Sonntag, 3. Dezember 2017

Summus Pontifex Decernit....Buenos Aires Richtlinien zu Amoris Laetitia sind lehramtlich!

rotate caeli berichtet von diesem spektakulären Schritt des Pontifex, einen weiteren Schritt in Richtung Schisma? der auch die Frage aufwirft, ob damit zumindest zwei der fünf dubia beantwortet werden- und das nicht im Sinne der Kirchentradtition.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST FRANZISKUS PROMULGIERT DIE BUENOS AIRES RICHTLINIEN, DIE EINIGEN EHEBRECHERN DIE KOMMUNION ERLAUBEN, IN ACTA APOSTOLICAE SEDIS ALS SEIN "AUTHENTISCHES  LEHRAMT"

Letzte Woche hat das Vatican-Organ zur Bekanntmachung Offizieller Texte des Apostolischen Stuhls Acta Apostolicae Sedis (AAS) seine Oktober-Texte von 2016 veröffentlicht, zu denen auch der berüchtigte Brief von Papst Franziskus an die Bischöfe von Buenos Aires gehört.
AAS veröffentlicht diesen Brief, der erklärt, dass es keine andere Interpretation (no hay otras interpretaciones) von Amoris Laetitia als die der Bischöfe der Region Buenos Aires gibt, sondern sie veröffentlichen auch den Gesamttext der Buenos Aires Richtlinien selber, die manchen Paaren, die im Zustand dauernden, öffentlichen Ehebruchs und nicht abstinent leben wollen, die Hl. Kommunion erlauben.



Besonders wichtig ist, daß AAS den privaten Brief von Papst Franziskus an die Buenos Aires-Bischöfe in den offiziellen Status eines "Apostolischen Briefes" (epistola apostolica) erhebt.
Und es wird ein spezieller Erlass als Anhang von Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin angefügt.
Dieser Zusatz erklärt, daß Papst Franziskus ausdrücklich will, daß BEIDE Dokumente - der Breif des Papstes und die Buenos Aires-Richgtlinien selber- den Charakter seines "authentischen Lehramtes" sind und daß der Papst persönlich ihre Veröffentlichung in AAS und auf der Vatican.website angeordnet hat.


Der Erlass liest sich in Latein so: 

RESCRIPTUM «EX AUDIENTIA SS.MI» 
Summus Pontifex decernit ut duo Documenta quae praecedunt edantur per publicationem in situ electronico Vaticano et in Actis Apostolicae Sedis, velut Magisterium authenticum. 
Ex Aedibus Vaticanis, die V mensis Iunii anno MMXVII 
Petrus Card. Parolin
Secretarius Status




Hier die Übersetzung:

Erlass "Aus einer Audienz mit Seiner Heiligkeit" 
Der Summus Pontifex dekretiert, daß die beiden folgenden Dokumente durch Veröffentlichung auf der  Vatican website und in den Acta Apostolicae Sedis als authentisches Lehramt veröffentlicht werden.
Aus dem Vatican-Palast, am Tag des 5. Juni im Jahr 2017
Pietro Kardinal Parolin
Staatssekretär

Die Katholische Enzyklopädie defininiert einen Päpstlichen Erlass wie folgt: "Erlasse sind die geschriebenen Antworten des Papstes oder einer Hl. Kongregation auf Anfragen oderr Petitionen von Einzelnen. Einige Erlasse betreffen die Gewährung von Gefallen, andere von Gerechtigkeit, wie bei der Interpretation eines Gesetzes oder der Ernennung eines Richters."
Erlasse haben im Allgemeinen die Kraft eines besonderen Gesetzes, jedoch -wie in diesem Fall- nur "wenn sie ein allgemeines Gesetz interpretieren oder promulgieren" sind sie universal anzuwenden."
Könnte dieser Erlass- weil päpstliche Erlasse auf Fragen antworten- eine direkte Antwort auf die Dubia der vier Kardinäle sein? 
Nach Canon 8 §1 des Kodex des kanonischen Rechts sind die AAS eine reguläre Methode nach der "universale Kirchengesetze" promulgiert werden: "Universale Kirchengesetze werden durch Veröffentlichung im offiziellen Kommentar der Acta Apostolicea Sedis promulgiert, wenn nicht für spezielle Fälle eine andere Art der Promulgierung vorgeschrieben ist."
Während den meisten päpstlichen Dokumenten, die in den AAS erscheinen, kannonische oder disziplinäre Macht fehlt, zielt der päpstliche Erlass aus der Hand Kardinal Parolins klar daruf ab, den Buenos Aires-Richtlinien den signifikanten Rang lehramtlicher Autorität bei der Interprettion von Amoris Laetitia zu geben.

