Samstag, 1. Mai 2021

Neuen Verordnung des Papstes zur Transparenz

Aldo Maria Valli kommentiert in seinem blog Duc in altum den neuen Apostolischen Brief in Form eines Motu Proprio vom gestrigen 30. April 2021. 
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"VATICAN-NEUE VERORDNUNGEN ZUR TRANSPARENZ. ZIGSTE FASSADEN-VERSCHÖNERUNG"

Das vaticanische Führungspersonal -einschließlich der Kardinäle, Leiter von Dicasterien und Mitarbeiter müssen eine Erklärung unterschreiben, in der sie bestätigen, daß sie wegen Terrorismus, Geldwäsche, Steurhinterziehung weder angeklagt noch verurteilt wurden. Sie dürfen auch keine Guthaben in Steuerparadiesen haben oder Geld in Unternehmen investieren, die gegen die Kirchendoktrin arbeiten. Das ordnet der Apostolische Brief in Form eines Motu Proprio des Papstes- mit Verordnungen zur Transparenz in der Handhabung der öffentlichen Finanzen an. Die Erklärung soll zum Zeitpunkt der Amtsübernahme oder der Ernennung unterschrieben und dann alle zwei Jahre erneut bestätigt werden. Es wird allen Mitarbeitern des Vaticans verboten, Geschenke im Wert von mehr als 40 Euro anzunehmen. 

(...) Mir sei ein kurzer Kommentar gestattet. Das neue Motu Proprio hat etwas Unglaubliches. Von zwei Dingen eines: wenn der Papst sich gezwungen sieht, eine solche Erklärung von den Kardinälen und anderen Leitern der ersten Garde unterschreiben zu lassen, bedeutet das, daß er keinerlei Vertrauen in das Personal hat, das er selber ausgewählt hat; oder der Zustand von Korruption, Fehlverhalten und Unmoral in den Heiligen Palazzi ist endemisch. 

In beiden Fällen kommt die herrschende Klasse des Vaticans dabei sehr schlecht weg. Oder- und das ist die dritte Möglichkeit- der Papst hat die Entscheidung pro domo getroffen, um der Welt zu beweisen, wie mutig er im Kampf gegen die Ehrlosigkeit ist.

Aber auch in diesem Fall erweist sich die Operation als katastrophal für die Glaubwürdigkeit der Römischen Kurie, des Vatican-Staates und des Hl.Stuhls. Aber es sieht nicht so aus, als ob diese Glaubwürdigkeit dem aktuellen Mieter in Santa Marta sehr am Herzen läge. 

Ein externer Beobachter würde vielleicht dem Medienbild eines aufrechten Bergoglios glauben, der sich dem Kampf gegen die Korruption verschrieben hat, aber ein Opfer seiner Mitarbeiter ist, dann wissen diejenigen, die die Dynamik von Oltretevere kennen, daß die heutigen Erklärungen eine weitere Operation zur Verfälschung der Realität darstellen, in der das, was offenbart wird, dem genauen Gegenteil von dem entspricht, was passiert. 


Wer wie Msgr. Carlo Maria Viganò versuchte, die Korruption zu bekämpfen und wirkungsvoll daran arbeitete, die Bilanz des Governatoratos zu sanieren, wurde "befördert" (promoveatur ut amoveatur) und das Team seiner vertrauenswürdigen Mitarbeiter zerstreut, weil es eine Bedrohung für das System darstellte. Dem Wertvollsten von ihnen, Eugenio Hasler, ließ der barmherzige Papst eine unsägliche Behandlung zukommen. Von ihm selbst berufen, wurde er ohne Angabe von Gründen an Ort und Stelle entlassen, dem medialen Pranger ausgeliefert und in seiner Würde zerstört. 

Erinnernswert ist auch die verdienstvolle Arbeit von Kardinal Pell und anderer sehr guter Verwalter der Güter des Apostolischen Stuhls, die durch unbegründete Anschuldigungen blockiert wurden und - einer wirklichen Verfolgung unterworfen, die den australischen Kardinal dahin brachte, eine ungerechte Haftstrafe erleiden zu müssen, von der er dann später völlig freigesprochen wurde. Umgekehrt blieben die Urheber der finanziellen Notlage des Vaticans nicht nur auf ihren Posten, sondern haben jetzt  schwer kompromittierte Personen an der Seite, und sind deshalb erpressbar und manipulierbar. 

Die in den letzten Monaten zutage getretenen vaticanischen Skandale, einschließlich der Beteiligung an Pharma-Unternehmen, die Abtreibungsmedikamente herstellen, können nicht durch Fassadenkosmetik vertuscht werden. Ebenso kann die Entfernung von Kardinal Becciu nach der Aufdeckung der Immobilien-Spekulationen in London die schwere Verantwortung derer nicht mindern, die glauben, die Öffentliche Meinung durch ein bombastisches Motu Proprio verzaubern zu können, nachdem sie die Voraussetzungen für Korruptiuon und Interessenkonflikte durch die Entfernung derer selber geschaffen haben, die diese Situation des Fehlverhaltens definitiv hätten bereinigen können. 

Noch einmal scheint Bergoglio entschlossen zu sein, das Bild und den Ruf der Kirche zu diskreditieren, um als Moralisierer hervorzugehen und persönlichen Vorteil daraus zu ziehen. Aber die Geschichte lehrt, daß Personenkult- besonders in Diktaturen- sich leicht in eine damnatio memoriae verwandelt."

Quelle: A.M.Valli, Duc in altum  

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