Samstag, 3. August 2013

Ist Ruhe* jetzt die erste Katholikenpflicht ?

So langsam kehrt nach den Turbulenzen des WJT wieder Ruhe ein in den Redaktionen der meinungsmachenden Blätter- man sortiert sich und das, was man beispielsweise bei der fliegenden Pressekonferenz auf dem Flug von Rio nach Rom gehört hat und wertet es aus.
Das einzig interessierende Thema (wie könnte es anders sein- wir durften das ja schon seit Jahren ad nauseam miterleben)  ist die Homosexualität und Homosexualität & Priestertum, das der Pontifex - u.a. mit Bezug auf Msgr. Ricca, ansprach. Allenfalls die Armut hat da noch eine Chance ebenfalls wahrgenommen zu werden, Glaubensfragen aber nicht.
Nach den ganz und gar KKK-kompatiblen Aussagen des Papstes zu homosexuell veranlagten Menschen ging ein großes Triumphgeheul durch Journale und Nachrichtensendungen, so nach dem Muster, wer schwarze Schuhe, keine Mozetta, seine Aktentasche selber trägt, im Hotel wohnt und mit knittriger Soutane Ford Focus oder Fiat Idea fährt und nun auch noch Homosexuelle gay nennt, der legt auch sonst die Minen an die Fundamente, der schafft die IOR ganz ab, den Zölibat auch, dafür die Frauenordination an, billigt die HS-Ehe nebst Adoptionsrecht und gibt alles auf, wofür Rom bisher stand -seit 2000 Jahren.
Der Himmel auf Erden, wie ihn sich der durchschnittliche kleine mainstream-Medienmitarbeiter vorstellt, wird bald anbrechen.
Hosianna !
Doch halt ! Was ist bisher aus dieser Perspektive wirklich erreicht? Fast nichts und das muss dann doch mal leise tadelnd geschrieben werden, das muß man dem Pontifex und seinen Mitarbeitern ganz klar sagen, das reicht nicht. Zu kleine Schritte !
Hier ein repräsentativer Artikel :  klicken das Time Magazin titelt: "The Pope´s Babysteps on Gays"


Wie es sich so ergab, ist aber zur gleichen Zeit, wg. eines Dekrets an die Ordensmitglieder der FFI, das ihnen ganz platt verbietet, die Hl. Messe nach dem Ordo vetus zu feiern und wg.  einiger anderer Vorkommnisse in Rio und in Rom und einer häufig unpräzisen, unklaren Ausdrucksweise des Bischofs von Rom eine spürbare Unruhe in den  Reihen der treuen, konservativen Katholiken ausgebrochen.
Das fängt nicht erst beim immer wiederkehrenden Pelagianismus an, bei dem ebenfalls wiederholten off-label.Gebrauch des Begriffs "psychiatrisch", als besonders befremdlich erscheint ihnen auch die fast ausschließliche Betonung der Armutsfrage.
Sie verstehen den Papst schlicht nicht, können sich im hin und her, vor und zurück der täglichen Verlautbarungen und der sofort einsetzenden Erklärungs- und Verniedlichungsbemühungen seitens der Sala Stampa nicht mehr orientieren (nein, so hat er es nicht gemeint, das war ganz anders gemeint etc.)
Das hat man in Rom sehr wohl bemerkt und schiebt jetzt eine Beschwichtigungspille nach der anderen nach, bis zu drei Artikel zu einem Thema an einem Tag allein bei Radio Vatican.
Ergebene Journalisten liefern Ermahnungen, doch bitte diesen Papst unkritisch zu betrachten und zu glauben, daß schon alles gut werde.
So legt sich Guido Horst in der Tagespost vom 1.8. mächtig ins Zeug. Mit einem Kommentar auf der Titelseite bezgl. der HS-Aussagen im Flugzeug  "Das ist Ratzinger von 1992" (möglicherweise - aber Ratzinger minus dessen glasklare, immer unzweideutige Formulierungen) versucht er auch diejenigen katholischen Gläubigen, die "mit ein wenig Argwohn auf die Gesten des "Papstes der Armen" schauen" zu überzeugen - daß sie sich auf Papst Franziskus "verlassen können", auf  Seite 5 folgt ein fast einseitiger Artikel "Wenn Franziskus Klartext spricht" der sich ebenfalls auf die Pressekonferenz an Bord der Alitalia-Maschine bezieht.
Nun, da muß man dann feststellen, daß es wohl mehrere Interpretationen des Wortes Klartext geben muß (wenn man mal allein das anschließende Hin und Her um die Antwort zur Frage nach der Frauenweihe nimmt).
Es sind ja nicht einzelne Gesten und Worte, mit denen so manche der konservativen katholischen Gläubigen Probleme haben und sich verunsichert und irritiert fühlen - es ist das Gesamtbild, angefangen von der verweigerten Mozetta über widersprüchliche Aussagen, über die nonchalante Abqualifizierung der frommen Rosenkranzbeter bis zum Dekret an die FFI und zum Belassen von Msgr. Ricca im Amt.
Und da helfen auch keine gutgemeinten ach-er-hat das-doch-gar-nicht-so-gemeint-Artikel wohlmeinender Redakteure oder von Radio Vatican.
Klarheit und Eindeutigkeit wären nicht nur schön sondern auch hilfreich..

* Ruhe im Sinne von "Mund halten"

Kommentare:

  1. Bravo! Diesem brillanten Blogeintrag ist kein Wörtchen hinzuzufügen!

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  2. wie vorhersehbar versuchen jetzt die Ausbügler (eine vielgefragte Tätigkeit in letzter Zeit)die angebliche "Glasklarheit" der päpstlichen Aussagen dadurch zu beweisen, daß sie immer wieder behaupten, es gäbe sie. Nicht wirklich überzeugend.
    Die völlig verschwurbelte Erklärung Pater Lombardis zum Ordo-Vetus-Verbot für die FFI, das angeblich gar nichts mit dem Motu Proprio zu tun habe, hilft auch nicht weiter, sie scheint vielmehr ein Symptom zu sein...."Papst Benedikt XVI habe das Motu Proprio ja nicht erlassen, um Unfrieden zu stiften" -(O-Ton Lombardi) jetzt aber müsse man es bei den FFI außer Kraft setzen, um Frieden zu stiften!? Klarheit sieht anders aus.

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  3. Dieser Papst ist auf eine unheimliche Art konventionell. Nichts, was über den Tag hinausweist. Nichts, was als faszinierende neue Sicht der alten Kirche gelten könnte. Franziskus redet wie ein Politiker. Wolkig, wenig sagend, konventionell eben.

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    1. Ja man möchte ausrufen: "Der Worte sind genug gewechselt, Laßt mich auch endlich Taten sehn..."
      Wobei, wenn man dann andererseits auf die paar konkreten Taten, bzw. irritierenden Symbolhandlungen schaut, dann möchte man doch, dass er weiter "Komplimente drechselt".
      Jedoch hat der aktuelle Papst noch keinen einzigen lehramtlichen Akt gesetzt (und wird es wohl auch nicht tun).
      So können wir uns mit dem reichen theologischen Schatz des Vorgängers (der Vorgänger) beschäftigen.

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    2. und das wollen wir auch tun.
      Auf dem blog "Messa in Latino" schreiben sie zu dem Satz " Wer bin ich, daß ich über jemanden urteile..." von der Identitätskrise im bzw. gegenüber dem Petrusamt.

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  4. glasklar wie eine Milchglasscheibe

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