Daß der Papst den Terminus "authentisches Lehramt"gebraucht ist besonders beuruhigend, weil es anscheinend Canon 752 auslösen soll, der angeblich "religiöse Unterwerfung des Intellekts und des Willens" unter die Buenos Aires Richtlinien, die die traditionelle Lehre der Kirche kippen:

Canon 752 
"Obwohl keine Zustimmung zum Glauben, muss eine religiöse Unterwerfung des Intellekts und Willens zu einer Doktrin gegeben werden, die der Papst oder das Bischofskollegium in Bezug auf Glauben oder Moral bei der Ausübung des authentischen Lehramts verkündet, auch wenn sie nicht beabsichtigen, es durch einen endgültigen Akt zu verkünden; Deshalb müssen die Gläubigen darauf achten, solche Dinge zu vermeiden, die damit nicht übereinstimmen."

In § 6 der Buenos Aires Richtlinien, die jetzt als zu Papst Franziskus´"authentischem Lehramt" gehörend  behandelt werden müssen, wird die Zulassung von Paaren, die im Zustand des Ehebruchs ohne komplette Abstinenz leben, explizit erlaubt.

    6)In anderen, komplexeren Umständen und wenn es nicht möglich ist, eine Annulierungserklärung 
       kann die vorhergenannte Option (abstinent zu leben) nicht erreichbar sein.dennoch ist es ebenso 
       möglich den Weg der Unterscheidung zu betreten. Wenn man erkennt,daß -in einem besonderen 
       Fall Grenzen gibt, die die Verantwortung und Schuldhaftigkeit vermindern, besonders wenn eine 
       urteilt, daß er einen folgenden Fehler begehen würde, indem er den Kindern aus der neuen                   Verbindung Schaden zufügt, ermöglicht Amoris Laetitia die Zulassung zu den Sakramenten der
       Beichte und der Eucharistie  (Fußnoten 336 und 351). Dies wiederum machen die Person dazu 
       bereit mit Hilfe der Gnade zu reifen und zu wachsen.

Der einst private Brief von Papst Franziskus´an die Bischöfe von Buenos Aires, der aber jetzt als Apostolischer Brief angesehen werden muß, der zu seinem "authentischen Lehramt" gehört, bestätigt diese Richtlinien:
"Das Dokument ist ser gut und erklärt vollständig die Bedeutung von Kapitel VIII von Amorsi Laetitia. Es gibt keine anderen Interpretationen. Und ich bin sicher, daß es viel gutes Tun wird."

Das Problem mit Amoris Laetitia, das ist klar, ist nicht nur das der "liberalen Bischöfe", die es interpretieren sondern der Papst, dessen manifeste Interpretation seines eigenen Dokumentes man unmöglich mit der immerwährenden Lehre und Disziplin des Katholischen Glaubens in Übereinstimmung bringen kann. 

Siehe die Oktoberausgabe 2016 der AAS auf der Vatican website (sehr umfangreiche PDF).
Siehe die Buenos Aires-Richtlinien auf der Vatican website  hier.
Hier ein Ausschnitt aus den AAS in ihrer Originalform klicken

Quelle: rorate caeli, AAS

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