Freitag, 25. März 2016

Islamistischer Terror, Europa im (Bürger)krieg & Relativismus

Auch wenn heute Karfreitag ist - und- außer den Einwänden einiger unter Tanzwut Leidender, dieser grundlegende Tag des Christentums noch gefeiert werden darf und soll - dieses Jahr unmittelbar nach den islamistischen Brüsseler Attentaten - sollten wir uns auch heute über die Hintergründe der nun wohl regelmäßig wiederkehrenden Bluttaten Gedanken machen. Besonders weil auch bei uns die Großkopfeten in Medien und Politik von "den Religionen" hinter dem Terror theoretisieren und als gute Relativisten die Benennung der einen, wirklich Verantwortlichen, der Religion des Friedens, penibel vermeiden. Der heutige Beitrag von Stefano Fontana bei La Nuova Bussola Quotidiana kann wichtige Erkenntnisse beitragen.  Hier geht´s zum Original: klicken

"DER RELATIVISMUS DER DIE TÜR ZU IHRER HERRSCHAFT ÖFFNET"
"Auch nach dem tragischen Blutbad von Brüssel, Fortsetzung der apokalyptischen Serie von djihadistischen Terrorattentaten auf Charlie Hebdo vom Januar 2015 und im Bataclan im November 2015, verbreitet sich der Eindruck, daß wir "im Krieg" sind. Es handelt sich aber um einen Bürgerkrieg, nach den berühmten Kriterien von Carl Schmitt, weil die Attentäter im Allgemeinen Europäer sind. Aus einer neuen Generation, aber Europäer. Ein neuer europäischer Bürgerkrieg, nach der Erzählung von Ernst Nolte?

Bei aller Komplexität der Probleme, die hinter den tragischen Ereignissen liegen, gibt es etwas, das Licht ins Geschehen bringen kann: das, was den Westen entwaffnet, ist seine Lebensphilosophie, besonders wie sie die Religion und die Religionen betrachtet.
Das ist es, was ihn schwach und verletzlich macht und was erklärt, wie es möglich ist, daß er sich Feinde in seinem eigenen Haus geschaffen hat und akzeptiert, im Inneren kolonisiert zu werden.

Kardinal Van Thuân hat gerade erst im Osservatore zwei Texte über das Problem der neuen Religionskriege veröffentlicht, den VII Bericht über die Sozialdoktrin der Weltkirche mit dem Titel "Religionskriege, Kriege gegen die Religion" und das Buch "Die neuen Kriege der Religionen"(Cantagalli) veröffentlicht.
Die Hauptthese ist die: Der Westen hat der Religion den Krieg erklärt - und auf diese Weise entwaffnet er sich selbst angesichts der von Grund auf religiösen Terrorangriffe, besonders derer auf islamischer Basis.
Man weiß, daß hinter diesen Phänomenen nicht nur die Religion steht. Es ist überflüssig, zu leugnen, daß der Djihadismus eine Religion ist.

Der Westen und speziell Europa hat einen Krieg gegen die christliche Religion, und besonders die Katholische geführt. Sie haben hart daran gearbeitet, Gott aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Sie haben Gesetzen und politischen Entscheidungen zugestimmt, die wirklich und besonders das Christentum aus dem Gesetz entfernen.
Im Gegenzug finden wir das Territorium unserer eigenen Städte von religiösen Gruppen besetzt und Stadtteile in unseren Metropolen, die sich ihr eigenes Recht schaffen.
Dabei haben ihm die Katholiken auch selbst sehr geholfen, die das alles als Beispiel einer gesunden Laizität interpretiert haben. Sie haben sich darauf beschränkt, die extremsten Formen des Laizismus zu verurteilen und so hat sich die Laizität unter ihren Augen und unter ihrer Mitarbeit in einen systematischen Laizismus verwandelt.

Der Kampf gegen die christliche  und besonders die katholische Religion wird im Namen des religiösen Indifferentismus geführt, nach dem alle Religionen gleich sind, weil sie alle eine unmotivierte Wahl sind, mit der Vernunft nicht konform, jener Vernunft, die dem Westen so lieb ist, die aber heute für die terroristischen  Blutbäder keine Erklärung geben kann. Wenn alle Religionen gleich sind, haben alle das Recht zum Zugang auf unseren Kontinent und alles Recht, sich in den Stadtteilen unserer Städte zu organisieren.
Alle haben auch das Recht, sich nicht zu integrieren und ein eigenes Leben wie auf einer Meeresinsel zu führen. Das Versagen des Multikulturalismus hat seinen Ursprung besonders in unserem religiösen Indifferentismus.

Die Anforderungen an die Neuankömmlinge wurden immer weiter reduziert, bis auf ein Minimum oder praktische Inexistenz, weil die westliche politische Vernunft, die nicht mehr von der christlichen Religion gestützt wird, der sie den Krieg erklärt hat, ihre Leidenschaft für die Wahrheit verloren hat  und es ihr nicht mehr gelingt, den Neuankömmlingen irgendeinen Rest ihrer Werte vorzuspielen, seien es die mit der Person, der Familie, dem sozialen und politischen Leben verbundenen. Und so weicht er zurück und reformiert genau diese Gesetze - bis dahin, Elemente des islamischen Rechts in die eigene Jurisprudenz aufzunehmen.
Wie könnte es anders sein, wenn man seine eigenen Werte demoliert, die Basis unserer eigenen westlichen Gesellschaft. Nachdem man die Familie mit diesen Argumenten zerstört hat, kann man da nein zur Polygamie sagen?

Wie bei den vorigen islamisch motivierten Terror-Attentaten halten die europäischen Politiker stur an der Verteidigung unserer Werte fest, aber keiner weiß, welche das sind. Im Zentrum ihrer Erklärungen dieser Tage steht der Wert Freiheit. Aber das westliche Konzept der Freiheit ist auch unsere Achillesferse und durch sie gibt es den unkontrollierten Zugang für alle. Anders als Schengen.
Es ist unmöglich, die moralische Kraft zu finden, eine inhaltsleere Freiheit wie die unsere zu verteidigen. Niemand ist für eine leere Hülle bereit zu leiden, zu kämpfen und zu sterben.
Wenn wir sie so verteidigen, wie sie ist, wird es uns nicht gelingen, etwas anderes zu tun, als zu unserer Auflösung beizutragen. Das erlaubt uns im Endeffekt nicht, andere Visionen vom Leben  einzudämmen, weil wir sonst das Prinzip der Wahrheit verleugnen würden.
Um die Religionen zu beurteilen, genügt die Freiheit nicht, man braucht auch die Wahrheit, ein Konzept, daß der Westen schon seit langem vergessen hat.
Für die Wahrheit  kann man bereit sein, zu leiden, zu kämpfen und auch zu sterben. Die Wahrheit erlaubt uns, wirklich willkommen zu heißen und zu integrieren.
Auf diese Weise aber löst man eine Panik aus, zum Nachteil des wirklichen Akzeptierens und der wirklichen Integration. Es gibt keine Integration ohne Grenzen. Wenn es keine Grenzen gibt, gibt es auch keine Kriterien. Und Kriterien wie die Grenzen sind vor allem innere Kriterien.
Europa ist im Inneren schwach."

Quelle La Nuova Bussola Quotidiana, Stefano Fontana  

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