Mittwoch, 19. September 2018

Was bedeutet die neue Apostolische Konstitution für die kommenden Synoden?

Steve Skojec kommentiert für OnePeterFive die neue Apostolische Konstitution "Episcopalis communio".
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE NEUE APOSTOLISCHE KONSTITUTION SCHEINT DIE KAPERUNG DES SYNODEN-PROZESSES ZU FORMALISIEREN."
"Während die Augen der meisten Gläubigen, die der Kirche folgen auf den fast dauerhaften Trommelwirbel neuer Informationen über den Klerikalen Mißbrauchsskandel 2.0 gerichtet sind, ist ein neues päsptliches Dokument erschienen und darin- wahrscheinlich- eine Zeitbombe.

Gestern morgen hat Papst Franziskus die Apostolische Konstitution "Episcopalis Communio" promulgiert, deren Ziel die Reform des Synodenprozesses ist. Das Dokument, das bisher nur in italienischer Sprache zur Verfügung steht, sollte bei jedem, der die Synoden 2014 und 2015 verfolgt hat, mit ähnlicher Besorgnis erfüllen.
Aus dem gestrigen Kommentar von Chris Altieri  im Catholic Herald:

- Die Rolle des Generalsekretärs scheint sehr gestärkt und seine Machtbefugnis                      ausgeweitet zu sein- ebenso die des Generalsekretariates. Diese erweiterte Macht betrifft 
  vor allem die Leitung der Synodenvollversammlung, von ihrer frühen Organisation- durch
  die  bis hin zum Entwurf und der Approbation des Schlußdokuments- eigentlich                      alles Sitzungen Teil der Kompetenzen der Synoden-Versammlung. 

  Obwohl die Bischofs-Synode eine beratende Körperschaft bleibt, die neue Regel sieht        eine Art Ersatz der Lehrautorität der Körperschaft durch die des Pontifex vor. Artikel    18 § 2 liest sich so: "Wenn der Römische Pontifex dem Schlußdokument                           ausdrücklich zustimmt, wird es Teil des ordentlichen Lehramtes des Nachfolgers         Petri." 

   Rechtsgelehrte werden über daran herumdeuteln, was für eine Art Ersatz das ist, ebenso 
   wie sie über die Natur und das Ausmaß der Teilnahme diskutieren werden, die ein                 dermaßen approbiertes Dokument an der päpstlichen Lehrautorität haben kann.

Noch einmal, wir werden Zeugen eines Versuchs, den Umfang der P'äpstlichen Autorität gefährlich auszuweiten. Erinnern Sie sich an das Buch, das der Korrepondent des National Catholic Registers Edward Pentin "Das Trimmen einer Vaticanischen Synode" über die Manipulationen geschrieben hat, die hinter den Kulissen bei der Familien-Synode 2014 stattfanden. Diese Manipulation - zielte auf eine Änderung der Katholischen Lehre über die Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene und eine Neuformulierung desStandpunktes der Kirche zu homosexuellem Verhalten ab- durchgeführt unter der Leitung des Generalsekretärs, Kardinal Lorenzo Baldisseri. 

Und die Dinge wurden bei der Synode von 2015 schlimmer. Die mangelnde Transparenz und die Manipulation nahm zwischen der ersten und der zweiten Sitzung signifikant zu. Baldisseri hat später enthüllt, daß die kontroversesten Teile der ersten Synode - die über Homosexualität, außereheliche Kohabitation und die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenene, denen im Oktober 2014 die Zustimmung der Synodenväter verwehrt blieb, von Papst Franziskus persönlich bei der Synode 2015 auf dem Tisch gehalten wurde: 

  "Es war die Entscheidung des Papstes diese Punkte, die die 2/3 Mehrheit nicht erreicht 
  hatten einzufügen." antwortete Kardinal Baldisseri. "Der Papst sagte: " Diese drei
  Punkte haben eine absolute Mehrheit erzielt. Sie sind deshalb nicht mit einem Nein              abgelehnt worden, weil sie mehr als 50% Zustimmung erhielten.Sie sind deshalb Themen,
  die noch entwickelt werden müssen. Wir als Kirche wollen Zustimmung. Diese Texte
  können verändert werden, das ist klar. Wenn es einmal weitere Überlegungen gegeben
  hat, können sie verändert werden." 




