Dienstag, 12. November 2013

Das Parallelogramm der SZ

Manche Menschen erkennen den Lauf der Dinge erst sehr spät-zu spät vielleicht sogar?
Mit umso größerer Verve werfen sie sich dann dem vermeintlichen Zeitgeist ( von vorgestern) in die Arme und verkünden, diese vorgestrige Denkmode sei nun ab sofort das Maß aller Dinge.
Beispiel gefällig? Das Prantl-Journal aus München gibt uns fast täglich Leseproben dieses schwer retardierten zweitpubertären Gefühlssturms.
Mit etwa 40- bis 50 jähriger Verspätung bläst man in der Münchner Redaktion zum Sturm auf die Autorität als solche und auf Institutionen-ohne Ansehen ihrer Art, das geht von Kirche bis IOC-die unsere meinungsmachenden  Retard-Stürmer-& Dränger gleich mal in einen Topf werfen.
Wer mit in das Feindbild gemalt wird, entscheidet man nach den jeweiligen ganz  persönlichen Gefühlswallungen der zweiten Jugend.
Letzte hausgemachte Bastille, die unsere in die Jahre gekommenen Neojakobiner zu stürmen versuchen - ist das Olympische Lehramt - das IOC, Feindbild aller Schreibtischsportler, die es eigentlich nur in der Disziplin des Bierkrugsstemmens zu einiger Fertigkeit bringen. Und um ihrer geistesverwandten Klientel schlagwortartig schnell begreifbar zu machen, was gemeint ist, schreibt man so:

"Das IOC wirkt wie aus der Zeit gefallen - Parallelen zur katholischen Kirche sind nicht fern."

Dazu muß man nun sagen, daß die SZ Oberbürgermeister Ude, Vorkämpfer der Münchener Olympia-Bewerbung, nach Kräften unterstützt hat- bis zum Bekanntwerden des Wählerentscheides, der wohl eher der Ideologie ihrer Stammleser entspricht.



Wie es aussieht, sollte Christian Ude -falls er noch einmal für irgendetwas eine Wählermehrheit braucht, auf die Hilfe der SZ verzichten- sie bringt ihm-wie man schon bei der Bayernwahl  sehen konnte, kein Glück sondern scheint eher Garant für einen sicheren Mißerfolg zu sein.
Weil man nun nicht gut ohne weiter Einbußen bei der Auflage seine eigenen Leser beschimpfen konnte, mußte ein Ersatzsündenbock her : das IOC.
Und damit die lieben Leser, deren intellektuelle Fähigkeiten man wohl redaktionsseitig nicht so hoch einschätzt, auch gleich wissen, warum das IOC so böse ist, zieht man beispielgebend die Kirche heran, die im Prantl´schen Paralleluniversum Synonym für eiserne Vorgestrigkeit ist, kein bißchen spätpubertär.

Doch zurück zur Olympiablehnung. Mit ihrer - hier paßt der Begriff - schon phobischen Aversion gegen Autorität ( arg verspäteter Aufstand gegen den Vater) gerieren sie sich wie in die Jahre gekommene Rote Garden und leisten tapfer Widerstand gegen halluzinierte Feinde der Nano-Revolution im Redaktionsstübchen.
Einen Lorbeerkranz wird ihnen diese Leistung nicht einbringen, auch keine Medaille. Aber vielleicht ist die Meldefrist für den Darwin-Award noch nicht verstrichen.

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