Mittwoch, 7. November 2018

Marco Tosatti berichtet über das Buch "Der Fall Viganò" von Aldo Maria Valli.

Marco Tosatti analysiert und kommentiert für Stilum Curiae das neue Buch von Aldo Maria Valli zur Causa Viganò und zur aktuellen Kirchenkrise- mit dem Titel "Der Fall Viganò".
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE CAUSA VIGANÒ. DAS BUCH VON ALDO MARIA VALLI ÜBER DEN GRÖSSTEN SKANDAL DER KIRCHE VON PAPST FRANZISKUS."

"Liebe Freunde von Stilum Curiae, heute schlagen wir Ihnen ein Buch vor, das der Kollege Aldo Maria Valli für "Fede e Cultura" geschrieben hat und das Sie unter diesen einleitenden Worten finden können:

"Es war der 26. August 2018 als in den Medien die Enthüllungen des Erzbischofs und Ex-Nuntius in den USA, Carlo Maria Viganò , erschien: seit 5 Jahren wußte Papst Franziskus, daß Kardinal Theodore McCarrick Sexualvergehen an Seminaristen und Untergebenen begangen hatte und daß es gegen ihn Sanktionen von Benedikt XVI gab.
Eine Schockbotschaft, der das Verdienst zukommt, bei den schwerwiegenden Fällen, die vor kurzem ans Licht gekommen sind, die Rolle der kirchlichen Autoritäten, die die Sexualstraftaten von Priestern vertuscht und geschützt haben, herausgestellt und den Papst direkt angeklagt zu haben. 
Zu den Journalisten, denen Viganò sein Memorandum anvertraute, gehört Aldo Maria Valli, der in diesem Buch die Tage nachzeichnet, in denen er mit dem Msgr. in Kontakt war, das Gefühl von Zerissenheit zwischen der Liebe zur Kirche und dem Verlangen, das Einfache nicht zu verfälschen und die Wahrheit herauszurbeiten. Vor dem Hintergrund eines Pontifikates, das -obwohl es von den großen Medien gepriesen wird, bei vielen wachsende Besorgnis hervorruft."

Es ist die Geschichte, wie Aldo Maria Vallini sie seit der Veröffentlichung des Textes des Zeugnisses von Erzbischof Viganò erlebt hat, über die wir lange gesprochen haben. Und das - angesichts des starrköpfigen Schweigens des Pontifex´ und anderer direkt betroffener Personen-schwer auf der Glaubwürdigkeit dieses Pontifikates lastet und auf dem wirklichen Willen, die Unsitte in der Kirche und ihre sexuellen Implikationen, also den Mißbrauch und das Klima von Komplizenschaft und Vertuschung,  anzugehen, die ihn ermöglichen und fördern.



Wie Sie sicher wissen, ist das nicht das einzige Buch, das sich in diesen Tagen mit dieser Argumentation beschäftigt. Wir ziehen es aber vor, im Moment nur über diesen Text zu sprechen,

Warum? 

Sehen Sie- weil wir Vertrauen zu den Menschen haben, die persönlich den Preis für das bezahlen, an das sie glauben. Und Aldo Maria Vallini ist einer von ihnen. Vaticanist von TG1, zur Zeit in einer langen Rekonvaleszenz-Auszeit, dessen Zukunftsaussichten alles andere sind als klar.

Wie er in der Einführung schreibt: "Der Preis, der zu zahlen ist, ist in jedem Sinne hoch, Unter dem professionellen Profil konnte ich ruhig bleiben, ohne mich zu exponieren. Ich konnte mich weiterhin der Privilegien einer Spitzenposition erfreuen, für die mich viele beneideten. Statt dessen habe ich alles zur Diskussion gestellt. Menschlich gesprochen hatte ich viel zu verlieren und nichts zu gewinnen. Warum habe ich es dann gemacht?
Das frage ich mich und es vergeht kein Tag, an dem ich mich das nicht von Neuem frage. 
Am Ende glaube ich es so sagen zu können: "das Urteil, das meinem Herzen bevorsteht, ist das Urteil Gottes- nicht das der Menschen. Und wenn der gute Gott mich vor das Gericht ruft, möchte ich ihm sagen können, daß ich alles mir Mögliche getan habe, um den Glauben und das Wohl der Kirche zu retten. Am Ende ist die einzige Frage, die zählt, immer die selbe: "Aber wenn der Menschensohn kommt, wird er noch Glauben auf der Erde finden?" (Lk 18,8)



