Dienstag, 26. Februar 2019

Magister : Nach dem Gipfel kündigt Pater Lombardi konkrete Schritte an

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo abschließend des zu Ende gegangene Gipfeltreffen in Rom und sieht - besonders wegen der causa Zanchetta- die Glaubwürdigkeit des Pontifex beschädigt.
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"SEXUELLER MISSBRAUCH WEGEN ZU VIEL MACHT, SAGT FRANZISKUS. ABER INZWISCHEN VERLIERT ER MACHT UND GLAUBWÜRDIGKEIT."
"Nach dem Gipfeltreffen vom 21.-24. Februar von Papst Franziskus mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der ganzen Welt zum Schutz Minderjähriger vor sexuellem Mißbrauch, das gerade zuende gegangen war, hat der Moderator des Treffens Pater Federico Lombardi angekündigt, daß "bald konkrete Initiativen folgen würden."

Speziell folgende vier:

1. "Ein neues motu proprio des Papstes zum Schutz Minderjähriger und verletzlicher Personen, um die Prävention und den Kampf der Römischen Kurie und des Vaticans gegen Mißbrauch zu stärken.
Dieses Dokument wird ein neues Gesetz des Vatican-Staates und Richtlinien für das Vikariat des Vatican-Staates zum selben Thema begleiten. "

2. "Die Glaubenskongregation wird ein Vademecum veröffentlichen, das den Bischöfen der Welt helfen wird, ihre Pflichten und Aufgaben klar zu verstehen. "

3. "Zusätzlich hat der Papst in Geist der Kommunion mit der Universalen Kirche die Absicht ausgedrückt, Task-forces aus kompetenten Personen zu gründen, die den Bischofskonferenzen und Diözesen, die Probleme mit der Handhabung der Probleme haben, helfen und Initiativen zum Schutz Minderjähriger starten."

4. "Montag, den 25. Februar wird sich das Organisationskomitée mit den Vorsitzenden der Römischen Kurie treffen, die an diesem Meeting teilnehmen, um die notwendige Folgearbeit zu den Vorschlägen und Ideen, über die in diesen Tagen entschieden wurde, nach den Wünschen des Hl. Vaters sicher zu stellen. "

So spricht Pater Lombardi. Aber zu einer Gesamtwürdigung des Gipfels muß man die Rede, die Papst Franziskus am Ende der Arbeiten hielt, bedenken.
Es ist eine ungewöhnliche Rede, was die gewaltige Dosis Statistik angeht, die den ersten Teil und die Fußnoten aufgreift, um die universale Dimension des sexuellen Mißbrauchs an Minderjährigen in allen seinen Formen und allen Zusammenhängen hervorzuheben.

Was in der katholischen Kirche passiert- betont der Papst- ist Teil dieses Phänomens von großen und vielfältiger Dimensionen, mit eigener besonderer Schwere, weil es von geweihten Dienern begangen wird, die das Gegenteil von dem tun, was sie tun sollten.

Aber indem er an die Wurzel des Phänomens geht, verallgemeinert Franziskus wieder auf seine eigene Weise. Sexueller Mißbrauch Minderjähriger -sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche ist "immer das Ergebnis von  Machtmißbrauch" Und das trifft zu auf die anderen Formen von Mißbrauch, die 85.000 von allen vergessenen Kindern betreffen- Kindersoldaten.- Kinderprostitution, hungernde Kinder, gekidnappte Kinder- oft Opfer des schrecklichen  Organhandels oder versklavt, Kinder, die Kriegsopfer sind, Flüchtlingskinder, abgetriebene Kinder und so viele andere."

Ein Machtmißbrauch, der für Franziskus - woran er auch in seiner Rede erinnert-in der Kirche ein Synonym für "Klerikalismus" ist.





Der Verlauf des Gipfeltreffen ist von Settimo Cielo in zwei posts bewertet worden
Der Fall des argentinischen Bischofs Gustavo Oscar Zanchetta, der Jorge Mario Bergoglio sehr nahe stand und von ihm immer beschützt und gefördert und am Ende zum Assessor der APSA befördert wurde-trotz der anhängigen Beschuldigung wegen sexuellen Fehlverhaltens durch kompetente Kirchenautoritäten in Argentinien und Rom -beginnend 2015- wozu bei der abschließenden Pressekonferenz Fragen gestellt wurden- die Antwort darauf war "Dazu gibt es laufende Untersuchungen"

Man muß jedoch feststellen, daß der Fall Zanchetta - auf gleicher Ebene wie der Fall des früheren Kardinals Theodore McCarrick- gegen die Person von Papst Franziskus ins Gewicht fällt, der nie auf die Vorwürfe geantwortet hat , daß er beide unterstützt und gefördert habe, trotz der Tatsache, daß er von ihrem verwerflichen Verhalten wußte

Und das trübt Franziskus´ Glaubwürdigkeit beim Kampf gegen die Seuche der sexuellen Mißbrauchs und wenn er von den Bischöfen Verantwortlichkeit verlangt, die Bereitschaft für die eigenen Taten Rechenschaft abzulegen, von der er sich dann selbst ausnimmt.

In den USA ist eine "lahme Ente" ein Präsident, der noch im Amt ist, obwohl seine Macht geschwunden ist.
Das ist das Risiko, das sich jetzt über Papst Franziskus abzuzeichnen scheint."

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister


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