Dienstag, 10. Dezember 2013

Inklusion durch Exklusion?

Papst Franziskus umarmt gern Menschen in seiner Umgebung - real oder zumindest mit Worten - alle, alle werden wir uns im Paradies wieder sehen - die einen kommen ganz offiziell bei Petrus herein - und die vielen anderen alle bei Nacht, wenn es keiner sieht und hört ( päpstlicher O-Ton) und die Hl. Jungfrau ihnen das Tor aufschließt. Pace & gioia wohin man blickt. Da muß es keinem standhaften Atheisten bange sein und keinem Agnostiker, keinem obstinaten Sünder oder Anhänger einer Voodoo-Sekte.
Wirklich alle? Schwierig wird es nur für "die Reichen"- ihnen ist kaum zu helfen. Jesus Christus ist nur für die Armen auf die Welt gekommen, um dort auf dem Felsen - Simon Kephas - sein Feldlazarett zu errichten.
Seit 9 Monaten hämmert tagein tagaus diese Erkenntnis auf die Nichtarmen ein, sie sind die Meistgescholtenen dieses Pontifikates - nicht die Glaubensleugner, -verfälscher -verräter, außer ihnen erregen nur noch die an römischen Traditionen hängenden Gläubigen (prometheische und nichtprometheische Pelagianer, Restaurationisten, Liturgie-Besessene, von Abtreibung - und dem Ehe-Sakrament Besessene, Rosenkranzzähler) und der Klerus (autistisch in ihren Pfarreien hockende, neue, teure Autos fahrende, Taufe verweigernde, selbstzufriedene Priester) und die Kurie (Lepra am Körper der Kirche) den päpstlichen Unmut.



Während also kein Tag, kein Kirchenfest vergeht, so auch das der Unbefleckten Empfängnis - an dem nicht fast nur ein einziges Thema die päpstlichen Reden durchzieht, im ersten Lehrschreiben in seltsamen Wirtschaftstheorien protokolliert - sind alle anderen Themen wie weggezaubert - keine Glaubenskrise in Europa, keine dadurch bewirkte seelische Verkümmerung- mit all ihren Folgen, keine Kultur des Todes durch Abtreibung und Euthanasie - auf breitem Vormarsch, kein immer stärkeres Zurückdrängen des christlichen Kulturerbes in Europa durch die Europa-Bürokratie und ihre Ausführungsorgane.....jüngstes Beispiel das unsägliche Gesetz zur Euthanasie an Kindern in Belgien. Dazu wurde aus Rom kein Wort vernommen.
Ob es dem Mann in Weiß entgangen ist, daß in Europa nicht an jeder Straßenecke unversorgte Kranke herumliegen, deren Hilferufe niemand hört, weil alle zur Bank oder zur Börse hasten? Auch wenn es die Aufrufe, den Armen zu helfen vereinfachen würde - Europa ist kein Dritte-Welt-Slum.
Was nun sollen die Ausgegrenzten, die Nicht-Armen tun?
Während diese, wie glaubenstreu und fromm auch immer, ratlos zurückbleiben, hat der Pontifex auf breiter Basis Zustimmung bei den Atheisten (70%) und eingefleischten Kirchenfeinden - in und außerhalb der Medien gefunden. Kann man das gegeneinander aufwiegen? Ausgrenzung nach innen gegen mögliche Zustimmung von außen? Mögliche Inklusion durch Exklusion?

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Kommentare:

  1. Das kann ja alles so stimmen, weiter helfen tut es mir, sorry, allerdings nicht. Erst wenn der Papst Kraft seines Amtes mir vorschreibt wie ich die Armen und die Reichen auseinander halten soll, das als Glaubenssatz verkündet und für die ganze katholische Kirche verbindlich vorschreibt, werde ich mir Gedanken darüber machen. Bis dahin kann man das als heiße Luft oder tiefgründige Theologie betrachten. Je nach Belieben.

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    1. Einverstanden- dennoch würde man gern mal ein tiefgründige Katechese zu biblischen Themen ( außer der Armut) , zu den Tageslesungen oder den jeweiligen Festen hören

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  2. Vielleicht der Hinweis noch: Papst Benedikt hat massenhaft Katechese betrieben. Aus diesem Fundus können wir doch alle schöpfen ohne dabei auf den aktuellen Papst zu verweisen. Benedikt ist zurück getreten und mit dem neuen Papst schon einige Male zusammen gesessen. Da ist von seiner Seite noch nix Negatives gekommen. Wollen wir doch ein wenig Geduld üben.

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  3. Zu Teil 1, ja so seh ich das auch, wir haben den Fundus der Kirche die Katechesen Benedikts die Schriften Kardinal Ratzingers, die Schriften JPII, den Katechismus, . die Schrift überhaupt udn die Schriften der Kirchenväter, damit haben wir wahrhaft genug geistige Nahrung.
    Zu Teil 2 dass von Benedikt nix negatives gekommen ist, korrekt. Nur ist von ihm auch nix positives gekommen, weil (man verzeihe mir jetzt die Wortwahl) er in die Stille und das Gebet gegangen ist, und ich schon immer und ewig nix von Leuten halte die in die Stille gehen und dann das nicht durchhalten (z.B Thomas Merton, den ich sehr, sehr schätze, aber er hätte auch in der Einsiedelei bleiben sollen).
    Und deshalb wird von dem emeritierten Papst Benedikt nichts mehr kommen, weder so, noch so.
    Geduld? Üben wir doch!
    Im übrigen ist der Papst nicht der Grüßaugust der Kirche, sondern Garant der Katholizität der Sakramente und (ich schreib das jetzt einfach) von mir aus kann er ja "schwedse was er will, mer red' eh als viel zu viel heutzutage" aber er sollte doch wenigstens würdig und gut und schön Messe feiern und segnen. Aber dazu scheint er gar keinen Zugang zu haben, und das ist das Drama das eigentlich hinter diesem Pontifikat liegt.

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  4. Nun ja, das Wort Drama scheint mir dann aber doch etwas überhöht im Zusammenhang mit unserem aktuellen Papst. Immerhin lebt er ja noch. Im übrigen glaube ich schon, dass Benedikt in den Treffen mit Franziskus durchaus in der Lage ist, auf Dinge aufmerksam zu machen, die ihm vielleicht etwas seltsam vorkommen. Dieser Papst ist nun mal gewählt, in einem gültigen Konklave und er redet über vieles worüber er vielleicht nicht so die Ahnung hat. Gott sei Dank unterscheidet er sich in diesem Fall nicht vom "normalen" Christenmensch. Das lässt hoffen.

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