Montag, 23. Februar 2015

Der Kult der Emotionen oder das nichtkatholische Denken ist in der Kirche auf dem Vormarsch. Don Nicola Bux

Bei La Nuova Bussola Quotidiana hat Msgr. Nicola Bux seinen Sorgen um den derzeitigen Zustand der Kirche Ausdruck verliehen. Hier geht ´s zum Original    klicken
Sehr lesenswert!


                      "WENN NICHTKATHOLISCHES DENKEN DOMINIERT"
"Mit großem Schmerz und tiefer Sorge müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß das Nichtkatholische Denken in der Kirche voranschreitet.
Sehr schwerwiegend ist die Aussage des Moderators der Diözesansynode von Bozen, die bei der Synode geleistete Arbeit reflektiere die generelle Situation der Kirche, die zur Zeit einen radikalen Wandel durchmacht"

Kann man noch unterschreiben, daß die Katholiken ein Herz und seine Seele sind? Oder um mit dem Heiligen Ignatius von Antiochia zu sprechen ( man lese die Katechese nach, die ihm Papst Benedikt XVI 2007 widmete  klicken)  "daß sie ein solches Einvernehmen von Stimme und Herz zeigten, daß sie zur wahren Symphonie zusammenkommen?

Unglücklicherweise sind wir untereinander zerstritten, besonders über die Wahrheit und werden von falschen Doktrinen angezogen. Im Namen des Pluralismus?
Civiltá Cattolica berichtet über eine Äußerung des damaligen Paters Bergoglio: " Der Pluralismus scheint nicht so friedlich und neutral zu sein, wie ihn manche auf den ersten Blick einschätzen. Wenn er tatsächlich dazu führen würde, sich nicht mehr um die Einheit des Glaubens zu bemühen, würde das dem Verzicht auf die Wahrhreit gleichkommen und bedeuten, sich mit bruchstückhaften und einseitigen Perspektiven zu begnügen."

Im Gegenteil, ist es so, daß viele Katholiken es vorziehen, sich eher mit Nichtkatholiken gut zu verstehen, mit den Nicht-Glaubenden, mit den Kirchenfeinden, eher als mit ihren Glaubensbrüdern.
Diese Art zu denken und zu handeln ist so tief ins katholische Haus eingedrungen, daß das, was Johannes Paul II 1980 den deutschen Protestanten sagte, nun auch an uns gerichtet zu sein scheint.

"Wir beziehen uns alle auf Jesus Christus, aber über das "was ist und was sagt Christus"  und über " das, was das seine ist"  sind wir verschiedener Meinung: seine Kirche und seine Mission, seine Botschaft, seine Sakramente und die Ämter, die dem Wort und dem Sakrament dienen sollen"
Dissenz besteht auch über die fundamentalen Inhalte des Glaubens selbst und -daraus folgend - über die Moral.
Wenn ein Pfarrer in priesterlicher Zurückgezogenheit betont, es müsse Schluss sein mit der objektiven Wahrheit, und der anwesende Bischof dazu schweigt, haben wir ein Problem.
Wenn ein junges Mädchen, durch Avancen eines verheirateten Mannes getäuscht- im Beichtstuhl den Vorwurf des Priesters hört, daß sie seiner Meinung nach die Gelegenheit hätte ergreifen sollen, weil es keine Sünde sei- dann ist etwas passiert.
Folgen wir noch der Katholischen Wahrheit, die man ohne Schwierigkeit im Katechismus finden kann, oder folgen wir den Lügen, die gerade "à la mode" sind?




Verwirrung und Spaltung haben das Volk Gottes ergriffen- vom Kardinalskollegium bis zu den Bischöfen, von den Theologen bis zum Klerus und den Laien.
Hat es noch Sinn, die Einheit mit den Orthodoxen  und den anderen Chrsisen zu suchen, wenn wir Katholiken immer zerstrittener sind?
Wenn in den Seminaren die Jungen gedrängt werden-auch durch Einschüchterung- eine "neue Vision der Kirche" zu entwickeln- im Bruch mit der Vergangenheit?
Etwas sehr Ähnliches wird in einem Lied von Jovanotti beschrieben: "Eine große Kirche, die über Che Guevara bei Mutter Teresa ankommt, an Malcolm X vorbei durch Gandhi und San Patrignano, von einem Priester am Rand, der vorwärts geht- trotz des Vaticans"

