Mittwoch, 23. Oktober 2019

Kardinal Müller zur Amazonas-Synode

Dr.Maike Hickson berichtet für LifeSiteNews über Kardinal G. Müllers Kommentar zu den heidnischen Ritualen am Rande der Amazonas-Synode.
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KARDINAL MÜLLER WARNT VOR DEM AUFSTIEG DES "ALTEN HEIDENTUMS" WÄHREND DER AMAZONAS-SYNODE
Kardinal Gerhard Müller, der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation hat seine Zustimmung zu einer scharfen Kritik der Amazonas-Synode und ihres Arbeitsdokuments erklärt, die letzte Woche von Professor Douglas Farrow in "First Things" veröffentlicht wurde. Während der Kardinal Farrows Artikel als "sehr passend" lobte, beklagte er, daß die Führer der Kirche nicht zu bemerken scheinen, daß derzeit die Grenzen zum "alten Heidentum" von "Götzendienst und Aberglauben" überschritten werden.

Die Kommentare des Kardinals kamen, nachdem Papst Franziskus zusammen mit indigenen Führern und anderen hochrangigen Prälaten an einer Baumpflanzungszeremonie im Vatikan teilgenommen hatte, an der sich Menschen vor zwei Statuen nackter schwangerer Frauen (Pachamama-Idolen)
niederwarfen. Eine Zeremonie, die manche als "heidnisches Fruchtbarkeitsritual" bezeichnen.


In seiner Kritik vom 17. Oktober mit dem Titel Die Amazonas-Synode ist ein Zeichen der Zeit schrieb Farrow, daß in unserer Zeit „selbst der Glaube der katholischen Kirche in den Feuchtgebieten unserer eigenen verwirrten und verfallenden Kulturen zu verschwinden droht. Unsere Zeiten sind Zeiten, in denen Öko-Theologie im Amazonas-Becken und sexuelle Theologien in den Eingeweiden Europas das Evangelium Jesu Christi mit einem 'liberationistischen' Schwung in den Ausguss von Leonardo Boff spülen können. “

Die wirkliche Gefahr unserer Zeit, fügte er hinzu, sei "der große Abfall vom Glauben, der sich seit mehreren Jahrhunderten in der Entstehung befindet" und eine Vereinigung von Menschen hervorbringt, die "so mächtig" sind, daß sie "Päpste wählen" und im Namen der Kirche selbst
 "schmutzige Geschäfte" machen können. “Hier erklärt Farrow, daß es bei der Amazonas-Synode nicht um eine Begegnung mit Jesus Christus gehe, sondern mit sich selbst und mit dem eigenen Land."





Nach längeren Passagen, in denen Farrow mit vielen Aspekten von Kardinal Müllers eigener Kritik am Arbeitsdokument der Amazonas-Synode einverstanden ist (siehe hier, hier und hier), räumt der Autor ein, noch weiter zu gehen als die gelehrte und höfliche eigene Kritik des Kardinals.

Farrow schreibt: „Der Kairos, die Kultur der Begegnung, die in der Pan-Amazonas-Synode gelobt wird, ist ein bergoglianischer  Kairos und eine Bergoglianische Kultur.  Die Kirche, die dazu berufen ist, immer synodaler zu werden, Fleisch zu werden und in bestehenden Kulturen inkarniert zu werden, ist eine bergoglianische  Kirche. Und diese Kirche ist nicht die katholische Kirche. Es ist eine falsche Kirche. Es ist eine sich selbst vergötternde Kirche. Es ist eine antichristische Kirche, ein Ersatz für das Fleisch gewordene Wort, zu dem die katholische Kirche tatsächlich gehört und die- wie Kardinal Müller betont- immer Zeugnis geben muss, wenn sie Kirche sein.will."

Kardinal Müller sagte gegenüber LifeSiteNews, daß der Kommentar von Farrow "sehr passend" sei.

Der deutsche Kardinal kommentierte weiter, daß es den heutigen Kirchenführern anscheinend nicht gelungen ist, ihre Teilnahme am „Heidentum“  wahrzunehmen.
"Was für ein Zustand, daß nicht einmal die Bischöfe bemerken, wann die Grenze zum alten Heidentum überschritten wurde", kommentierte er.

Kardinal Müller verglich diese Zeit mit der Entstehung christlich-gnostischer Häresien im 3.Jahrhundert und wies auf den heiligen Irenäus von Lyon hin, der diese Häresien bekämpfte und nicht zögerte, die Päpste seiner Zeit zu korrigieren.

