Samstag, 16. Februar 2019

Müller im "Spiegel" über Kaspers Luther-Vergleich: "Der größte ökumenische Witz des Jahrhunderts"

Maike Hickson hat in LifeSiteNews Ausschnitte aus dem Spiegel-Interview mit Kardinal Müller über sein Glaubens-Manifest und den harschen Kommentar von Kardinal Kasper veröffentlicht.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DER FRÜHERE DOKTRIN-CHEF DES VATICANS: PAPST FRANZISKUS IST VON LEUTEN UMGEBEN, DIE DIE THEOLOGIE NICHT KENNEN."

In einem neuen Interview mit dem deutschen Magazin "Der Spiegel" stellte Kardinal Gerhard Müller fest, daß Papst Franziskus zuläßt, von Ratgebern abhängig zu sein die "Grundmotive haben"  Er sagte auch, daß als er die Glaubenskongregation leitete, er eine statistisch perfekte Übersicht über die klerikalen Mißbrauchsfälle hatte und wies darauf hin, daß weit mehr als "80% der Opfer sexuellen Mißbrauchs unter 18 Jahren junge Männer in der Pubertät oder Post-Pubertät waren". Außerdem antwortete Kardinal Müller auf die kürzliche harsche Kritik von Kardinal Walter Kasper an seinem Glaubens-Manifest und nannte die Kritik eine "Auftragsarbeit"

In seinem Gespräch mit Walter Mayr vom Spiegel (Ausgabe vom 16. Februar) kritisiert KArdinal Müller Papst Franziskus, sein Pontifikat und besonders seine Führung und seine Personalpolitik.
Als Mayr zu Müller sagte "Sie kritisieren nicht nur die päpstliche Lehre sondern auch die Führung des Vaticans"  und fragte: "was geht da schief?" antwortete Kardinal Müller "z.b. die willkürliche Behandlung des Personals. Es gibt keinen Kündigungsschutz, keinen Betriebsrat. Man kann dort ohne Begründung entlassen werden- so wie es drei meiner Mitarbeiter [bei der Glaubenskongregation] erging, Ich habe dem Papst auch gesagt, daß ich das unmöglich finde."

In weiteren Kommentaren zum Papst fügte Müller hinzu: "Unglücklicherweise ist von LEuten umgeben, die wenig von Theologie und der Soziallehre der Kirche verstehen, die aber die jahrhundertealte Höflingsmentalität nicht aufgeben wollen."

Und indem er diese Höflinge weiter kommentiert, die er Kurtisanen nennt, fügte der deutsche Kardinal hinzu, daß sie "jedes Wort (des Papstes), jeden beiläufig gemachten Kommentar-selbst wenn er in einem Interview geäußert wird- als sakrosankt nehmen. Als ob Gott selbst gesprochen hätte."
Hier macht Kardinal Müller klar, daß das , was der Papst als Privatperson sagt, nicht das Geringste mit Unfehlbarkeit in Glaubensfragen zu tun hat. "
Jeder, der etwas, was der Papst getan oder gesagt hat, in Frage stellt, wird von den Höflingen beschuldigt "sich gegen den Papst zu verschwören". Müller fügte hinzu, daß selbst Personen, die für die Kirche Größtes geleistet haben, nicht von solchen Beschuldigungen ausgenommen werden. "So polarisiert man, anstatt zur Einheit in der Wahrheit beizutragen, " sagte er.

Der deutsche Prälat machte klar, daß wenn Papst Franziskus über "dieses oder jenes Ereignis in der Welt spricht, das den selben Wert hat, wie das Urteil irgendeines Bürgers, der seine Meinung ausdrückt." "In weltlichen Dingen" setzte er hinzu " wäre Zurückhaltung wünschenswert."
Die Autorität der Kirche wird dort benötigt, "wo es um die moralische Dimension von Politik, Wirtschaft und Umweltfragen geht."



Gefragt, watum er 2017 als Präfekt der Glaubenskongregation entlassen wurde, antwortete Kardinal Müller, daß es in den Kreisen um den Papst Leute gibt, "u.a. einige argentinische Ratgeber" "Die seit einiger Zeit Ressentiments gegen die Glaubenskongregation und gegen mich als Präfekten vorgebracht haben. Immerhin wußte man, wofür ich stand und daß Papst Benedikt XVI mich ernannte."

Hierbei bezieht sich Kardinal Müller wahrscheinlich auf Erzbischof Manuel Fernandez, der bereits 2015 Kardinal Müller öffentlich kritisierte (hier)

"Jemand war offensichtlich mit meinem Standpunkt.nicht einverstanden, das soll heißen, wir sollen uns nicht selber in Gegensatz zur Heiligen Schrift bringen und zu essentiellen Äußerungen der Kirchentradition, sondern ihnen lieber dienen."
Gefragt ob der Papst ein Häretiker ist, antwortete der Kardinal "Nein. Dieser Papst ist orthodox." "Aber - setzte er hinzu, "es ist seine Ausgabe, die Kirche in der Wahrheit zu einen und es wäre gefährlich, wenn er der Versuchung nachgeben würde, mit dieser Gruppe, die ihren Progressismus gegen den Rest der Kirche rühmt, zu spielen."

