben darauf hingewiesen, daß es in beiden Briefen Einzigartiges und Interessantes gibt, im Rücktritts (?)-brief Viganòs und dem Brief des Pontifex´.

Es folgt die Wiedergabe der beiden Briefe klicken

In keinem der beiden Briefe findet man auch nur einen Hinweis- auch keinen verschleierten- auf begangene Fehler. In keinem der beiden Briefe wird die von dieser ganzen Geschichte am meisten betroffene Person erwähnt- Benedikt XVI.
Der vielleicht doch zumindest irgendeine Entschuldigung verdient hätte.
Von ihm wurde ein "dichter und präganter" Kommentar zur Arbeit von Personen erwartet, die ihm immer öffentlich widersprochen haben; sein nur allzu höflicher Absage-Brief ist veröffentlicht worden, auch wenn er persönlich und vertraulich war; Teile seines  Briefes sind benutzt worden, um ihn sagen zu lassen, was er nicht gesagt hat; das Foto seines Briefes wurde manipuliert; der für die Kommunikation Verantwortliche hat gelogen, als er sagte er habe ihn vollständig vorgelesen, obwohl er das nicht getan hat.

Davon findet sich in den beiden Briefen keine Spur. Der Höhepunkt der Lächerlichkeit - erlauben Sie diese Abschweifung- wurde von denen erreicht, die, ohne zu lachen behaupten, daß Viganò den Brief zensiert habe, um Benedikt XVI zu verteidigen.
Die Würdelosigkeit kennt keine Grenzen.

Soll man denken, daß der Pontifex über die Falle, die Benedikt gestellt wurde, auf dem Laufenden war? Der Antwortbrief an Viganò zerstreut diesen Verdacht nicht, auch wenn er ihn- so voller Elogen wie er ist- plausibel macht.

Muß man denken, daß der Rücktrittsbrief Viganòs, mit seiner einzigartigen Verfügbarkeit (merkwürdig bei einem, der zurückgetreten ist)  weiterhin mitzuarbeiten- in Übereinkunft mit dem Pontifex geschrieben wurde? Die beiden Briefe machen auch diese Hypothese plausibel.

Wenn aber die Dinge so sind, wie in den beiden Briefen beschrieben, warum ist Viganò dann zurückgetreten? Wegen der Angriffe? Aber Angriffe hat es immer gegeben und auf Angriffe antwortet man mit Klarstellungen imd Erklärungen,  wenn man Recht oder sich nichts vorzuwerfen hat.Wenn aber Irrtümer begangen wurden, gibt man das männlich zu. Und zieht daraus die Konsequenzen.

Wie im Fall Barros, ist der Pontifex nicht bereit, Fehler zuzugeben, eigene oder die seiner Getreuen.
Das ist kein gutes Zeichen. Es kennzeichnet nicht die Geistesweite, die wir alle von einem Nachfolger Petri sehen wollen. Es läßt charakterliche und psychologische Anfälligkeit erkennen.





Im Gegensatz zu den Fake-Rücktritten nach dem Fake-Brief werden wir Zeugen eines wenig sympathischen Zuges einer Regierung. Und hier kommen wir zum verqueren Stil des päpstlichen Managements. Wir haben gesehen, daß der Papst, wenn eine Institution einen Vorsitzenden hatte, der ihm nicht gefiel, nicht unterwürfig oder nicht unterwürfig genug war, ihn mit einer Nr.2 umgab, die sich eines direkten Kontaktes mit ihm erfreute.
Das ist ein Modell, das bei Bagnasco in der CEI, bei Müller in der Glaubenskongregation und bei Sarah in der Liturgiekongregation benutzt wurde; und das sind nur drei Beispiele.
Die Erfindung der Rolle eines Assessors für Viganò - analog zu der aus dem Nichts geschaffenen bei der APSA für den argentinischen Bischof der merkwürdigen Entlassungen, Msgr. Zanchetta, läßt genau daran denken.

"Wollen Sie, daß er zurücktritt?
Er ist zurükgetreten, aber ich selber halte an ihm fest, und auch - wahrscheinlich- mit mehr Macht als zuvor: weil er die Macht der substantiellen Beziehung mit dem Papst hat, aber ohne formale Verantwortlichkeit, die immer eine Begrenzung darstellt.
Wie sagt man: ich habe euch zum Narren gehalten."

Die Kirche ist keine Demokratie. In der Kirche ist das Maximum einer echten Demokratie-wie bei allen Regierungen- durch die Respektierung der Rollen gegeben. Es gibt Gesetze, es gibt Institutionen (die Kongregationen und andere Ämter), die mit ihrer Arbeit- von Gesetzen geregelt, die Erinnnerung und Einheitlichkeit der Regierung in der Kirche und für die Kirche garantieren- und im Laufe der Zeit und der Päpste die Rechte aller und der Kirche selbst verteidigen.
Kein Papst kann sagen: die Kirche bin ich. Ein persönlicher und autokratischer Stil --wie der in diesen und anderen Fällen gezeigte- macht die Verkündung von Synodalität etc. etc.-heraustrompetet aus Santa Marta-  wertlos.

Eine letzte Beobachtung: der Brief des Papstes enthält eine Nachricht: die "Fusion" des Osservatore Romano. Was bedeutet das? Das Ende der historischen Zeitung? "

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti


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