Sonntag, 8. April 2018

Father Hunwicke spricht

über das Papstamt als solches, seine Aufgaben und Pflichten und Beispiele aus der Kirchengeschichte, natürlich zieht er dazu den Sel. Schutzpatron seines Ordinariates zu Rate.
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"DER HL LEO II, DER HL. PETRUS UND DAS PÄPSTLICHE LEHRAMT"
"Weil ich immer noch daran interessiert bin, zur Debatte über die päpstliche Autorität beizutragen, gebe ich heute noch einmal zwei Texte wieder, mit denen ich letztes Jahr das Hochfest der Hl. Petrus und Paulus begleitet habe. 

Und wie ich in mein Brevier aus der Zeit vor Pius X auf meinem Tisch schaue, entdecke ich, daß sogar in früheren Tagen der 28. Juni von einem großen Papst besetzt war, dem Hl. Leo II (681-683)
Sagte ich ein großer Papst?

Unser Hl. Vater, Papst Leo II war groß, weil er die unglückliche aber notwendige Pflicht übernahm, die Verdammung des 6. Hl. Ökumenischen Konzils seines eigenen Vorgängers Papst Honorius I (625-638) als häretisch zu ratifizieren. Wie der Vikar Christi den Spanischen Bischöfen schrieb, hat Papst Honorius nicht, wie es die Apostolische Würde verlangt, das Feuer der häretischen Lehre löschte, als es begann, sondern es durch seine Nachlässigkeit nährte."

Einige Leute glauben, daß das Petrinische Amt bedeutet, daß ein Papst an seinen Platz gesetzt und vom Hl. Geist geleitet wird, um der Kirche neue aufregende Perspektiven zu bereiten, vielleicht sogar Überraschungen. So nicht. Nicht in einem Monat voller Sonntage.
Wie der Sel. John Henr Newman -in einer erinnerungswürdigen Passage seiner "Apologia" lehrte, über die ich morgen mehr schreiben werde, ist der Dienst in der Römischen Kirche, seine außerordentliche Gabe immer negativ gewesen, eine Barriere gegen Neuheiten und Erneuerung.




An der zerklüfteten und gefährlichen Kante eines hohen und schroffen Felsens ist der Papst der Arbeiterberater, dessen einfache Aufgabe es ist, eine Botschaft zu verkünden
"GEFAHR: BLEIBEN SIE ZURÜCK!"
"Negativ, lakonisch, starr, aber-oh so notwendig.

Ein boshafter, mörderischer oder schelmischer Papst, der die Botschaft aufhängen würde:
"ABENTEUERSPIELPLATZ" Oder:

"IHR GEWISSEN WIRD IHNEN SAGEN, WANN SIE SPRINGEN MÜSSEN" oder

"WIR WERDEN SIE BIS ZU IHREM SPRUNG BEGLEITEN"
würde seine ihm vom Herrn anvertraute Pflicht verfehlen.

Während zwei Jahrtausenden war es die Pflicht der aufeinanderfolgenden Bischöfe von Rom, Neuheiten, die versuchten, den Glauben zu verändern, zu widerstehen, sie zu verdammen und zu entfernen.

Deshalb zitiert der Hl. Vincent von Lerins (um 450?) den Hl. Papst Coelestin (422-432), der schrieb "die Erneuerung sollte aufhören, das anzugreifen, was alt ist" und  den nächsten Papst, den Hl. Sixtus III (432-440) der schrieb- "Neuerungen haben keine Rechte, weil es unpassend ist, etwas, das alt ist, etwas hinzuzufügen; sicher sollte der Glaube und die Überzeugung unserer Vorfahren nicht durch eine Mischung von Schmutz gestört werden."
Der große anglikanische Historiker des Papsttums, Trevor Jaillard, schrieb von der "übernatürlichen Größe" der Römischen Kirche ; "ihre seltsame, fast mystische Treue zum .....ihr ausgeprägter Grad der Unwandelbarkeit, ihr standhaftes Festhalten an der Tradition und dem Vorhergegangenen."

An diesem Hochfest der Heiligen Apostel der Römischen Kirche, können wir Schlechteres tun als den machtvollen Worten des Hl. Leos II zu lauschen. Sein Vorgänger Honorius war Papst gewesen, als ein besonderer Irrtum entstand. Es war seine Pflicht als domnus Apostolicus gewesen, die Flamme zu löschen; aber er war nachlässig; er versäumte, seine (negative) Pflicht, Neuerungen zu verhindern, zu tun und seine Nachlässigkeit führte zum Anwachsen des Irrtums.