"Indem er weiterhin Papst Franziskus´ Regierungsstil kritisiert, stellte Müller auch fest, daß "es nicht sein kann, daß die Universale Kirche nach den Regeln des Jesuiten-Ordens geleitet wird. Daß der Papst- in diesem Fall Papst Franziskus - für die Kirche nicht das ist, was der Generalobere für seine Provinzials oder individuelle Priester ist."
Indem er seinen Gedanken genauer erklärt, sagte der Kardinal, daß jeder von seinen eigenen Erfahrungen geformt wird, daß eine solche Erfahrung aber ein bißchen einseitig sein kann."
Um dieser Einseitigkeit zu begegnen, fügte er hinzu, würde man mehrere Berater brauchen, z.B. aus dem Kardinalskollegium und von den Theologen und Bischöfen der Welt:"

Gefragt, ob Papst Franziskus sich selbst von seinen Beratern zu abhängig gemacht habe, antwortete Kardinal Müller:"Er macht sich selbst von Zuträgern abhängig und von ihren häufigen "Grundmotiven" , wenn er es zuläßt, in Personalentscheidungen über Angestellte verwickelt zu werden, die er nicht alle persönlich kennen kann. Jene drei aus meiner Kongregation - die sehr kompeten waren - besonders in Fragen des sexuellen Mißbrauchs- wurde gefeuert, ohne daß ein Wort mit ihnen gesprochen wurde." Er fragte: "Was macht das mit jungen Leuten, die keinen Fehler gemacht haben und die immer der Kirche und dem Papst loyal gedient haben?"

Über sein kürzliches Glaubens-Manifest befragt, ob das nicht eine "späte Rache "am Papst sei, antwortete Kardinal Müller: "Wahre Katholiken wünschen sich ein erfolgreiches Pontifikat, auch von Papst Franziskus, und sie unterstützen ihn in jeder Hinsicht. Dabei muß man persönliche Angelegenheiten beiseite lassen."

Als er über das am 21. -24. Februar bevorstehende  Gipfeltreffen zum Sexuellen Mißbrauch sprach, hat Kardinal Müller noch einmal auf den homosexuellen Faktor in der sexuellen-Mißbrauchskrise hingewiesen, der-wie er sagte- ignoriert wird.

"In der Glaubenskongregation hatten wir einen statistisch perfekten Überblick. Weit mehr als 80% der Opfer des sexuellen Mißbrauchs unter 18 Jahren, waren junge Männer in der Pubertät oder der Post-Pubertät. Aber beim am Donnerstag beginnenden Mißbrauchsgipfel werden diese Daten keine Rolle spielen, was unvernünftig ist, " sagte er. Er machte noch einmal klar, daß ein Priester, "der sich selbst nicht kontrollieren kann, nicht zum Priestertum taugt."

Für Kardinal Müller ist die Kritik von Kardinal Kasper an seinem Glaubens-Manifest und sein Vergleich von Müller mit Martin Luther- über den LifeSiteNews berichtete- eine "Auftragsarbeit", in der klerikale Machtpolitik über Theologie siegt."

Kasper nennt die Grundlagen des Katholischen Glaubens, die im Katechismus unserer Kirche durch Papst Johannes Paul II präsentiert wurden, "Halbwahrheiten"; dadurch stellt er (Kasper) uns ein Rätsel, das er allein lösen kann, vielleicht weil er seine Deutungshoheit bzgl, Papst Franziskus in Frage gestellt sah- nach dem Motto: "Das ist mein Papst".
Und in einem weiteren Kommentar zu seinem eigenen Glaubens-Manifest machte Müller klar, daß "mein Text fast ausschließlich aus Zitaten aus dem Glaubensbekenntnis, der Hl. Schrift und dem Katholischen Katechismus besteht."

Kasper "beschuldigt mich, daß ich den Antichrist mit dem Papst identifiziere, Mir das zuzuschrieben, zeigt nur, daß er mein Glaubens-Manifest mit der falschen Brille gelesen hat."
Müller nennt Kaspers Behauptung "den größten ökumenischen Witz des Jahrhunderts. " Müller fährt fort, daß er mit Luther in einem Punkt übereinstimmt- nämlich, daß "die Wahrheit der Evangelien im Prinzip und auch heute in der Kirche Priorität über Macht und Politik haben sollte."

Quelle: LifeSiteNews, M. Hickson

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