Donnerstag, 6. Januar 2022

Neue Anti-Ratzinger-Schmutzkampagne: cui bono?

Nico Spuntoni analysiert, kommentiert und wertet in La Nuova Bussola Qoutidiana die erneut von den alten Gegnern in Gang gesetzte Schmutzschleudermaschine gegen den Papa emeritus. Daß "Die Zeit" und der "Spiegel" begeistert dabei sind, kann niemanden wundern. Schon 2010 hat sich "Der Spiegel" im Versuch, den Fall des beschuldigten Priesters ("Pater H.") gegen den damaligen Papst Benedikt XVI zu instrumentalisieren, auf die bekannte Weise hervorgetan. Spuntonis Frage, "was hinter diesem -zigsten Angriff steckt" schließen wir uns an. 
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"DIE DRECKSCHLEUDER  GEGEN RATZINGER STARTET WIEDER"

Ratzinger ist von der Wochenzeit "Die Zeit" beschuldigt worden, einen pädophilen Priester gedeckt zu haben. Die Fakten sollen auf 1980 zurückgehen, als der Papa emeritus das Amt des Erzbischofs von München bekleidete. Aber es ist ein bereits bekanntes Geschehen, das im März ins Scheinwerferlicht geriet. Was steckt hinter diesem zigsten Angriff auf den Papa emeritus?

Die Dreckschleuder gegen Ratzinger dreht sich wieder. Der Mann, der zuerst beim Kreuzweg 2005 "den Schmutz in der Kirche! angeprangert und dann -als er den Papstthron bestiegt- dagegen gekämpft hat, wurde von der Wochenzeitung "Die Zeit" beschuldigt, einen pädophilen Priester gedeckt zu haben. 

Die Fakten reichen bis 1980 zurück, als der Papa emeritus das Amt des Erzbischofs von München und Freisingen innehatte. Laut der deutschen Wochenzeitung, soll man den "rauchenden Colt" in einem 2016 vom Kirchengericht der Erzdiözese herausgegebenen Dokument finden, in dem bestätigt wird, daß die früheren Bischöfe von Essen und München ihre Schutzpflicht gegenüber den Minderjährigen erfüllt hätten. 

Protagonist des Geschehens ist "Pater H.", ein Priester der Diözese Essen, der beschuldigt wird, 1979 einen 11-Jährigen zum Oral-Verkehr gezwungen zu haben und 1980 in die bayrische Erzdiözese versetzt wurde, um dort -mit Zustimmung des damaligen Erzbischofs Ratzinger- eine Therapie zu machen. "Pater H" -so wird er in den Sensations-Artikeln genannt, die zur Zeit erscheinen- ist kein anderer als Peter Hüllermann und die angebliche Verwicklung des derzeitigen Papa emeritus  in seinen Fall geriet bereits im März 2010 ins Scheinwerferlicht. 

Damals veröffentlichte "Der Spiegel" die Enthüllung genau in den Tagen als der Hirtenbrief an die irischen Katholiken, das für das Pontifikat Benedikts XVI symbolische Dokument bekannt wurde. Wohl keine zufällige Zeitwahl die die Glaubwürdigkeit des damals regierenden Pontifex beschädigte, der  die Kirche im Inneren reinigen wollte. 


Jetzt, fast 12 Jahre später, wird diese Geschichte von einer anderen deutschen Wochenzeitschrift wieder aufgenommen- mit der einzigen Neuheit eines Dokuments des Kirchengerichts der Erzdiözese aus dem Jahr 2016 , das kurz vor seiner für den 17. bis 22. Januar angekündigten Veröffentlichung des Berichts über Mißbrauch und Beschuldigungen in München in der Zeit von 1945-2019 bei der Presse landete. Ein Bericht, der vom Anwaltsbüro WSW erstellt wurde, dem selben Büro, das von der Erzdiözese Köln  mit dem ersten Bericht beauftragt wurde und dann vom Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki blockiert wurde, weil er erhebliche juristische Mängel und die Verletzung der Rechte der Beteiligten aufwies. 

Die Verhinderung der Veröffentlichung hat dem Erzbischof von Köln eine massive Schmutzkampagne eingebracht, gefolgt von einer apostolischen Visitation und einer von Rom angeordneten "Ruhepause".  Auch in München wurde der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Reports nicht eingehalten, den Kardinal Reinhard Marx für Sommer 2021 angekündigt hatte, Der von allen Medien übernommene Artikel in "Die Zeit" könnte die bevorstehende Veröffentlichung ins Rampenlicht rücken, weil die Juristen - wie die Autoren erklärten - dem Fall von "Pater H, "besondere Aufmerksamkeit" gewidmet haben sollen.

