Dienstag, 23. Januar 2018

Sandro Magister vergleicht das, was der Papst sagt mit dem, was wirklich passiert ist.

Nach der Chile-Reise kommentiert Sandro Magister bei Settimo Cielo die Äußerungen des amtierenden Pontifex bei der "fliegenden Pressekonferenz" -auch im Verhältnis zu den Worten Kardinal O´Malleys. Dabei stellt sich nicht nur für ihn- wie jetzt diverse Presse-Erklärungen, auch bisher eiserner Bergoglio-Fans der Laienpresse zeigen- die Frage der Glaubwürdigkeit.
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"WARUM FRANZISKUS ZWEI UNBEKANNTE GETRAUT HAT, SICH ABER WEIGERT, UNBEQUEME ZEUGEN ANZUHÖREN"

"Pünktlich haben die in großer Höhe gesprochenen Worte von Papst Franziskus, diesesmal auf dem Rückflug von Peru nach Rom in der Nacht vom 21. zum 22. Januar, eine weitere, große Verwirrung hervorgerufen.

Video der Pressekonferenz während des Fluges

Zwei brisante Themen der Pressekonferenz - beide in Chile: das Schicksal des Bischofs von Osorno, Juan de la Cruz Barros Madrid, und die vom Papst während des Fluges durchgeführte Trauung einer Flugbegleiterin und eines Stewards während der Fluges von Santiago und Iquique.
In diesem zweiten Fall hat Franziskus gesagt, daß er sofort urteilte, daß für die Gültigkeit  "alle Voraussetzungen gegeben seien" für die Gültigkeit des Sakramentes" und deshlab sofort gefeiert werden konnte. Um dieser Gewissheit zu erlangen, hätten ihm die Worte des Paares genügt, sagte er.

Was den Bischof von Osorno anangeht, geschah das Gegenteil. Der Papst sagte, er habe den Fall lange studiert und noch einmal studiert habe", aber daß ihm die "Beweise " für seine Schuld fehlten.
Und  deswegen belasse er den Bischof an der Spitze der Diözese- trotz der Ansschuldigungen, die weiterhin gegen ihn erhoben werden, Beschuldigungen, die für den Papst in Wirklichkeit "Verleumdungen" sind.

In Chile hatte Franziskus auf die Frage eines Journalisten trocken geantwortet und hatte dabei nicht von fehlenden "Beweisen" gesprochen sondern von "Belegen" . Und für dieses Wort, das sich kaum oder gar nicht von dem vorhergehenden unterscheidet, hat er sich während des Fluges entschuldigt.
Aber an der Richtigkeit des Wortes "Verleumdung" hielt er fest, das er auf jene anwandte, die sich als Opfer sexuellen Mißbrauchs bezeichneten,von dem der Papst glaubt, daß er nie stattgefunden habe.

Aber er sagte auch, daß er die "Opfer" des betreffenden Bischofs nie beachtet habe, weil sie weder "gekommen sind" noch sich ihm "präsentiert" haben.
In Wirklichkeit haben sie immer wieder -öffentlich- darum gebeten, vom Papst angehört zu werden, damit er auf der Grundlage ihres Zeugnisses genau diese Beweise überprüfen konnte, von denen er weiterhin sagt, daß sie fehlten.

Während des Rückfluges nach Rom, hat Franziskus auch eine neue Auslegung für den Brief  geliefert, den er am 31. Januar 2015 an die chilenischen Bischöfe geschrieben hatte, den Associated Press am Vorabend vor dieser Reise nach Chile veröffentlicht wurde.



Aus dem, was im Brief geschrieben steht, scheint tatsächlich hervorzugehen, daß auch Papst Franziskus selbst  bis Ende 2014 die Entlassung erwog, dann aber seíne Meinunge geändert zu und ihn am 10. Januar 2015 auf den Bischofssitz von Osorno befördert hat.

Aber jetzt scheint es, daß es  nicht so gewesen ist. Aus den Worten Franzsikus´ während des Fluges kann man entnehmen, daß er diesen Bischof immer "für gut" gehalten habe, auch als "einige Personen der chilensichen Biychofskonferenz" wollten, daß er zurücktrete. Und tatsächlich - sagt er- habe er nicht nur einmal sondern zweimal seinen Rücktritt abgelehnt, das erstemal nach der Ernennung zum Bischof von Osorno, weil sie anzunehmen, bedeutet hätte, "seine Schuld zuzugeben" während dagegen ...."Ich bin überzeugt, daß er unschuldig ist".

In diesem Wirrwarr von Widersprüchen bleibt ungeklärt, warum die Opfer der geistlichen Führers des Bischofs von Osorno, des Priesters Antonio Karadima, große Aufmerksamkeit gefunden haben und sehr schnell die kanonische Verurteilung des Beschuldigten erreichten, während einigen dieser Opfer nicht geglaubt, ja nicht einmal zugehört wurde, als sie den Bischof beschuldigten.
Bei der Pressekonferenz im Flugzeug sagte Franziskus dann noch, er habe Kardinal Sean O´Malley, dem Leiter der päpstlichen Kommission zum Schutz Minderjähriger, für seine Worte zu dieser Frage gedankt.

In Wirklichkeit ist das am 20. Januar vom Kardinal auf der website seiner Erzdiözese Boston öffentlich gemachte Statement alles andere als übereinstimmend mit dem Papst.

O´Malle hat gesagt, daß "Es verständlich ist, daß diese Worte von Franziskus Ursache großen Schmerzes für die Opfer sexuellen Mißbrauchs geworden sind", weil "Ausdrücke wie "wenn du deine Beschulsigungen nicht beweisen kannst, bist du nicht glaubwürdig" die Opfer in die Verbannung des
Verrufs schicken."

"Kardinal O´Malley: Papst hat bei den Mißbrauchsopfern in Chile große Schmerzen verursacht" 

Dann kam er auf die von Franziskus gesegnete Blitzhochzeit auf dem Flug zwischen Santioga di Chile und Iquique zurück, es ist zu bemerken, daß dieser Ablauf von diesem Ehepaar vor einem Monat in einem Interview mit der chilenischen Zeitung "El Mercurio" vom 19. Dezember angekündigt worden war.

("Con emoción y nerviosismo: Tripulación del avión que trasladará al Papa en Chile cuenta cómo recibieron la noticia")

Während des Fluges schien alles überraschend passiert zu sein-nach dem Video der "breaking news" zu urteilen, die sofort danach von eben diesen Eheleuten den Journaisten, die auch auf diesem Flug dabei waren, verteilt wurde.
"Il papa: "Vi sposo, dai, facciamolo!" (ich traue Euch, los, machen wir´s) 

Und selbsr Franziskus scheint- nachdem, was er auf dem Flug nach Rom gesagt hat- von der Idee überrascht worden zu sein, die Flugbegleiterin und den Steward zu trauen, und sofort entschieden zu haben, zu handeln und den beiden zu glauben.

Und dem Journalisten, der ihn bei der Pressekonferenz  gefragt hatte:"was würden Sie zu den Pfarrern sagen, die verlobten Paaren begegnen, die die Absicht haben, in Flugzeugen oder Schiffen zu heiraten" antwortete er:
"Wir müssen den Pfarrern sagen. daß der Papst sie gut befragt hat, es war eine reguläre Situation"

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magiste

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