Montag, 16. Oktober 2017

Rund um Amoris Laetitia Hunderttausende von Unterschriften unter Fragen, Bitten, Korrekturen...bisher ohne jede Antwort

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae das Schweigen des Papstes und seiner Entourage zu den Dubia, der Correcctio Filialis und zuletzt zum großen polnischen Rosenkranz und dessen Folgen für Kirche und Glauben.
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"VOR ZWEI JAHREN FLEHENDE BITTE ZUR EHE AN DEN PAPST; JETZT 900.000 UNTERSCHRIFTEN. PEINLICHES (PEINLICH BERÜHRTES ?) SCHWEIGEN VON PETRUS"

"Vor zwei Jahren. Noch bevor die umstrittene apostolische Exhortation "Amoris Laetitia2 mit allen ihren gewollten Unklarheiten, veröffentlicht wurde und am Vorabend des zweiten Teils der Familiensynode, wurde Papst Franziskus eine "Supplica Filialis" übermittelt.
Im Text wird Papst Franziskus darum gebeten, "ein klärendes Wort" zu sprechen, "um die allgemeine Desorientierung zu zerstreuen, die durch die Möglichkeit ausgelöst wurde, daß sich im Herzen der Kirche eine Bresche öffnet, die als Folge der Zulassung der wiederverheirateten Paare zur Eucharistie den Ehebruch zuläßt ."

Bis heute hat das Koordinationskomitee der "Supplica Filiale", das eine Vereinigung von mehr als 60 "pro familia" und "pro vita"-Organisationen auf den 5 Kontinenten darstellt, weder eine Empfangsbestätigung noch eine Antwort bekommen.

Außergewöhnlich, oder?
Besonders wenn man bedenkt, daß das allmächtige Staatsekretariat allen antwortet- einschließlich homosexueller Paare, ihnen alles Gute wünscht, wpbei ihnen kleine Fauxpas unterlaufen.
Aber offensichtlich haben die Katholiken kein Recht auf eine Antwort.
In der Zwischenzeit ist die Supplica Filiale von 1378 qualifizierten Unterzeichnern unterschrieben worden; das heißt Mönchen, Nonnen, Bischöfen, Kardinälen, Akademikern und Gelehrten; während die Zahl der Unterschriften von einfachen Gläubigen fast die 900.000 erreicht hat. (879.451 um genau zu sein.)

Heute hat das Komitee, das die Supplica auf den Weg gebracht hatte, den regierenden Pontifex gebeten, sein Schweigen zu brechen, daß heute außer paradox zu sein, wirklich außergewöhnlich wird, unmöglich ohne Peinlichkeit zu rechtfertigen.

Aber auch eine zweite Innitiative ist ohne Antwort geblieben: eine "Treueerklärung an die unveränderliche Lehre der Kirche zur Ehe an ihre ununterbrochene, von den Aposteln empfangene Disziplin" die bis jetzt auf eine Andeutung aus hohen Kirchensphären erwartet.
Weil sie nicht über die gleichen logistischen Möglichkeiten verfügte, wie die erste Initiative und weil es sich diesesmal um ein längeres, wichtiges Dokument handelte, haben die Koordinatoren die Erklärung am 29. August 2016 auf ihrer website veröffentlicht, damit jeder sie unterschreiben kann.

Die Glaubenserklärung hat 35.112 Unterschriften erreicht, unter ihnen die von 3 Kardinälen, 9 Bischöfen, 636 Diözesanpriestern und 46 Diakonen, 25 Seminaristen, 51 religiösen  Brüdern, 150 Mönchen- in Klausur und im aktiven Leben, zu denen noch die von 458 Akademikern im Laienstand kaommen, hauptsächlich von Theologieprofessoren, Religionslehrern, Katechisten und Pastoralreferenten .





