Donnerstag, 29. August 2019

Das sommerliche Reinemachen in der Kurie geht weiter.....

Marco Tosatti läßt aber auch nicht locker- und beschreibt heute bei Stilum Curiae weitere Säuberungen im Inneren der Kurie & der Apostolischen Signatur.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"AUS KLEINEN SÄUBERUNGEN WERDEN GROSSE...DAS REGIME SCHLÄGT IM SOMMER ZU."

Gian Paolo Montini, Rechtsberater der Apostolischen Signatur , Gastdozent an der Gregorianischen Universität für Kanonisches Recht wir in den kommenden Tagen- im Alter von 64 Jahren- aus seiner Stellung entlassen, ohne ein neues Amt zugewiesen bekommen zu haben. Er wird einfach nur "zur Verfügung stehen" : eine überraschende Entscheidung -ist das Geringste zu sagen- angesichts seines Alters, seiner beruflichen Qualifikation und seiner persönlichen Kompetenz. 
Man muß sagen, daß sich Msgr. Gian Paolo Montini - höflich aber klar- in verschiedenen Artikeln geäußert und die von Msgr. Pio Vito Pinto erdachte Reform des kirchlichen Tribunals, dem Dekan der Römischen Rota, kritisiert hat, der dem regierenden Pontifex sehr ergeben ist- und mehr als das. 
Pinto, Dekan der römischen Rota, ist dem Herzen des Pontifex so nahe, daß er mit 78 Jahren noch im Amt ist (die Altersgrenze liegt bei 75) und sogar sagt, daß er "bis zum Tod Dekan sein wird." 
Wer diese Welt kennt, wird sagen, daß die Entscheidung für die Signatur - deren Flügel bereits mehr als einmal durch autokratische Entscheidungen gekappt worden sind- eines Richters mit dem technischen Profil eines Gian Paolo Montini  zu berauben, eine Verarmung bedeutet. Aber gibt es im aktuellen Regime irgendwen, dem dieses Argument wichtig ist? Es sieht nicht so aus. 

Allein dieser Schritt- auch er offensichtlich ohne vorher die Bischöfe der Diözese, zu der Msgr. Montini gehört, zu konsultieren oder zu informieren,wie es guter Brauch ist- wenn vielleicht auch nur bei guter Erziehung, -wenn er wie wir denken so bestätigt wird- stellt die letzte Episode einer Serie von Maßnahmen dar, mit denen die Gruppe, die an der Macht ist, sogar die mittleren und unteren Ebenen der Maschinerie übernehmen will, indem sie Leute eliminiert, die offensichtlich nicht ausreichend eine blinde, sofortige und absolute Loyalität garantieren, auch wenn sie sich dem aktuellen Regime nicht widersetzen.




Der interessanteste Schritt fand im Juli statt und betrifft einen der delikatesten, geheimsten und empfindlichsten Punkte für den Hl. Stuhl. Und das ist die Wirtschaftsabteilung des Staatssekretariates, der Tresor des Papstes, sogar reicher- nachdem was gute Quellen sagen- als das IOR -aber ohne jede externe (oder sogar interne...) Kontrolle.
Kardinal George Pell, der vom Papst beauftragt wurde, niemandem ins Gesicht zu sehen und alles was Geld und Finanzen war, unter einen Hut zu bringen- hat versucht seine Nase und Hände dort hineinzustecken- mit dem Ergebnis, das wir kennen.
Msgr. Alberto Perlasca, ein sehr ernsthafter, umständlicher und förmlicher Prälat aus Como, der für dieses Amt verantwortlich ist, ist als Rechtsberater in die Signatur geschickt worden.
Ein litauischer Msgr. wurde dazu ernannt,in den kommenden Monaten an seiner Stelle zu  dienen.
Perlasca wurde ohne Ernennung zum Bischof versetzt, was nicht wie eine Beförderung klingt.
Vielleicht hat der sehr ernsthafte Prälat aus Como angesichts lässiger aber legitimer Forderungen von Oben ein bißchen zu oft widersprochen? In jener Welt lebt man von Geflüster- und selbst das ist gefährlich.

Dann gab es noch die Versetzung eines anderen "eckigen" Charakters- die von Carlo Maria Polvani, der seit 2007 das UID, das Informations-und Dokumentationsbüro des Staatssekretariates leitete, jener Struktur, die in ständigem Kontakt mit der Kommunikations-Abteilung und so allen Medien des Hl. Stuhls steht, besonders mit dem Pressebüro. Polvani ist der Neffe des früheren Apostolischen  Nuntius in den USA- Carlo Maria Viganò. Es scheint aber- so weit wir wissen- daß die Beziehung zwischen Onkel und Neffe nicht besonders gut sind- wir würden sogar das Gegenteil sagen.
Und das seit langer Zeit. Es sollte sich also nicht um eine Art von Vendetta handeln.
Wir würde eher vermuten, daß Polvanis Versetzung auf internen Motiven beruht. Der Msgr. wurde plötzlich in den Päpstlichen Kulturrat -auf den Posten eines stellvertretenden Untersekretärs berufen
- und verließ den diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls. Auch für ihn gab es keine Bischofsernennung, um ihm diesen Schritt, der kaum als Beförderung durchgeht, zu versüßen.

Schließlich gab es neben Perlasca und Polvani eine weitere mysteriöse Veränderung: der Leiter der Rechtsabteilung des Staatssekretariats, Monsignore Sergio Aumenta, mußte seine Position in der Kurie aufgeben und wurde in seine Diözese Asti versetzt. Auch in diesem Fall ist nicht bekannt, warum der Prälat, der auch Kommandeur des Ordens der Italienischen Republik ist, das plötzliche Ende seines Wege im Schatten der Mauern erlebt hat....Man wird sehen müssen, wer sein Nachfolger wird, um dieses Fadengewirr von Macht und Kräften zu entwirrt zu sehen."

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti 



 

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