In Anbetracht des Heidentums und des Gnostizismus, die in diesen Zeiten in die katholische Kirche zurückkehrten, erklärte der Kardinal, daß die Katholiken nur Gott allein bedingungslosen Gehorsam schulden und daß daher die Kritik eines regierenden Papstes zuweilen ein Akt der Nächstenliebe gegenüber einem kirchlichen Vorgesetzten ist.

Im Licht der Zurschaustellung  heidnischer Symbole (z. B. Pachamamas) in Rom in diesen Tagen sagt der Prälat: „Die klare Unterscheidung zwischen dem Glauben an Gott und dem Heidentum beim
Hl. Paulus darf nicht umgangen werden: Weil die Menschen die Herrlichkeit des unsterblichen Gottes ausgetauscht haben,...haben sie  die Wahrheit über Gott gegen eine Lüge ausgetauscht  und beteten die Kreatur an und dienten ihr und nicht dem Schöpfer. (Röm. 1, 23 f.) “

Hier warnt der deutsche Prälat vor Götzendienst und Aberglauben, der eine Sünde gegen Gott ist, weil er den Schöpfer mit seiner Schöpfung verwechselt. Müller erklärt: „Die Anbetung Gottes ist die wahre Theologie der Befreiung von Angst, Schrecken und Unsicherheit, die uns aus der materiellen Welt und unseren Mitmenschen widerfahren. Und nur mit Hilfe des Evangeliums und der Gnade Christi kann eine Kultur ihren positiven Einfluss entfalten und von der Macht des Bösen befreit werden. “

"Er erklärte, daß Gottes Offenbarung keine" Wiedergutmachung "benötige, und fügte hinzu, daß eine solche" die schlimmste Umweltverschmutzung wäre, die unseren Planeten unbewohnbar machen würde ".

Kardinal Müller schloss mit den durchdringenden Worten: "Wenn das inkarnierte Wort,  das bei Gott
war und das Gott ist,  nicht mehr unter uns und in uns wohnen würde, wo würde noch Platz für uns sein?"

                                                            *   *   *   *

Hier die Worte des Kardinals ungekürzt:

Ein sehr passender Artikel. Hier [in Rom] hört man nichts. Nichts wird veröffentlicht- außer daß ein immenser Druck auf diejenigen ausgeübt wird, die orthodox und katholisch denken. Was für ein Zustand, wenn nicht einmal die Bischöfe bemerken, wenn die Grenze zum alten Heidentum überschritten wurde. Hier sind die wahren „Konservativen“ oder „Erzreaktionäre“, wenn man diese Begriffe im eigentlichen Sinne von Christus interpretiert, der die frische Neuheit Gottes ist, die nicht übertroffen werden kann.

Zum Beispiel ließen sich vor und während der Zeit des hl. Irenäus von Lyon, der uns seine fünf Bücher „Wider die Häresien"  überliefert hat, die heute wieder von hoher Relevanz sind, der sog. Gnosis, von der einige sich zu Unrecht erlauben, gefesselt zu sei.
 Einige, die es eingestanden haben, haben sich geirrt und sind vom Weg des Glaubens abgewichen “(1 Tim 6:21). Irenäus hatte zuvor einige Zeit in Rom verbracht und dort gegen die christlich-gnostischen Häresien gekämpft. Im 2. Jahrhundert war er der wichtigste Verteidiger des römischen Primats, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sowohl Papst Eleutherius als auch Papst Victor I. persönlich aufzufordern, klügere und gerechtere Herangehensweisen zu wählen.

Der Mensch ist nur verpflichtet, Gott innerlich und äußerlich zu gehorchen, während der Gehorsam gegenüber kirchlichen und bürgerlichen Vorgesetzten lediglich von ihrer eigenen Autorität für die Gemeinschaft abhängig ist, die sie leiten und für die sie vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden .
Deshalb kann es dem  Gewissen nach notwendig sein, sich zu weigern, einem konkreten Befehl Folge zu leisten, ohne dabei die Institution der kirchlichen Vorgesetzten in Frage zu stellen (Thomas von Aquin, S. Th. II-II q. 104 a. 5).
Als der Hl. Paulus dem Hl. Petrus - der hierarchisch eindeutig sein Vorgesetzter war - ins Gesicht widerstand,  handelte es sich nicht um eine Correctio  fraterna im privaten Bereich, sondern um eine öffentliche Verteidigung des Glaubens in seiner Fülle und angesichts dessen seiner inneren und äußeren Konsequenzen. Da bei der Verteidigung des Glaubens alle Apostel und Bischöfe die gleiche Verantwortung haben, konnte der heilige Paulus selbst als Apostel den Apostel Petrus in gleicher Weise öffentlich berichtigen, ohne dadurch sein Amt in Frage zu stellen , das ihm von Christus anvertraut wurde. (Thomas von Aquin, S. Th. II-II q. 33 a. 4)