Im Konklave 2005 sagte Kardinal Giacomo Biffi: "Ich möchte dem zukünftigen Papst sagen, daß er auf alle Probleme achten soll. Aber vor allem anderen soll er sich den Zustand der Konfusion, Desorientierung, der Verwirrung, die in diesen Jahren das Volk Gottes, besonders aber die Kleinen, befallen haben, bewußt machen.
Diese Frage kommt von weit her:  1965, weniger als 1 Jahr nach Ende des II. Vaticanischen Konzils schrieb die Glaubenskongregation einen Brief an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, in dem sie auf die Berichte einging, die sie von den  Nuntiaturen  erhalten hatte und in denen von zunehmenden Falschinterpretationen der Konzilslehre berichtet wurde, von unverantwortlichen  Meinungen, die überall auftauchten und die Gläubigen verwirrten, weil sie über einfache Meinungsäußerungen und Hypothesen hinausgingen- bis zur Erschütterung der Fundamente der Lehre und des Glaubens.
Es folgte in 10 Punkten eine Auswahl solcher falschen Ideen und Irrtümer. Die wird überarbeitet, weil sie alle auch heute noch feststellbar sind, wenn auch in größerem Maße.
"Die Idee der Kirche ist in der Krise" sagte 1995 Joseph Ratzinger in "Report über den Glauben" zu Vittoriio Massimo. Er drängte darauf, erneut vorzubringen oder besser neu zu definieren, was der katholische Glaube sei: daraus entstand der Katechismus der katholischen Kirche.

Den Gegenschlag des aktuellen Undefiniertseins des Katholischen Glaubens hat die Liturgie erlitten, von der man zwar- sich ständig wiederholend -als von der "lex credendi -lex celebrandi" spricht- aber von Gesetzen, Normen und Regeln spricht man eher nicht  und nicht nur das: die Art während der Liturgie zu beten widerspricht immer mehr dem Credo.
Der Kult der Emotionen macht dem Volk Gottes nicht bewußt, dass es das göttliche Wort verkünden soll, einschneidender als eine doppelschneidige Klinge, dessen die Welt bedarf, um gerettet zu werden.
So sind wir nicht mehr sicher, daß Gott mit diesem Kult zufrieden ist, der ihm zuteil wird.
Die Priester werfen den Gläubigen vor, nur in die Kirche zu kommen, um die Sakramente  zu empfangen und dann zu verschwinden: sie denken nicht, daß es nur diese Sakramente sind, die das Netz der Evangelisierung bilden, wirksam bei der Umkehr. Wenn sie nur zelebrieren würden, ohne das Fernsehen als Vorbild zu nehmen!

Genügt es das Glaubensbekenntnis, das Credo, zu rezitieren, um die falschen Meinungen zurückzuweisen?
Der Hl. Irenäus schreibt: " Alle bekennen die selben Wahrheiten, aber nicht alle glauben auf die selbe Weise".
In unseren Tagen haben sich die Konturen der Wahrheit verflüssigt, weil man glaubt, daß sie aus dem Dialog entsteht und dass sie weniger wichtig sei als die Freiheit.
Wer sich also an ihre Definition wagt, muß wissen, dass er in seiner Existenz von ihr berührt werden wird, wie es Paul VI geschah.

Er wird von denen angegriffen werden, die den Gedanken, daß die Lehre sich nicht bewegt wenn die Disziplin sich ändert, durchsetzen wollen. Er wird denunziert werden wegen behaupteter Intoleranz und Insubordination. Er wird- wie Athanasius- wegen seiner Standfestigkeit oder mangelnder Barmherzigkeit beschuldigt werden.
Es werden sich Stimmen erheben, die ihn verdammen, die ihn weghaben wollen, wohlverstanden im Namen des Pluralismus und der Toleranz.
Eine Erfahrung die viele Gläubige verunsichern und viele andere jubeln lassen wird : "Das Universum stöhnt" bemerkt der Hl. Girolamo "fassungslos, weil es arianisch wurde"