Baldisseri hat auch darauf hingewiesen, daß der Papst bei jedem Dokument beteiligt war und jedem Dokument zugestimmt hat- einschließlich der zutiefst umstrittenen Zwischen-Relatio-  bei jedem
Schritt des Synoden-Prozesses:

  "Der Papst hat alle Dokumente gesehen und ihnen zugestimmt. Sogar die Dokumente
  während der außerordentlichen Synode, sowie die Relatio ante Disceptationem, die              Relatio post disceptationem und die Relatio synodi wurden von ihm gesehen, bevor sie
  veröffentlicht wurden. 
  Und er setzte schlau hinzu "Dieser Punkt ist nicht nur wegen seiner Autorität wichtig,
  sondern es erleichtert es auch dem Generalsekretär. "

  Artikel 18- die Überreichung des Schlußdokuments an den Römischen Pontifex
  
  § 1

  Wenn die Mitlgieder ihm zugestimmt haben, wird das Schlussdokument der Versammlung 
  dem Römischen Pontifex präsentiert, der über seine Veröffentlichung entscheidet. 
  Wenn der Römische Pontifex ihm ausdrücklich zustimmt,  wird das Schlußdokument Teil 
  des Ordentlichen Lehramts des Nachfolgers Petri.

§ 2

  Wenn der Römische Ponifex der Synodenversammlung nach Kanon 343 des CIC                  zusätzliche Macht verleiht, wird das Schlussdokument Teil des Ordentlichen Lehramts
  des Nachfolgers Petri-wenn es einmal von ihm ratifiziert und promulgiert ist. 
  In diesem Fallm wird das Schlussdokument mit der Unterschrift des Römischen Pontifex
  zusammen mit den Unterschriften der Synodenmitglieder veröffentlicht. 

Erinnert sich jeder daran, wie Kardinal Burke argumentierte, daß Amoris Laetitia nicht wirklich ein Akt des Lehramtes sei? Und daß es nur "als Reflektion des Hl. Vaters über die Arbeit der letzten beiden Sitzungen der Bischofssynode geschrieben wurde"? 

Diese neue Regel erscheint sofort als Versuch, solche Kritiken zu vermeiden. "Hiermit lege ich fest" schreibt Franziskus" daß das, was in dieser Apostolischen Konstitution angeordnet wird, vom Tag der Veröffentlichung im Osservatore Romano an automatisch voll in Kraft tritt, unabhängig davon ob es noch spezielle Erwähnungen gibt, und wird zudem im offiziellen Register der Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht."

Und weiter: "Ich fordere alle auf, mit ernster Seele und bestehender Bereitschaft die Regeln dieser Apostolischen Konstitution mit der  Hilfe der Hl. Jungfrau Maria, Königin der Apostel und Mutter der Kirche, willkommen zu heißen." 

(Es ist gefährlich für den Papst, die Gläubigen zu ermutigen, die Hilfe der Jungfrau Maria anzurufen, um die Handlungen seines Pontifikates zu beurteilen, weshalb ich das von ganzem Herzen unterstütze).

Was ist dann also das Ergebnis von alle dem?

Wir haben zwei bevorstehende Synoden- eine zu Jugendthemen und eine für die Amazonas-Region. Es wird erwartet, daß in der Zwischenzeit viele kontroverse Themen angegangen werden, namentlich Homosexualität, der klerikale Zölibat und die Einbeziehung von Frauen auf bestimmten Ebenen des Weihesakraments. 