Es fiel deshalb dem Ökumenischen Konzil zu, ihn zu verurteilen, zusammen mit den Anführern der Häresie verfiel er der Damnatio - mit den unzweideutigen Worten "häretisch" und dem unzweideutigen Verb "anathematizomen"
Es gibt mehr als einen Weg, sich den Titel eines Häretikers zu verdienen.

                                                             *     *     *     *

Gestern, am Hochfest der Heiligen Apostel von Rom schlenderte ich nach Sandfors lock und nahm eines meiner zerfledderten "Sommer-Picknick" Bände der Pars Aestiva mit; und weil der Sel. John Henry Newman, Patron unseres Ordinariates, dort oft von nahen Littlemore aus gegangen sein muß, nahm ich auch sein Apologia pro Vitae sua mit.
Ich liebe die Lesungen der Mattutin für die zweite Nachtwache, aus der ersten mächtigen Predigt des Hl. Leos "In Natali Apostolorum Petri et Pauli" Sie geht ans Herz der Romanita der Westkirche und besondern der englischen Kirche; der Hl.Leo, der beste Latein-Stilist seit Cicero, erklärt der plebs Romana (jetzt das Hl. Volk Gottes) was es alles bedeutete, Römisch geworden zu sein, und dennoch in der Verwandlung durch das Evangelium bewahrt und gestärkt worden zu sein...."Weil-auch wenn Ihr es durch viele Siege glorifiziert habt, habt Ihr das Recht Eures Reiches zu Lande und zur See vorangebracht, ist dennoch das, was das Kriegshandwerk Euch unterworfen hat, weniger als das, was die Pax Christiana Euch eingebracht hat."
Die Kultur der klassischen Römischen Antike wurde vom Hl.Leo getauft; meiner Ansicht nach, ist er derjenige, der schließlich das Römische Eucharistische Gebet  in eine Latinitas - eingebettet in den Gebetsstil des alten, vorchristlichen frühen Roms umschmolz.
Unter dem Hl. Leo hörte das Christsein endlich auf, Zugehörigkeit zu einer fremden und zwielichten Sekte zu bedeuten, der hauptsächlich griechische Immigranten folgten, und die eine neue majestätische Verkörperung alles dessen wurde, was es bedeutete, nach Kultur, Gesetz und Liturgie Römer zu sein.
Und mit dem Hl. Augustinus wurde diese Romanitas nach Kent verfrachtet und wurde Markstein auch der Angelsächsischen Kirche; die Kirche von Augustinus, Justus und Mellitus, von Wilfrid und Bede und Alkuin,
Der König Kents, der es für unter seiner Würde befunden hatte, das Christentum seiner merowingischen Frau anzunehmen, freute sich über die Gelegenheit, das Christentum von seiner augusteischen und römischen Quelle zu empfangen. Darin liegt die besondere Schönheit der "Angelsächsischen Kirche", einer Römischen Insel jenseits der Alpen.

Und eben dieser Mr. Newman drückte die Essenz des Petrinischen Amtes, des munus des Nachfolgers Petri in einer epigrammatischen Passage aus:  Es ist einer der Vorwürfe gegen die Römische Kirche, daß sie nichts Neues begonnen habe und nur als eine Art Verzögerung oder Bruch in der Entwicklung der Lehre diente. Und das ist ein Einwurf, den ich als Wahrheit akzeptiere, weil ich darin den Hauptgrund für ihre außerordentliche Gabe sehe,"
Genau entlang dieser Linien hat Kardinal Ratzinger in einer Passage von lapidarer Eleganz  den aufgeblähten und korrupten Hyperpapalismus der Postkonziliären Periode kritisiert, mit ihrem ungeordneten, störenden Glauben, daß ein Papst - besonders wenn ein Konzil ihn unterstützt - mit allen Traditionen herumspielen kann. Es ist Ratzinger, der feststellt, daß es die Aufgabe des Papstes ist, Hüter der Tradition zu sein, ihre Integrität und ihre Authentizität zu bewahren. Das ist es, wo die Essenz des Amtes unseres Hl. Vaters liegt....nicht (wie einige sehr törichte und furchtbar laute Menschen fälschlicherweise denken) ein charismatischer Erneuerer zu sein, der Herold eines Gottes der Überraschungen.

Der Himmel möge verhindern, daß irgendein Papst je so tief sinkt, und gegenüber seiner kirchlichen Berufung so taub wird."

Quelle: Liturgicalnotes, Fr. J.Hunwicke


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