„Zu denken, daß man besser ist als sein Vorgesetzter, scheint ein anmaßender Stolz zu sein. Sich in gewisser Hinsicht besser zu sehen, hat aber nichts mit Vermutung zu tun, denn in diesem Leben gibt es niemanden, der überhaupt keinen Mangel hat. Es sollte auch angemerkt werden, daß derjenige, der seinen Vorgesetzten in Gottes Liebe ermahnt, sich selbst nicht höher denkt (siehe Ebd. II-II Q 33 a. 4 ad 4); sondern er hilft nur dem, der, je höher er steht, in größerer Gefahr ist ', wie der heilige Augustinus (Epistel 211) sagt. “

Sagen wir nur so viel über die gegenwärtige Art der Unwissenden, die Kirche in zwei Lager aufzuteilen - die Feinde des Papstes und die Freunde des Papstes -, als ob die persönlich-private Beziehung zu einem bestimmten Papst die Grundlage  des römischen Primats in Bezug auf die Doktrin des Glaubens und der Moral, und angesichts der hierarchischen Kommunio der Bischöfe mit dem Papst wäre.

Das Papsttum ist von göttlichem Recht und basiert daher weder auf der Anzahl der Facebook-Follower noch auf der unbeständigen Zustimmung von Journalisten und Opportunisten.

Die klare Unterscheidung zwischen dem Glauben an Gott und dem Heidentum beim Hl. Paulus
darf nicht umgangen werden: Weil die Menschen „die Herrlichkeit des unsterblichen Gottes gegen Bilder austauschten, die einem sterblichen Menschen oder Vögeln oder vierfüßigen Tieren oder Reptilien ähneln…  tauschten sie  die Wahrheit über Gott für eine Lüge und verehrten und dienten
der Kreatur eher als dem Schöpfer. “(Röm. 1:23 f.)

Die Anbetung Gottes ist die wahre Theologie der Befreiung von Angst, Schrecken und Unsicherheit, die uns aus der materiellen Welt und unseren Mitmenschen begegnet. Und nur mit Hilfe des Evangeliums und der Gnade Christi kann eine Kultur ihren positiven Einfluss entfalten und von der Macht des Bösen befreit werden.

Objektiv gesehen sind Götzendienst und Aberglaube die größten Sünden von allen, die auf einer Verwechslung zwischen dem Schöpfer und der Kreatur beruhen (Thomas von Aquin, S. Th. II-II, Q. 94 a. 3.), die nur von der Häresie derer  übertroffen werden kann, die bereits durch die Verkündigung der Kirche den wahren Glauben erhalten haben, im Gegensatz zu den Heiden, die ohne ihre eigene Schuld das Evangelium noch nicht kennen.


Am Petersgrab muss die katholische Religion immer Wahrheit und Klarheit ausstrahlen, denn dieser Apostel [Petrus] antwortet in seinen Nachfolgern (zusammen mit allen Bischöfen und Gläubigen) auf die Frage: "Für wen hältst du mich?“
" Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes “(Mt 16,16). Und dies ist ihm nicht durch einen Dialog mit Gleichgesinnten oder mit sich selbst gegeben worden, sondern durch die Offenbarung des Vaters durch den Sohn. Der Fides Petri ist das Fundament der katholischen Kirche. Das Glaubensbekenntnis darf nicht immer neu erfunden, nach Belieben angepasst oder neu interpretiert werden, wenn es notwendig erscheint.
Der Glaube ist die Kraft des Wortes Gottes im Herzen der Kirche und somit kein Fossil überholten menschlichen Denkens. Die Offenbarung ist in Christus für immer in ihrer ganzen Fülle im Glauben der Kirche gegenwärtig. Wir können diese Quelle nicht erschöpfen, bis Er am Ende der Zeit zurückkommt. Wir dürfen es aber auch nicht durch vermeintlich notwendige menschliche Korrekturen verbessern wollen. Das wäre die schlimmste Umweltverschmutzung, die unseren Planeten unbewohnbar machen würde. Wenn das inkarnierte Wort,"Wer war bei Gott und ist Gott"
nicht mehr unter uns und in uns wohnen würde, wo würde dann noch Platz für uns sein?

Quelle: LiferSiteNews, N.Hickson, Kard. G.Müller 

Quelle: LifeSiteNews, M. Hickson, Kard. G. Müller 

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