Die mit dem Hl. Basilius feststellen werden: "Nur eine Sünde wird heute schwer bestraft - die aufmerksame Befolgung der Tradition unserer Väter. Aus diesem Grund werden die Guten aus ihren Lädern verstoßen und in die Wüste geschickt."
Der aber, der die Orthodoxie verteidigt und die Häresie demaskiert, wird widerstehen können-wie Bulgakow schreibt. Athanaisus fährt - mit der Hilfe des Hl. Antonius- auch in der Wüste fort, seine Kirche zu führen und findet noch Zeit, jene Traktate zu schreiben, die dazu beitragen, beim Konzil von Konstantinopel, im Jahr 381, den Arianismus zu verdammen und die ihm den Titel eines Doktors einbringen sollten.
Unter den heutigen Katholiken sind die Streitpunkte (sprich Häresien) zahlreich - beginnend mit der Eschatologie, ein Wort das nie so oft gebraucht wurde wie in den letzten Jahrzehnten und das auf die frenetische Suche nach dem irdischen Glück des Individuums reduziert wurde : sich in der Situation wohl zu fühlen, in der man sich befindet- das genügt.
Der Gedanke, dass es einen Weg zur Heiligkeit gibt, ist aufgegeben worden. Die ewige Seligkeit- wenn es sie denn gibt- hat wenig Bedeutung : das Glück findet man in diesem Leben und das gute Leben wird als gut leben definiert.
Ist das die christliche Hoffnung, für die geboren zu werden und zu sterben sich lohnt?
Es ist wahr, daß Jesus denen die ihm folgen, das Hundertfache dessen. was sie hier auf Erden hatten und das ewige Leben versprochen hat, aber nicht nach der Version Benignis (wohl eine Reminiszenz an sein Spektakel "Die 10 Gebote", das ihm eigentlich einen lobenden Telefonanruf von Papst Franziskus hätte einbringen müssen).

Wenn der Heilige Paulus zu dem, der nach dem Gesetz lebt, sagt: " der, der eine Frau hat, lebe so, als hätte er sie nicht" , versteht man, daß er zu denen die in der Irregularität leben sagt: "Täuscht euch nicht. Weder der Unzüchtige noch der Götzendiener, Ehebrecher, weder Lustknaben noch Knabenschänder , weder Diebe, noch Habsüchtige, keine Trunkenbolde, keine Lästerer, keine Räuber werden am Reich Gottes Anteil haben." ( Kor 6, 9-11)
Das ist das offenbarte und ewige Wort.
"Gott, der Du nicht den Tod der Sünder willst, sondern daß sie bereuen" betet die Liturgie der Fastenzeit, die jedes Jahr an den schmalen Weg des Heils erinnert- die Asche ist das sprechende Zeichen dafür, damit wir die Sündhaftigkeit verlassen, in der wir uns verhärtet haben. 
"Laßt euch mit Gott versöhnen"  und "bekehrt euch und glaubt an das Evangelium" muß die Verkündigung derer werden, die sich als "soziale Priester" verstehen, als "Priester auf dem Weg" oder "Anti-Mafia (Anspielung auf Don Giotti u.a.) 
Die Kirche evangelisiert, damit die Menschen besser leben in der Welt, damit sie in der Wahrheit leben und um sie zum ewigen Heil zu geleiten. 
Umkehr und Versöhnung sind notwendig, damit der Herr die Sünden derer, die sich bekehren, vergißt. (Buch der Weisheit 11,25)
Gegenüber dem nichtkatholischen Denken, das in die Kirche eindringt, hauptsächlich wegen des Relativismus, der die jungen Bewohner des Westen antreibt via Internet zum Terrorismus zu wechseln: der eine heroisch-religiöse Version des Kultes der Emotionen ist- gegenüber dem Vordringen der Muslime, die überzeugt, Allah so Ehre zu erweisen, töten, mögen die Priester-mit Tränen die Worte "in capite quadragesimae" zu den ihren machen
"Gnade, Herr, für dein Volk, liefere jene, die dazu gehören, nicht der Beleidigung und dem Spott der Heiden aus.Damit sie nicht sagen: "Wo ist denn ihr Gott?" (Joel 2,17)"

Sicher ist, daß das nichtkatholische Denken in der Kirche nicht die Oberhand gewinnen wird. Noch wird die Tugend der Stärke unterliegen, weil die Christen das Martyrium nicht fürchten."
Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, Don N.Bux,


                      


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