Freitag, 27. Oktober 2017

Sandro Magister: Die Ohrfeige des Papstes für Kardinal Sarah - oder welchen Umbau der Kirche plant der Pontifex?

Auch Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo den Maßregelungsbrief des Papstes an Kardinal Sarah und die dahinter stehende Agenda des Pontifikates.
Hier geht´s zum Original:  klicken

  "FRANZISKUS´ OHRFEIGE FÜR KARDINAL SARAH. HINTER DEN KULISSEN."
"Der Brief, mit dem Franziskus vor kurzem Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation, widersprach und ihn demütigte, ist der letzte Beweis dafür, wie dieser Papst sein Lehramt ausübt.

Wenn Franziskus Neuerungen einführen will. tut er das nie mit klaren und exakten Worten. Er zieht es vor, Diskussionen zu eröffnen, um "Prozesse" anzustoßen, während denen die Erneuerungen schrittweise bestätigt werden.

Das krasseste Beipiel ist "Amoris Laetitia" deren sich widersprechenden Interpretationen und Anwendungen tatsächlich gegeben sind, während sich ganze Bischofskonferenzen auf der einen oder anderen Seite gegenüber stehen.

Und wenn er um Klarstellung gebeten wird, verweigert er die. Wie im Falle der fünf Dubia, die ihm von vier Kardinälen übermittelt wurden, die nicht mal einer Antwort gewürdigt wurden.

Aber wenn ein Kardinal wie Sarah, eine Autorität durch Rolle und Verantwortung, eingreift, um einem päpstlichen Motu Proprio zur Liturgie die einzige Interpretation zu geben, die er als richtig ansieht und die deshalb von der Kongregation, deren Präfekt er ist, implementiert werden muß, schweigt Franziskus nicht, sondern reagiert mit Schärfe - zur Verteidigung jener Passagen des Motu Proprio, die in der Tat alles andere als klar sind- und die die Liberlaisierungen enthalten, die er so liebt.

Das ist genau das, was in den letzten Tagen passiert ist.


In der Definition der Rolle der Liturgiekongregation was die Anpassungen und Übersetzungen der liturgischen Texte durch die nationalen Bischofskonferenzen, die der Approbation durch den hl.Stuhl unterliegen. unterscheidet das motu proprio zwischen "recognitio" und "confirmatio"- zwischen Überprüfung und Bestätigung.

Aber die Unterscheidung wird auf keine Weise klar erklärt. Und tatsächlich nahmen beide Seiten unter den Experten sofort Form an.

Da sind die, die behaupten, daß die "recognitio" -also die Überprüfung durch Rom nur die Adaptationen betrifft, während der Hl. Stuhl für die Übersetzungen einfach nur eine "confirmatio" -eine Bestätigung geben muß.

Und dann sind da die, die statt dessen behaupten, daß Rom auch bei den Übersetzungen eine sorgfältige Überprüfung durchführen muß, bevor sie ihnen zustimmt.

Das ist de facto, das wass vorher gemacht wurde und das ist, weshalb verschiedene neue Übersetzungen der Missales ein schwierige Leben hatten-wie die der USA, Groß-Britanniens und Irlands- oder immer noch auf eine Zuustimmung aus Rom warten, wie die von Frankreich, Italien und Deutschland.

Besonders die neue Übersetzung des Missales ins Deutsche war Ziele voon Kritikebn, auch von Benedikt XVI selbst, der 2012 einen Brief an seine Landsleute im Bischofsamt schrieb, um sie zu überzeugen, sie mit größerer Treue zu den Worten Jesu beim letzten Abendmahl im Augenblick der Konsekration zu überetzen.

"Vatican Tagebuch / "Für viele" oder "für alle"? Die richtige Antwort ist die erste"

Kehrt man zum Motu Proprio" Magnum Principium" zurück,muß man feststellen, daß es, als es verfaßt wurde, vor Kardinal Sarah, dem Präfekten des Dicasteriums, dessen Mittelbau seit langem gegen ihn anrudert.




Am 30. September hat Kardinal Sarah Papst Franziskus einen Dankesbrief geschrieben, der von einem detaillierten "Commentaire" begleitet wurde, der auf eine korrekte Interpretation und Anwendung des Motu Proprio abzielte,  der bezüglich seiner breitzielenden Formulierungen eher restriktiv war.

In Sarahs Urteil sind recognitio" und "confirmatio" in Wirklichkeit Synonyme oder auf jeden Fall "suf der Ebene der Verantwortung des Hl.Stuhls austauschbar", dessen Aufgabe die Übersetzungen vor der ´Zustimmung bleibt intakt.

Einige Wochen später erschien der "Commentaire" des Kardinals auf verschiedenen websites, und as führte -angesichts der Einstellung des Autors des Commentaire- zu dem Schluß. daß die Liturgiekongregation nach seinen Richtlinien handeln würde.

Und das Papst Franziskus sehr irritiert, der am 15. Oktober einen Brief unterschriebm der Kradinal Sarah scharf zurückwies.

Ein Briefm in dem der Papst den nationalen Bischofskonferenzen die Freiheit und Autorität zugesteht, selbst über die Übersetzungen zu entscheiden, unter der einzigen Bedingung der abschließenden "confirmatio" durch die Vaticankongregation. 

Und auf jeden Fall schreibt der Papst - ohne jeden "Geist der Auferlegung" auf die Bischofskonferenzen einer gegebenen Übersetzung des Dikastiers "in Rom, selbst für" bedeutende "liturgische Texte wie die" sakramentalen Formeln ", das Credo, das Pater noster."

Das Ende des Briefes des Papstes an den Kardinal ist mit Gift gespickt.

"Bedenkt man, daß der fragliche "Commetaire" auf einer Reihe von websites veröffentlicht worden sind. und irrtümöicherweise Ihrer Person zugeschrieben wurden, bitte ich Sie höflich, dafür zu sorgen, daß diese meine Antwort von den selben Seiten veröffentlicht wird und ebenso an alle Bichofskonferenzen und Mitglieder und Berater dieses Dikasteriums geschikt wird."

Da ist ein Abgrund zwischen diesem Brief von Franziskus und den warmen Worten der Wertschätzung im Schreiben an Kardinal Sarah durch den Papa emeritus Benedikt XVI vor einigen Monaten. Der sagte, er sei sicher, daß mit Kardinal Sarah "die Liturgie in guten Händen ist" und wir deshalb "Papst Franziskus dankbar sein, einen so spirituellen Lehrer als Leiter der Kongregation gewählt zu haben, die für die Zelebration  der Liturgie in der Kirche verantwortlich ist."

Unnütz zu sagen, daß Objekt des Zusammenstoßes zwischen Franziskus und Kardinal Sarah nicht nebensächlich ist, sondern an die Grundfesten des Kirchenlebens rührt, gemäß der antiken maxime:"Lex orandi- lex credendi".

Weil der Prozess, den Franziskus in Bewegung setzen will- genau der ist, durch eine Devolution der liturgischen Anpassungen und Überetzungen an die nationalen Kirchen, die Gesamtstruktur der Katholischen Kirche zu verändern und sie in eine Föderation nationales Kirchen, umzubauen, mit extensiver Autonomie ausgestattet, einschließlich "genuiner doktrinales Autorität".

Diese letzten Wortem stammen aus "Evangelii Gaudium" , dem agenda-bestimmenden Text für Franziskus´Pontifikat.

Auch diese Worte waren geheimnisvoll, als sie 2013 veröffentlicht wurden. Aber jetzt ein bißchen weniger."

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister 

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