Freitag, 26. Januar 2018

Fr. Blake spricht....

über Peronismus und Korruption in Beziehung zum aktuellen Pontifikat und den jüngsten Ereignissen während der Lateinamerikareise. Sehr lesenswert.
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                       "PERONISMUS UND KORRUPTION"

"Kürzlich bekam ich von einem argentinischen Kellner, in Argentinien Absolvent eines PPE *-Studiums, eine Lektion in Peronismus.
Peronismus - sagte er - war die korrupteste Form von Politik, weil man Kommunist oder Faschist oder Kapitalist sein konnte, das Einzige, was fehlte, war die Unterstützung von Peron  und nach Peron jedes anderen Staatsoberhaupts.
Das ist ein Überbleibsel des Faschismus der 20/30-er Jahre, in denen der Wille des Führers oder des Duce alles war, was zählte, Right or wrong, gut oder schlecht, Gebrauch oder Tradition, Gesetz oder Moral oder alles andere, was unwichtig geworden war und im Vergleich zum Willen des Führers keine Gültigkeit hatte.

Deshalb ist es das Ideal so nah wie möglich beim Führer zu sein, falls eine direkte Nähe nicht gelingt, ist das nächstbeste, entweder denen nahe zu sein, die dem Führer nahe sind oder denen, die ihn kennen, oder behaupten, die Denkweise des Führers zu kennen.
In einem solchen System ist die moralische Autonomie auf Sklaverei reduziert, weil es keinen moralischen Kompass gibt, solche Abstrakta wie falsch oder richtig sind nicht wichtig.
Alles was zählt, ist Dux vult.
Wenn der Führer etwas sprunghaft ist, macht das nicht wirklich was, es bedeutet nur, daß seine Anhänger näher bei ihm sein müssen, besser zuhören und es bedeutet auch, das das, was der Wille des Führers im letzten Jahr oder sogar auch heute morgen, es jetzt nicht mehr sein könnte oder sein Wille, den er A gegenüber ausgesprochen hat  zu dem, den er B gegenüber geäußert hat, komplett konträr ist.
Für den Peronisten muß die alte Elite, die ihre Autorität auf intellektuelle Expertise, ihr Verständnis oder ihre Kenntnisse , sogar auch auf ihrer Gesetzestreue bezieht, ersetzt werden durch nichts anderes als den Willen des Führers.
Sie repräsentieren eine alternative Autorität und deshalb eine mögliche alternative Quelle von Macht und sicher eine Quelle für Bewertung und Kritik.
Peronismus haßt Intellektuelle, sie sind immer total willkürlich und besorgt um das, was dienlich ist, um die Macht des Führers zu vergrößern.

Heute identifiziert jeder das Regieren von Franziskus als eine Art von Peronismus, das ist die populäre Schlussfolgerung, ich habe das zu Beginn seiner Regierungszeit identifiziert, wenn auch etwas positiv, etwas, das den einfachen Menschen anzieht und versucht das Papsttum populär zu  machen, das war ein bißchen naiv von mir, es ist tatsächlich Perons Peronismus - hauptsächlich, um den Führer mächtig zu machen.





Das Problem mit dem Peronismus ist - wie mein Kellner erklärte - daß er weit davon entfernt ist, ein Heilmittel gegen Korruption zu sein, er wird die Quelle davon. Die Korruption im Vatican basiert auf Nepotismus und Protektion, das ist das alte italienische Ding - in Rom so dominierend wie in Palermo; X hat mir einen Gefallen getan, deshalb werde ich Y einen Gefallen tun, der dir einen Gefallen als Gegenleistung für deine Hilfe tut, dafür daß du Z hilfst, der mir dann verpflichtet ist.
Peronismus.

Peronismus lebt davon, daß Beziehungen mit dem Führer alles sind was zählt, eher als Integrität, Ehre oder Ehrbarkeit. Er reduziert jeden in die Sklaverei, weil die persönliche Integrität immer dem unterworfen wird, was der Führer will. Nordkorea ist vielleicht das peronistische Ideal oder zumindest seine reductio an absurdum.

Was gehaßt wird, sind aufrechte integre Männer, die die anerkannt werden, sind servil und schwach und jene, die entweder dumm sind oder wegen eines Mangels an Integrität schuldig, die dann deshalb auch immer korrumpierbar sind, man könnte eine riesige Zahl an päpstlichen Höflingen auflisten, die in diese Kategorie passen.

In seinem jüngsten Kommentar zu Bischof Barros in Chile und seiner Denunzierung der Beschuldiger von Barros - ....Verleumder zu sein, sagt der Papst ganz zu Recht, bringt mir Beweise und ich werde handeln, Beweise sind gerecht und Unschuld sollte vorausgesetzt werden.
Das Problem ist natürlich, daß er in einer anderen Situation  Bischöfe entlassen hat - auf bloße Gerüchte oder Geschwätz hin - wie im Fall des Bischofs von Ciudad del Este.

In der englisch-sprachigen Welt ist die Regel, daß wenn ein Priester oder ein Bischof, der des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt wird, wird er suspendiert bis er entlastet ist, die Beweislast liegt bei ihm, nicht bei seinen Beschuldigern.
In Italien hat Franziskus den Ruf, den Freunden von Freunden sexueller Mißbrauchstäter  "Barmherzigkeit" zu erweisen, so wie Fr. Mauro Inzoli, der von Benedikt suspendiert wurde, dann von Franziskus rehabilitiert dann wieder suspendiert, als er verurteilt und inhaftiert wurde.
Seine eigene Akte bei sexuellen Mißbrauchstätern in Buenos Aires scheint nicht ganz das leuchtende Beispiel zu sein, im Vergleich zu Kardinal Pells - sogar in den 80-er Jahren.

Das ist eine sehr peronistische Art zu handeln, wo der nötige Prozess oder die gute Praxis nach dem Willen des Führers oder nach Freundschaften überstimmt wird.

Das selbe könnte man über die "Hochzeit im Flugzeug" sagen, fälliges Vorgehen, Ritual, Gesetz werden ignoriert zum Wohl dessen, was viele als Kunststück betrachten könnten.

Die päsptliche Ehrung von Lilianne Ploumen oder das Lob für Emma Bonino kann man auf peronistische Weise sehen, was wichtig ist, ist nicht der Katholische Glaube sondern was politisch nützlich ist. Es ist in den Augen der Welt eine gute Sache oder gerade für seine Freunde, berühmte Frauen zu ehren und zu preisen, sie können zwar für die Abtreibung sein aber sie sind gegen Drogenhandel und gegen Gewalt gegen Frauen.

Die letzte Aktion - die katholischen chinesischen Untergrundbischöfe aufzufordern, zugunsten von vom Staat ernannten, zurückzutreten ist in der Tat eine peronistische Aktion.
Die Rechtgläubigkeit, das vergangene Leiden und die Treue solcher Bischöfe  und ihres Volkes zählt wenig im Vergleich zur Annäherung an die Chinesische Regierung. Die Botschaft, die in die Welt geschickt wurde, ist, daß in ihrer Beziehung mit der Welt alles, was die Katholische Kirche einmal glaubte, zur Disposition steht, fast so, als ob das, was am meisten erwünscht ist, ein Besuch des Papstes in China ist und der Status, den er dem Heiligen Stuhl und dem Papst persönlich bringen könnte."

Quelle: stmarymagdalenblog, Fr. R. Blake






 



 

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