Sonntag, 11. März 2018

Marco Tosatti, Kindereuthanasie, Msgr. Paglia & der Papst...

Marco Tosatti ist, wie man bei Stilum Curiae lesen kann, entsetzt über die Reaktion bzw. Nichtreaktion des Vaticans, die Äußerungen Msgr. Paglias und das Schweigen des Papstes auf die Londoner Todesurteile gegen unheilbar kranke Kinder.
Besonders weil diese Nichtreaktion mit den befremdlichen Versuchen, die Chile-Reise des Pontifex nachträglich zu einem Erfolg umzudeuten und der ebenso befremdlichen Reaktion auf die Mißbrauchsvorwürfe zusammenfällt.
Hier geht´s zum Original: klicken

"MSGR. PAGLIA, ALFIE EVANS UND DIE VORLIEBE DES PAPSTES FÜR DIE, DIE "EINE VERGANGENHEIT" HABEN. KOMPETENZ?  PAH...."

"Das elende Interview von Erzbischof Vincenzo Paglia bei Tempi in Sachen Alfie Evans hat mich betroffen gemacht. Nicht so sehr wegen der formulierten Thesen -unvorstellbar außerdem bei jemandem, der den "Geist von Pannella" gepriesen hat.
Nicht so sehr, weil der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, zuallererst vorsichtig sein sollte, wenn die Worte des Papstes dazu benutzt werden, um ein Todesurteil zu verhängen;
nicht so sehr weil - vielleicht irre ich mich- weil wenn es so wäre, wir uns entschuldigen würden- sondern weil wir in dem Interview eine Ader der Oberflächlichkeit bemerkt haben, als andere Leute-wie wir auch auf dieser Website und hier und hier gesehen haben, sich mit sehr viel mehr Umsicht und Tiefgründigkeit geäußert haben  - schließlich geht es immerhin  um ein menschliches Leben, oder?
Nicht so sehr, weil ein Mann, der vielleicht in Bioethik nicht so versiert, aber sicher sehr gelehrt und scharfsinnig ist- wie Vincenzo Paglia sicher hätte wissen müssen (wußte er es?), daß der Oberste Gerichtshof über die Berufung entscheidet;
und es gibt wahrscheinlich welche, die seine Worte benutzen werden, um zu entscheiden, daß die Eltern nicht das Recht haben, nach jemandem oder etwas zu suchen- vielleicht vergebens-der ihrem Sohn Hoffnung geben kann.

Nein, die Worte Paglias haben mich deshalb getroffen, weil sie praktisch zeitgleich mit der Erklärung eines Chilenischen Kardinals, Errazuriz Ossa über die kürzliche Reise nach Chile und die causa Barroz kamen.
Javier Errazuriz hat einen Brief an alle lateinamerikanischen Bischöfe geschrieben, um zu erklären, daß die Reise von Franziskus nach Chile kein Flop war sondern "hochgradig positiv."
Er hat keinerlei Verantwortung für den Skandal von Mißbrauchspriester Karadima  und von Bischof Barros übernommen, der trotz der Proteste und Anschuldigungen der Mißbrauchten vom Pontifex zum Bischof von Osorno ernannt wurde,
Und das, obwohl der Ex-Bischof von Santiago den Fall vernachlässigt und bekräftigt hatte, den Opfern nicht zu glauben.
Errazuriz hat in seinem Brief die Opfer beschuldigt, zu versuchen von den Protesten zu profitieren, hat die Anschuldigungen als Verleumdung definiert und behauptet, die täten das nur, um für eine Zivilklage gegen die Diözese Santiago Kraft zu sammeln.
"Errazuriz versucht die Dinge durcheinander zu bringen und von seiner eigenen Verantwortung für die Vertuschung und für die schlechte Führung der chilenischen Kirche abzulenken, die er in das Desaster geführt hat, in dem wir jetzt sind. "Das Problem ist nicht das Geld" hat eines der Opfer, Juan Carlos Cruz, AP gesagt.



Was hat das mit Paglia zu tun, werden Sie fragen. Es hat. Weil Errazuriz einer der großen Freunde und Berater der Pontifex ist. So wie es die Kardinäle Mahony, der Ex-Erzbischof von Los Angeles, der sein Amt wegen seiner sehr schlechten Handhabung der Mißbrauchsfälle aufgeben mußte, wie es der Kardinal von Brüssel-Mechelen, Danneels ist, verwickelt in einen Fall von Vertuschung eines Mißbrauchsfalles durch einen Bischof iund wie es (der verstorbene) Kardinal Murphy O´Connor waren, gegen den es eine offene Untersuchung -wegen einer Klage von Laien bei der Glaubenskongregation- gab, wegen des Mißmanagements von Mißbrauchsfällen. Es wäre interessant, würde der Ex-Präfekt der Kongregation Kardinal Müller sprechen..
Das Einzige ist, daß alle diese Personen - zur Zeit des Konklaves- Berater und Wähler waren -und dem Pontifex sehr nahe.
Der scheint eine Vorliebe für Personen mit einer Vergangenheit zu haben.
Und wenn wir von Vergangenheit sprechen, verstehen wir darunter eine nicht gerade glorreiche Vergangenheit.  Wie Msgr. Ricca - der zum Prälaten für das IOR ernannt wurde, oder wie Msgr. Paglia, Erzbischof von Terni; wo man sich außer an das erotische Fresko und an einen kleinen Mann  in der Kathedrale- mit soviel Zucchetto auf dem Kopf, auch an die hinterlassene katastrophale Situation erinnern wird, aus der ihn nur eine schnelle Berufung hinter die vaticanischen Mauern nah San Callisto befreit hat.....
Man könnte die Liste fortführen. Sie ist sicher nicht kurz.

Der Pontifex rühmt sich, ein sehr gutes Gedächtnis zu haben und immer gehabt zu haben.
Sicher bieten Personen mit einer Vergangenheit für den Regierenden Vorteile, zumindest Dankbarkeit gegenüber einem so großzügigen Souverän. Aber nicht immer garantieren sie, für die Aufgabe, zu der sie berufen werden, geeignet zu sein. Blinde Loyalität und Kompetenz sind nicht gleichbedeutend.
In der Tat."

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti

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