Dann gibt es noch andere Personen, die Positionen, Auswahl und nicht nachvollziehbare -oder schlicht widersprüchliche oder direkt verlogene Entscheidungen verteidigen ; oder die versuchen mit verbalen Tricks einen verzerrten, verfälschten Eindruck der Realität zu vermitteln, Szenarien, Verschwörungen und Verrauchtes zu erfinden, um diejenigen zu beeinflussen, die möglicherweise nicht alle Werkzeuge zur Beurteilung haben. Glauben Sie, daß diese Menschen, wenn sie ihre eigene Bequemlichkeit haben, die finanziell, beruflich und prestigeträchtig  sind und direkt und indirekt von der Kirche kommen, mehr oder weniger glaubwürdig sind als jemand, der für seine Ideen bezahlt? Wenn sollte man glauben? Andererseits hat der Papst uns heute gesagt: "Der Teufel kommt aus den Taschen. Zuerst kommt die Liebe zum Geld, das Streben nach Besitz, dann die Eitelkeit und schließlich der Stolz. Das ist die Art und Weise wie der Teufel in uns handelt." 
Das alles, um zu sagen, daß wir die intellektuelle Ehrlichkeit von Aldi Maria Valli schätzen und ihm vertrauen.

Das Buch ist hochinteressant und gut dokumentiert, wie es von jemandem zu erwarten war, der dieses  unruhige und dramatische Ereignis persönlich miterlebt hat. Aber besonders berührt hat uns die Einleitung, weil viele seiner Überlegungen bei dem, der hier schreibt, ähnliche Saiten zum Klingen gebracht hat- um mit der ersten zu beginnen: "Es ist nicht leicht zu erklären, warum ich diesen Kampf um die Wahrheit führe.... Warum habe ich zugestimmt, das Memorandum von Msgr, Varlo Maria Viganò zu veröffentlichen? Weil ich an das geglaubt habe, was der Ex-Nuntius in den USA mit gesagt hat? Weil ich es für nötig hielt, mich mit Viganò zu einem Werk der Anklage zu vereinen, das sicher- wie mir von Anfang an sehr wohl klar war- soll ich mir selbst solche Schwierigkeiten auf allen Ebenen bereitet haben? "

Für Valli kann die Antwort auf diese Fragen nur von der Person von Papst Franziskus ausgehen- "und von einigen Überzeugungen, die ganz langsam während dieses Pontifikates in mir gereift sind."

Das ist offensichtlich- und wird von mir geteilt- eine Enttäuschung in Bezug auf die Erwartungen, die aus seiner Wahl ergeben, die Instrument einer tiefgreifenden Reinigung und Erneuerung zu sein schien. "Aus Sicht dieses Bildes war die Operation erfolgreich, weil Franziskus sich der Szene mit einem neuen Stil aufzwang, der von der vorherrschenden Kultur sehr geschätzt wird. Dafür wurde jedoch ein hoher Preis gezahlt: Oberflächlichkeit und Demagogie bei der Analyse von Problemen und Phänomenen (Migration, Ökologie, Globalisierung, Islam), Mehrdeutigkeit bei der Lehre (Amoris Laetitia) ungerechtfertige Zugeständnisse an den Lutheranismus, Abwertung des päsptlichen Lehramts- oft reduziert durch generische Rede (Interviews mit Sscalfari u.a., Pressekonferenzen in Flufzeugen) oder-schlimmer- einer dummen Bewertung und unangemesssenem Verlangen, der Welt zu gefallen. Als Folge wachsen Verwirrung und Unruhe bei vielen Gläubigen. Was die Reform der Kurie angeht, die als Kernpunkt des Pontifikates angekündigt wurde, mit viel "Fleisch im Feuer" aber wenigen Ergebnissen und viel Verwirrung."

Und auch die Betonung der Barmherzigkeit ist- laut Valli und nicht nur ihm- inzwischen abgeschwächt und entwertet: "Franziskus hat die göttliche Barmherzigkeit zu sehr banalisiert und sie aus der Dimension des Gerichts herausgenommen und in "Miseriscordismus"  verwandelt. Der Gott der Christen - das ist wahr- ist ein Vater, der annimmt und nicht müde wird, zu vergeben, aber seitens der Kinder gibt es ein Gewissen, das zur Umkehr führt. Aus dem allgemeinen Predigen von Franziskus kann man fast schließen, daß Gott die Pflicht habe, zu verzeihen, angesichts eines vom Geschöpf verlangten Anrechts auf Vergebung. Deshalb gefällt Franziskus den Laizisten und den Gläubigen, die sich in der Formel "Gott ja- Kirche nein" wiedererkennen, so gut: er bestätigt so ihre Entscheidung, zu tun, was sie wollen und legt ihnen das edle Prinzip "dem Gewissen zu folgen" vor. 
Aber das Gewissen - wie Kardinal Newman lehrt und woran Benedikt XVI erinnert- führt von sich aus nicht zum Guten. Es ist nötig, das dem Gewissen von Gott befohlen wird."

Jenseits der Absichten- wie Valli schreibt und wie Sie in diesen Jahren in diesen Seiten so oft gelesen haben- hat diese Einstellung des Pontifex´ viele tief verunsichert und beunruhigt, die sich in ihrem Glauben nicht bestätigt fühlten und in diesem ganzen Handeln ein gefährliches und trauriges Nachgeben gesehen haben.

Fortsetzung folgt.....

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti 

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