Die Beschuldigung, daß Ratzinger den pädophilen Priester gedeckt habe, wurde auf alle Fälle bereits 2010, nachdem der Artikel im Spiegel erschienen war, durch die Erklärung anhand der  im Besitz der von Kardinal Marx geleiteten Erzdiözese von München und Freising befindlichen Dokumente demontiert: der frühere Erzbischof hatte der Versetzung des Priesters nach München zugestimmt, aber nicht seiner Rückkehr in den aktiven Pastoraldienst. Das sollen die Fakten gewesen sein :  über die bei der Rückkehr von einem Ausflug  an einem 11-Jährigen begangene Gewalttat  informiert, beschloss die Diözese Essen, Hüllermann zu verpflichten, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen, für die er in die bayrische Hauptstadt umziehen mußte. An diesem Punkt bat der Priester die Erzdiözese München ihm Unterkunft zu gewähren und diese Bitte, die während eines Treffens am 15. Januar 1980 besprochen wurde, bei der der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger anwesend war- und ihm gewährt wurde.

Die Zustimmung des aktuellen Papa emeritus beschränkte sich auf die Zustimmung zur Versetzung, nicht auf die Zulassung zu pastoralen Aufgaben, wie der Sprecher der Erzdiözese Bernhard Keller 2010 klarstellte. Einen Monat später jedoch wurde Hüllermann vom damaligen Generalvikar Gerhard Gruber eine Assistenzstelle in einer Pfarrgemeinde gegeben. Eine Entscheidung, die laut Andrea Tornielli, dem derzeitigen Direktor des Kommunikations-Dicasteriums des Hl. Stuhls,  und laut Paolo Rodari, die die Verteidigungsthese einer "Attacke auf Ratzinger" unterstützt haben, sagten, das sei dem entgegengesetzt, was Ratzinger festgelegt hatte. Gruber, der noch lebt, hat sich in einem Schreiben vom 12. März 2010 zur Verantwortung bekannt und von seinem "schweren Fehler" gesprochen. Von 1980 bis 1982 gab es weder Anzeigen noch Anklagen über kriminelles Verhalten von Hullermann, der im Dezember 1982 nach dem Willen von Kardinal Friedrich Wetter, der nach Ratzingers Beförderung zum Präfekten der Glaubens-Kongregation die Nachfolge in der Leitung des  

In der bayrischen Gemeinde, machte sich "Pater H." neuer pädophiler Übergriffe schuldig , für die er 1986 zu einer 18.monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, Der Mann, der verdächtigt wird, auch in Garching, wo er von 1987 bis 2008 weilte,  Mißbrauch begangen zu haben, wurde 2010 vom Erzbischof von München und Freising suspendiert, weil es das - 2 Jahre zuvor ausgesprochene Verbot von Kardinal Marx mißachtet hatte, Minderjährigen spirituelle Hilfe zu gewähren. 

Vor circa 12 Jahren erlangte "Der Spiegel" Kenntnis von diesem Geschehen, das von der "New York Times" wieder veröffentlicht wurde- mit der Beschuldigung, daß Ratzinger von der Neubeauftragung  des Priesters  trotz der Therapie- informiert war. Die Erzdiözese München baute eine Mauer und stellte durch den Mund des Sprechers fest, der damalige Erzbischof habe von der Entscheidung seines Generalvikars nicht gewusst. Nun ist jedoch der Inhalt dieses Dokuments  des Gerichts der Erzdiözese   Dokument von Marx aus dem Jahr- als Benedikt XVI nicht mehr regierte-durchgesickert, das angeblich negative Urteile über die Handhabung der causa Hüllermann seitens des damaligen Erzbischofs präsentiert. 

Eine interessante Lektüre über den Skandal, der vor 12 Jahren explodierte, und der Benedikt XVI ins Visier rückte, mit vielen Rücktrittsforderungen- die genau auf die Enthüllungen in der causa Hüllermann wiesen ist - die Massimo Introvigne in dem bereits zitierte Buch -von Tornielli und Rodari interviert. wagte. Es lohnt sich, es im Licht der vom Papa emeritus in diesen Stunden nach der Veröffentlichung des Artikels in der "Zeit" erlittenen Attacken neu vorzuschlagen, 

"Die im März 2010 ausgebrochenen Kontroversen zeigen ein typisches Merkmal moralischer Panik: Fakten, die viele Jahre, teilweise über 30 Jahre alt, teilweise schon bekannt, als ‚neu‘ dargestellt werden was den bayerischen geographischen Raum berührt, aus dem der Papst stammt (jetzt emeritiert), und die Zeit, in der Kardinal Ratzinger die Glaubenskongregation regierte, werden auf den Titelseiten der Zeitungen der 80er Jahre dargestellt oder sogar der 70er Jahre, als ob sie gestern passiert wären. Es  entstehen wütende Kontroversen, mit einem konzentrischen Angriff, der jeden Tag auf schreierische Weise neue 'Enthüllungen' ankündigt, der gut zeigt, wie moralische Panik von 'moralischen Geschäftemachern' organisiert und systematisch gefördert wird. Der Fall München, der - wie einige Zeitungen getitelt haben - "den Papst involviert", ist auf seine Weise ein Lehrstück dafür.".

Quelle: N. Spuntoni, LNBQ

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