Freitag, 9. November 2012

Fundstück "Belly Issues"

noch ein Fundstück- wieder bei katholisch.de

Da fällt in einem Artikel ein Obama-verehrender  Philosophieprofessor den amerikanischen Bischöfen in den Rücken.
Der DBK gefällt es, in ihrem offiziellen Internet-auftritt katholisch.de ihre us-amerikanischen Brüder im Bischofsamt in ihrem Kampf um das Lebensrecht Ungeborener und die besondere Stellung der "traditionellen" Familie mit dem Artikel "Was bleibt vom Messias" von Prof. Thomas Schärtl offen angreifen zu lassen.
In diesem Artikel klassifiziert der Herr Dozent das von Präsident Obama favorisierte  und von den amerikanischen Bischöfen bekämpfte uneingeschränkte Recht auf Abtreibung bis zum Geburtstermin und unter der Geburt, die Euthanasie lebensfähig auf die Welt gezwungener, spätabgetriebener Kinder und die rechtliche Gleichstellung von HS-Partnerschaften, nebst uneingeschränktem Adoptionsrecht als "Belly-Issues"  , als "Unterleibsthemen" . Das sagt er natürlich nicht so klar sondern umschreibt die Gesetzesentwürfe, um die es hier ging, zeitgeisthörig weichgespült .
Das Lebensrecht Ungeborener ist im Dafürhalten von Thomas Schärf also ein Belly-Issue mit dem Ruch des Ewiggestrigen und spießig Verklemmten, während das Geringachten dieses fundamentalen Lebensrechtes anscheinend fortschrittlich , demokratisch und zukunftsweisend ist.
"Es wird noch mindestens eine Generation dauern" weiß der Professor- " bis auch die katholische Amtskirche in den USA einsieht, daß es nicht nur dogmatisch verkürzend sondern auch moralisch-theologisch unwürdig ist Belly-Issues zum einzigen Lackmustest katholischer Identität zu stilisieren."

Gegenfrage Herr Dozent: kann man dogmatisch korrekt und moral-theologisch würdig handeln, wenn man einen der fundamentalen Grundpfeiler wegsprengt?

Hier geht´s zum Artikel

Prof. Thomas Schärtl ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Philosophiedozent-innen der katholischen Theologie an wissenschaftlichen Hochschulen.
Noch Fragen Euer Ehren?

Kommentare:

  1. Wenn ich nicht irre, dann wird auch dieser Herr von Kirchensteuergeldern finanziert...

    Da ist es irgendwie beruhigend, sich daran nicht mehr beteiligen zu müssen.

    Schon interessant, was alles heute so katholisch ist. Ein Marktplatz für alles und jedes.

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  2. Wer genau lesen kann, hat mehr davon. Mein angeblicher "Angriff" richtet sich gegen die Verbindung von "Belly Issues" mit der Abtreibungsproblematik. Der Lebensschutz Ungeborener ist viel zu wichtig, um "nur" im Namen der Freiheit der Religion verteidigt zu werden. Es geht hier um ein metaphysisches Problem. Mein "Angriff" bezieht sich auf die strukturelle Feigheit einiger US-Bischöfe, sich hinter der Religionsfreiheit zu verstecken, ohne das tiefer liegende, metaphysische Problem zu benennen. Das ist moraltheologisch unwüridg und dogmatisch verkürzend. Ich bin in jeder Hinsicht gegen Abtreibung. Davon zu unterscheiden ist aber die Frage, ob und wie man sich als Christ zu einem Staat stellt, der keine legislativen Maßnahmen gegen ein intrinsisches Übel ergreift. Muß ein Christ das vom Staat erwarten? Ehebruch ist ein intrinisches Übel, aber wir würden vom Staat keine Gesetze (mehr) fordern, die das unter Strafe stellen. Warum eigentlich nicht? Es gibt keinen geraden Weg, der von dem was moraltheologisch absolut unerlaubt ist, zu Gesetzen führt, die hier regulierend greifen sollen. Es sei hier an Augustinus und seine Schrift "De Civitate Dei" erinnert, der Christen deutlich macht, dass es unter irdischen Bedingungen keinen idealen Staat und keine vollkommen gerechte Regierung geben wird. - Thomas Schärtl -

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    1. Lieber anonymus, nun bin ich ganz beschämt, daß ich Ihren Artikel so falsch verstanden habe. Daß es sicher nur an der Oberfläche des Grundübels kratzt, gegen die unsäglichen "Abtreibungsgesetze" (steht für alle anderen lebensfeindlichen Initiativen der Obama-Regierung)zu kämpfen, kann man nur bejahen. Mir schien allerdings, daß die US-Bischöfe -voran Kardinal Dolan- in einer Situation, in der die Freiheit der Gewissensentscheidung für die Kirche und ihre Einrichtungen akut bedroht werden , sich ganz beherzt und auch vernehmbar dem Zeitgeist entgegen gestellt haben, was ihnen erstens viel Gegenwind einbrachte und zweitens in dieser Intensität von unseren Bischöfen noch nie zu hören war.
      Daß die US-Gesellschaft sich in einem Zerfallsprozess befindet, weil sie alle moralischen Grundlagen bereits über Bord geworfen hat zugunsten einer "alles-ist-möglich"-Attitude , die sich als demokratisch, liberal und tolerant verkleidet, unter der Maske des Guten aber in Wahrheit die Fratze des gelebten Neo-Atheismus ( als ob es Gott nicht gäbe), des Liberalismus und Hedonismu, der Egomanie kurz des Tanzes um das Goldenes Kalb, verbirgt. Die Maske der Dekadenz, der Kultur des Todes, des Untergangs.
      Und deshalb-da haben Sie Recht- wären viel lautere und klarere Gegenpositionen erforderlich. Da gilt es den Guten Kampf zu kämpfen. Jetzt.
      Das gilt für unsere Gesellschaft- wenn auch mit etwas anderen Schwerpunkten- nicht weniger.

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    2. Im Grunde sind wir d’accord, lieber Herr Schärtl, es ist die Laviererei, das herumreden um den heißen Brei, das wir alle nicht verstehen können.
      Die Tatsache, dass man sich heute auch von seiten vieler Kirchenleute aus unerfindlichen Gründen nicht mehr traut, die Dinge beim Namen zu nennen und sie offen auszusprechen, lässt viele von uns manchmal überreagieren. Das ist aber m.E. immer noch besser als „mitzumachen“.

      Wie Sie schon schrieben, fehlt der Kirche im Moment die Möglichkeit intensiver auf die Politik einzuwirken. Trotzdem hat auch die Kirche das Recht, ihre Stimme zu erheben. Und Anfeindungen muss man eben auch mal aushalten. Es nützt nichts, immer einzuknicken – wie wir ja gerade wieder in Dortmund gesehen haben.

      Natürlich wird es schwierig, das Denken der Menschen wieder umzukehren. Ein Volk, das vor 25 Jahren noch wusste, dass eine Abtreibung ein Verbrechen ist, glaubt heute, sie sei ein Menschenrecht. Man wird das Umdenken in den Köpfen nicht innerhalb von Monaten erreichen. Es wird viel Geduld brauchen, den Menschen klar zu machen, was sie sich mit ihrem Atheismus eigentlich antun. Aber dazu zu schweigen, ist ebenfalls kein Rezept. Und hier muss die Kirche auch in Deutschland deutlicher werden. Und man muss dazu nicht mal laut werden. Sondern man kann klare Worte auch freundlich aussprechen, wie es uns der Heilige Vater immer wieder sehr beeindruckend vormacht.

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