Der Text stellt u.a. fest, daß "ein wohlgeformtes Gewissen nicht zur Schlußfolgerung kommen kann:

* daß sein Verharren in einer objektiv sündigen Situation seine beste Antwort auf das Evangelium sein kann, und das ist, was Gott von ihm verlangt;

* daß das 6.Gebot und die Unaufllöslichkeit der Ehe einfach Ideale sind, die man anstreben sollte

* daß es- wenn manchmal die Gnade nicht ausreicht, um im eigenen Zustand keusch zu leben, es 
für einige das "Recht" gibt, Absolution und Eucharistie zu empfangen;

* daß ein subjektives Gewissen genügt, um sich selbst von der Sünde des Ehebruchs zu absolvieren. 

Die Unterzeichner fügen hinzu: "Die Gläubigen lehren in Übereinstimmung mit diese Wahrheiten zu leben, bedeutet in sich selbst. ein "herausragendes Werk der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe" zu tun.
Würde die Kirche dem Zugang zur Eucharistie für jene zustimmen, die sich objektiv in einem Zustand der schweren Sünde befinden, verhielte sie sich wie die "Besitzerin der Sakramente" und nicht wie ihre "getreue Verwalterin", der Aufgabe, die ihr unser Herr anvertraut hat."

Totales Schweigen auch zu dieser respetvollen Glaubensmanifestation. Schließlich "haben wir hier die jüngste  Demonstration für den Willen des Papstes, zu schweigen, und so für eine Verschlimmerung des Klimas der Konfusion"
Und so ist es. Auch angesichts der "Correzione filialis per propagazione di errori" , die am vergangenen 11.August seiner Heiligkeit von einer Gruppe von Seelenhirten und Akademikern überreicht wurde. Eine Gruppe, der sich jeden Tag neue und qualifizierte Anhänger anschließen; aktuell hat diese Liste 235.000 Unterschriften erreicht, unter denen Tausende zu einer populären Unterstützerliste gehören.

Ich glaube nicht, daß das die letzten Initiativen sein werden. Der Zustand von Verwirrung und Spaltung in der Kirche bessert sich nicht. 
Gerade gestern hat "La Fede Quotidiana" ein interessantes Interview mit Erzbischof Henryk Muszynski, Emeritus von Gniezno in Polen, Primas emeritus des Landes und Ex-Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, geführt.
"Amoris Laetitia? Muß in Kontinuität  mit dem Lehramt des Hl. Johannes Paul II und "Familiaris Consortio" gelesen werden, eine Klarstellung ist nötig, " sagte der Prälat.

Und andere werden das in unmittelbarer Zukunft wieder und wieder sagen.

Wer schreibt, hat aufmerksam die Entwicklung der Operation Amoris Laetitia seit dem Frühjar 2014 verfolgt, seit die erste Sitzung der Synode eröffnet wurde.
Ich habe Dank der Indiskretionen aus besten Quellen und des Einfallsreichtums eines der Protagonisten der Synode- ein Schema über den Gang der Synode selbst erstellt, bis in den Epilog hinein zensiert und konditioniert und der ist ein absichtlich zweideutiges Dokument.
Vieles ist von Papst Bergoglios Thinktank vorhergesehen worden.
Aber möglicherweise nicht alles.
Vielleicht dachten sie, daß die Herde sich nach ein bißchen Tumult wieder beruhigt- Kardinäle, Bischöfe und vor allem die Laien- und das Gewürz der Zweideutigkeit verbrennen würden, das auf dem Gipfel vorbereitet wurde.
Aber das ist nicht passiert, es ist nicht so: und das Pontifikat Bergoglios läuft Gefahr, jenseits des Medienzirkus weiterhin für seine außerordentliche Unaufrichtigkeit in die Chroniken einzugehen, für seinen Mangel an Mut und Klarheit derer, die nicht antworten und das sich darauf beschränkt, Epitheta (ridige, rigide) für die zu finden, die um eine einfache, klare und überzeugende Antwort zu einem zentralen Punkt des christlichen Lebens bitten- zur Eucharistie. Nichts Verschwommenes."

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti

  

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