  Marco Tosatti hat heute in seiner Kolumne in LNBQ eine bemerkenswerte Beobachtung        gemacht: "Es scheint klar, daß nach zwei Familiensynoden 2014 und 2015 und nach der      Ankündigung der Amazonas- Synode 2019 diese Art Treffen subtil aber radikal Form und      Zweck geändert wurde. Vor Franziskus hatten die Synoden den Zweck viele Stimmen zu 
  Problemen zu hören, die vorher nicht wahrgenommen worden waren- selbst wenn sie 
  zuweilen ein wenig vereinzelt waren. Aber mit dem Beginn der Familiensynode 2014, die
  von Kardinal Baldisseri organisiert, vorbereitet und geleitet wurde, haben wir gesehen, daß
  diese Mega-Events koordiniert wurden, um einer präzisen Agenda zu folgen- von oben
  geplant und dirigiert. 
  Und -in einer abschließenden Analyse dienen sie nur dazu, den Hintergrund für                    Dokumente zu bilden- Amoris Laetitia ist dafür das erste Beispiel- das zu großen Teilen        schon vorher vorbereitet worden war- und wozu die Beiträge der Synodenväter nur rein 
  kosmetische Zutaten abgegeben haben. Wie können wir uns nicht an das klare
  Geständnis von Erzbischof Forte über ein vertrauliches Gespräch, das er mit dem Papst
  hatte, erinnern? 
  "Wenn wir ausdrücklich über die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen        sprechen"  hat Msgr. Forte erzählt und sich dabei auf einen Scherz des Papstes bezogen-    "machst du dir keine Vorstellungen welchen Tumult wir auslösen. Also sprechen wir nicht      direkt darüber, stellen sicher, daß die Voraussetzungen stimmen und dann werde ich die      Schlüsse ziehen," Nachdem er diese Begegenheit berichtet hatte, scherzte Forte selber-      und sagte:" Typisch für einen Jesuiten" [...]


 "Um auf das Thema der Agenda zurückzukommen, fragt man sich, welche Agenda man der   Jugendsynode zuteilen will. Ist es nach Dublin und in Anwesenheit der Eminenzen und   Exzellenzen, die man leicht in die pro-homosexuelle philosophische Richtung einordnen   kann, nicht riskant, unter die möglichen Ziele einen kleinen oder großen Schritt in Richtung   der "Normalisierung" der Homosexualität und homosexuellen Beziehungen zu machen-stabil und liebevoll-natürlich.
Der Wind aus Santa Marta scheint aus dieser Richtung zu wehen, bei den Tatsachen, nicht  in den Worten. Wir hoffen, daß wir uns irren."

Die Anwesenheit jener "Eminenzen und Exzellenzen" auf die er sich bezieht ist sicher ein Grund zur Sorge.Tosatti zählt sie auf: 
  
  "Man kann also nicht umhin, mit Verblüffung auf die päpstlichen Ernennungen zur             Jugendsynode zu schauen. Die von Kardinal Cupich von Chicago, z.B. ein Mann des           Nominationsnetzes von McCarrick, der erklärt hat, daß der Papst Wichtigeres zu tun             habe. als sich mit den Beschuldigungen von Msgr. Viganò zu beschäftigen, wie z.B.             Umwelt und Migration.
 Oder von Kardinal Joe Tobin, Erzbischof von Newark, Schüler und Erbe McCarricks in der   Diözese. Der ganz einfach zugegeben hat, daß er den Gerüchten und Klagen bzgl. der         Missetaten McCarricks kein Gewicht beigemessen habe, weil sie ihm unglaubwürdig             erschienen. Und dann von Kardinal Marx und Msgr. Paglia......

Es ist fast so, als ob es den Mißbauchsskandal nicht gäbe oder er völlig unwichtig ist.

Wenn sie das glauben, haben sie die Besorgnis und den Ärger vieler Katholiken massiv unterschätzt- 
Sie scheinen aber damit gerechnet zu haben, daß nichts davon wichtig ist. Sie haben Viganòs Beschuldigungen ignoriert (obwohl sie sagen, daß eine Antwort bevorstehe), sie agieren weiterhin straflos trotz der wachsenden Aufmerksamkeit der Medien und Regierungen und sie haben demonstriert, daß es keine Verlangsamung bei der Fahrt von Franziskus´ Pontifikatszug gibt, ganz gleich wie viele brennende Müllcontainer sie auf seiner Fahrt durchqueren müssen. Die Reform-Agenda muß mit halsbrecherischer Geschwindigkeit vorangetrieben werden. 

Es sieht fast so aus, als ob es ihnen egal ist, wieviel Schaden sie an der Katholischen Kirche anrichten. Oder -wenn man es genau betrachtet-, als ob sie das begrüßen würden." 

Quelle: OnePeterFive, S.Skojec 

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