Montag, 17. Februar 2020

Fundstück.....

Guido Horst kommentiert für "Die Tagespost" die Gemütslage in Vatican nach der Veröffentlichung von "Querida Amazonia" und die Reaktionen -und u.a. den Dankesbrief des Pontifex an seinen Ex-Glaubenspräfekten Kardinal Müller.
Hier geht´s zum Original:   klicken

Unter dem Titel:

"KOMMENTAR UM " 5 vor 12" : EINE KOALITION DES AUGENMASSES" 

beginnt der Artikel so- Zitat:

"Franziskus hat sich bei Kardinal Gerhard Müller für dessen Kommentar zu „Querida Amazonia“ handschriftlich bedankt. Das ausgleichende Wort, das „mir gefallen hat“, wie der Papst schrieb, war in der „Tagespost“ und beim „National Catholic Register“ erschienen – und muss Balsam auf der Seele von Franziskus gewesen sein."
(....) 

Quelle: Die Tagespost, G.Horst

Kommentare:

  1. Der Papst dankt – und dies mit gutem Grund.
    Wie bei der berüchtigten Abu-Dhabi-Erklärung (www.kath.net vom 2. Januar 2020) bemüht sich Kardinal Müller auch bei der Apostolischen Exhortation Querida Amazonia alle Probleme zu ignorieren. Im Kern greift er wiederum, wie bei den Konzilstexten, der Liturgiereform und päpstlichen Dokumenten, zur ominösen „Hermeneutik der Kontinuität“, um die Realität aus der Wahrnehmung ausschließen zu können.

    Verwundert reibt man sich etwa die Augen, wenn der Kardinal, der völlig zu recht eine „Regression zu heidnischen Mythen“ anläßlich der Oktobersynode kritisierte, nun über die Passage in Nr. 79 („Es ist möglich, sich in irgendeiner Weise auf ein indigenes Symbol zu beziehen, ohne dass man es notwendigerweise als Götzendienst betrachten müsste"), kommentarlos hinweg geht – als hätte es nie das berüchtigte Heidenspektakel gegeben. Sicherlich enthält die Exhortation bei oberflächlicher Lektüre keine „dramatischen und umstürzenden Konsequenzen“, es fragt sich aber, warum der Papst zu den Forderungen des Abschlussdokuments nach vir probati, Frauenordination und eigenem Ritus nicht klar und unmißverständlich Stellung genommen hat? Vielmehr bleibt das Verhältnis der beiden Texte gewollt nebulös. Das Abschlussdokument wird von Querida Amazonia ausdrücklich „offiziell vorgestellt“ und „nicht ersetzt“, es bleibt also irgendwie im Raum und damit Gegenstand der Diskussion. Die seltsame Formulierung der offiziellen Vorstellung öffnet natürlich Auslegungen die Tür sperrangelweit, dies bedeute die offizielle Billigung des Abschlussdokumentes inklusive der darin enthaltenen Forderungen durch den Papst. Kardinal Marx sagte daher gleich bei einer Pressekonferenz in Bonn, dass das Schlussdokument „keineswegs vom Tisch" sei, auch Kardinal Czerny meinte bei der vatikanischen Pressekonferenz, dass die Vorschläge im Abschlussdokument „auf dem Tisch" blieben. Dies bezieht sich (soweit durchaus korrekt) auf den Passus im Dokument, wonach der Papst expressis verbis nicht alle im Abschlussdokument aufgeworfenen Fragen beantworten (wörtlich: „entfalten“) will. Demzufolge preschte der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf bereits auf katholisch.de (https://www.katholisch.de/artikel/24519-hubert-wolf-bischoefe-koennen-papst-nun-viri-probati-vorschlagen) schon einmal vor - Kardinal Müller scheint dies vorausgesehen zu haben, denn er verweist - etwas rüde im Ton – darauf hin, man könne nicht „besserwisserisch die Kriterien eines theologischen Lehrbuches anlegen, da es nicht „um eine akademische Studie gehe“. Welcher Maßstab, wenn nicht der der Glaubenstradition, wäre aber an ein päpstliches Schreiben anzulegen?

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    1. Man muss es positiv sehen, man kann den derzeitigen offiziellen römischen Schreiben nicht folgen, weil diese keinerlei Richtung vorgeben, sie gleichen den Wegweisern die auf Umgehungsstraßen hinweisen und wo es heißt "alle Richtungen".
      Einem solchen Wegweiser zu folgen macht Sinn, wenn man weiß wo man überhaupt hinwill und das scheint das derzeitige Pontifikat nicht sagen zu wollen, und es scheint auch irgendwie egal geworden zu sein, wohin die Reise geht.

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    2. Dies mag ein akzeptabler Standpunkt für katholische Laien sein, von einem Bischof ist aber schon eine klare Orientierung zu erwarten - Bischof Schneider gibt hier immer wieder ein gutes Vorbild. Ein international exponierter Bischof wie Gerhard Müller ist gerade jetzt als „Lehrer in der Unterweisung“ gefordert und zwar bitte „gelegen oder ungelegen, schließlich ist er ein Nachfolger der Apostel.

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