Dienstag, 20. März 2018

Ecclesia quo vadis ?

Mit diesem leicht abgewandelten Zitat des berühmten Romans von Henryk Sienkiewicz leitet Sandro Magister bei Settimo Cielo seinen Beitrag über eine für den 7. April in Rom geplante Konferenz zum derzeitigen Zustand der Kirche ein, bei der eine Glaubenserklärung verlesen werden soll.
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"WOHIN GEHST DU KATHOLISCHE KIRCHE?" EINE KONFERENZ. DAMIT SIE NICHT VOM WEG ABKOMMT."

"Es steht fest. Am kommenden 7. April , dem Samstag der Osterwoche wird in Rom eine ganz besondere Konferenz stattfinden. Deren Ziel wird sein, der Katholischen Kirche nach einer unsicheren Reise in den ersten fünf Jahren des Pontifikates von Papst Franziskus den Weg zu zeigen.
Die Abrechnung zu dieser Fünfjahresperiode ist tatsächlich ziemlich kritisch, wenn man vom Titel der Konferenz ausgeht:   "Wohin gehst du Katholische Kirche?"

Noch kritischer wenn man den Untertitel betrachtet: "Nur ein Blinder kann leugnen, daß es in der Kirche große Verwirrung gibt?" , der entstammt einer Äußerung von Kardinal Carlo Caffarra (1938-2017) - unvergessen - der gemeinsam mit anderen Kardinälen- Urheber dieser Dubia war, die Papst Franziskus 2016 übergeben wurden-  mit dem Ziel Klarheit bei den umstrittensten Punkten seines Lehramtes zu schaffen- die dieser aber unbeantwortet ließ.

In einer Kirche, die steuerlos treibt, wird die Schlüsselfrage, die die Konferenz angehen wird, genau die sein, die Führungsrolle für das Volk Gottes, die Charakteristika und Grenzen der Autorität des Papstes und der Bischöfe, die Formen der Konsultation der Gläubigen in Fragen der Lehre neu zu definieren.

Das sind Fragen, die diesesmal von einem großen Kardinal gründlich untersucht  werden, der häufig sowohl von Progressiven als auch von Konservativen zur Unterstützung ihrer jeweiligen Standpunkte zitiert wird, dem Sel. John Henry Newman.

Es werden auch andere Kardinäle und Bischöfe anwesend sein, die sich bei der Konferenz am 7. April noch einmal mit diesen Thesen auseinandersetzen werden. Ihre Namen sind noch nicht bekannt gegeben worden, aber man erwartet, daß die Unterzeichner der Dubia dabei sein werden und andere, die ihre Ansichten teilen.





Auf jeden Fall - hat es durch ad-hoc-Video-Botschaften schon von zwei repräsentativen Kardinälen,
Bestätigungen für ihre Beiträge gegeben: dem Chinesen Joseph Zen Zekiun, Bischof emeritus von HongKong und dem Nigerianer Francis Arinze, früherer Bischof von Onitsha und dann Präfekt der Liturgiekongregation, der heute Kardinal Sarah vorsteht.

Es wird auch eine posthume Projektion eines Videos von Kardinal Caffarra zur umstrittenen Enzyklika Pauls VI "Humanae Vitae" geben.

Es wird aber auch Beiträge von Gelehrten im Laienstand geben, Prof. Valerio Gigliotti. einem Professor für Geschichte und mittelalterliches und modernes Recht an der Universität Turin, der die Ausübung der "plenitudo potestatis" des Papstes in der Geschichte der Kirche in den Fokus stellen wird. Während Professor Renzo Pucetti, Arzt und Professor für Bioethik am Theologischen Päpstlichen Johannes-Paul II-Institut die Entwicklung der Lehre der Bioethik an diesem Institut analysieren wird, die seit der ersten Phase unter der Präsidentschaft Caffarras bis zur gegenwärtigen- unter der Schirmherrschaft von Erzbischof Vincenzo Paglia gelehrt wurde.

Am End-und Höhepunkt der Konferenz wird auf alle Fälle eine "Declaratio" vorgelesen, ein prägnantes Glaubensbekenntnis zu den heute umstrittensten Punkten der Lehre und Moral.

Ungleich den Dubia wird die Erklärung keine spezifische Unterschrift tragen, aber die Teilnehmer der Konferenz werden sie der ganzen Kirche und der Welt als die Stimme der "getauften und gefirmten Mitglieder der Gottesvolkes" vorschlagen.

Natürlich wird diese "Declaratio" das diametrale Gegenstück jener "Kölner Erklärung" sein, dieser Erklärung die 1989 in Köln von deutschen Theologen unterschrieben wurde, die jetzt bei Franziskus in Gnade sind, die die -später von Johannes Paul II in der Enzyklika "Veritatis Splendor" von 1993 bekräftigten- Prinzipien der lehramtlichen Autorität des Papstes besonders in Fragen der Moraltheologie- auf massive Weise angegriffen haben, wie Benedikt XVI in dem Brief an Msgr. Dario E. Viganò schrieb, der in der vergangenen Woche einen derartigen Tumult auslöste.

Die eintrittsfreie Konferenz wird am 7. April um 15:00 im Konferenzzentrum  "The Church Village" in der Via di Torre Rossa 94 stattfinden, einige Meilen westlich des Petersdomes.

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

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