Samstag, 6. Februar 2021

Die Teelöffelstrategie

Rorate Caeli veröffentlicht einen Text über die englische "Reformation" und ihre Durchsetzung bei einer widerstrebenden Bevölkerung, den Elisabetta Sala für "Il Sussidario " verfaßt hat. Darin stellt sie auch die Frage ob die damaligen Strategien auch heute angewendet werden.
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"ELISABETTA SALA: HEINRICH VIII, GENDER UND DIE TEELÖFFELSTRATEGIE" 

Wie konnten zwei diktatorische Regimes wie die von Heinrich VIII und Elizabeth I  nicht nur das Königreich England sondern auch das Volk von der Römischen Kirche trennen? 

Gerade erst vor 50 Jahren dachte man allgemein, daß die anglikanische Reformation, die England von der Römischen Kirche trennte, der tiefen Sehnsucht des Volkes entsprang, das unter dem schmerzhaften römischen Joch litt und im Herzen immer antiklerikal- antimonastisch und antipäpstlich gewesen sei. Heute, nach Jahren sorgfältiger Recherchen, wissen wir sicher, daß es so überhaupt nicht war: die Engländer gehörten während des gesamten Mittelalters zu den treuesten Gläubigen des alten Glaubens und der englische Katholizismus erlebte- kurz bevor Luthers Bombe explodierte,- eine seiner Zeiten größten Glanzes. Wahr ist, daß der Wille des Souveräns zu jener Zeit Gesetz war, aber man wußte auch, daß ein unglückliches und erschöpftes Volk sich zu erschreckenden Aufständen erheben konnte, wie die Bauern in Frankreich (1358) England (1381) und Deutschland (1524-25). 

Wahr ist, daß das Volk nicht mit den religiösen Neuerungen, die von oben diktiert wurden, einverstanden war und sich eher um die Rettung der Seele sorgte, als um die Kaprizen der Herrscher, wie konnten sie also das Schisma herbeiführen? Wie konnte ein ganzes Volk es zulassen, dorthin geführt zu werden, wohin es nicht wollte- bis dahin ihre 1000-Jahre alten Wurzeln zu vergessen und das zu werden, was es heute ist, Schnittkante des Säkularismus?


Zeitgenössische Historiker scheinen über die Vielzahl der Strategien, die die englische Regierung anwandte, einig zu sein- eingedenk der Tatsache, daß die neue Lehre mindestens 30-plus Jahre brauchte, um formuliert zu werden und mindesten 70-plus Jahre, um vom Volk verdaut zu werden. Natürlich war die erste Strategie der Terror und das Martyrium der Dissidenten, Wahr ist, daß Martyrium brennenden Seelen Mut verleiht, aber die Schwachherzigen terrorisiert.  Es gab mehrere Aufstände- darunter auch einen mit großem Ausmaß- aber sie wurden alle blutig unterdrückt. 

Die zweite (Strategie), die vielleicht sogar noch wirksamer war, war es, die Leute in ihrem Gelkdbeutel zu treffen, Strafgesetze und Strafzahlungen für Verweigerer vernichteten die Aura des Heldentums des katholischen Widerstands, die das Blut der Märtyrer umgeben hatte, und das Volk begann zu denken, daß die Zukunft seiner Kinder vielleicht einen gelegentlichen Besuch der Gemeindekirche verlangte, wo der Staat den Gottesdienst durchführte. 

Alles das klingt heute wieder. In diesen gefährlichen Zeiten ist es gut, uns zumindest einige Fragen zu stellen. Wie würde ich reagieren, wenn mein Glaube verboten würde? (Um ein konkretes Beispiel zu geben: wenn das "Meinungsverbrechen" eingeführt würde?)

Die Angriff-auf-die-Brieftaschen-Strategie ist immer wesentlich, um eine Opposition zu schwächen und den Willen einer regierenden Minderheit aufzuzwingen- sogar in einer heuchlerischen und antiseptischen  Zeit wie unserer, in der wir denken, daß wir in einer Demokratie leben, nur weil wir nicht in Gefahr sind, an einem Galgen baumelnd zu enden. Wie viele von uns würden uns eher heldenhaft verhaften lassen, als auf die Worte, die wir für sakrosankt halten, zu verzichten? Zweifellos viele. Aber wie viele von uns wären bereit, langsam durch armutserzeugende Strafen zu verbluten, wenn unser Heldentum keine Schlagzeilen macht? Wie viele von uns wären bereit, unsere Jobs, Heim und Besitz zu verlieren, weil wir nach Meinung des totalitären Systems das "Falsche denken"? 

Kehren wir zu unserem Anglikanismus zurück, die dritte, wichtigste Strategie ist die Etablierung der Reform - Schritt für Schritt und durch fortwährendes Verächtlichmachen der Opposition, so als ob diese kleinen Schritte keinen entschiedenen Widerstand wert wären.  
Lassen Sie es mich mit den Worten des großen Historikers Chrisopher Haigh sagen; "...das Gericht war verdaulicher, wenn es in kleinen Bissen verabreicht wurde, und die Engländer haben ihre Reformation so gegessen, wie ein widerspenstiges Kind beim Abendbrot gefüttert wird, immer nur wenige,  gut abgepaßte Löffel voll- "einen für Kardinal Wolsey (ein weltlicher Prälat) , einen für Königin Katharina (von Aragon) , einen für den Papst, einen für die Mönche, einen für die Wallfahrten..." bis der Teller leer und die Reformation passiert war." 
Nun wird die Strategie des Löffels-oder eher des Teelöffels- auch in unserer Zeit angewandt- und am meisten in den Schulen. 
Und das geht so: 

"Laßt mich euch eine Geschichte erzählen, Inzwischen ist hier ein weiterer Teelöffel ; schluckt ihn- gut! Jetzt erzähle ich euch die Geschichte von einem Paar, das sich nach einem Kind sehnte, aber keines bekommen konnte....noch einen Löffel voll? O.K. Geschluckt? Jetzt einen für das Gesetz 194 ** und einen für Gesetz 40** , einen für einen "Mietgebärmutter", einen für Homophobie...ach, das mögt ihr nicht wirklich ? ...Dann hier noch einen Teelöffelt für HS-Ehen, einen für HS-Adoption, einen für "EINEN JUNGEN, DER FÜHLTE, DASS ER IM KÖRPER EINES MÄDCHENS LEBTE"... Ah ja, und diesen noch; es gab einmal einen kranken, kleinen Jungen. der sehr sehr unglücklich war....Also einen für Kinder-Euthanasie, einen für Erwachsenen-Euthanasie, einen für verlassene, leidende, alte Leute...sehr gut..ihr haben den Teller leer gegessen!" 

Quelle: Rorate Caeli, E. Sala 

 

 

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