Freitag, 23. März 2018

Nach den Fake-news ein Fake-Rücktritt. Was kommt als nächstes?

Roberto Cascioli  kommentiert, bewertet und kritisiert bei LaNuovaBussola Quotidiana das unschöne Geschehen um Letter-gate und die Handhabung der Folgen durch das aktuelle Pontifikat, von dem man nicht behaupten kann, daß es sich um ein Ruhmesblatt handele....
Ein Opfer, das auf der Walstatt zurückblieb ist sicher die "Hermeneutik der Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten" - zu gezielt -und das sicher nicht ohne Wissen des derzeitigen obersten Dienstherrn in Oltretevere - ist die Instrumentalisierung des Emeritus, ist der Versuch, ihn trotz der bekannten Vorgeschichte mit Hünermann zu einer Würdigung der Lobpreisungen der Franziskus-Theologie zu verlocken.
Hier aber geht´s zum Original:  klicken


      "VIGANO TRITT ZURÜCK, ABER KEINE                                  ENTSCHULDIGUNG BEI BENEDIKT XVI"

"Nach dem Skandal des manipulierten Briefes von Benedikt XVI tritt Msgr. Dario Viganò zurück, aber der Papst bittet ihn, sich dem neuen Präfekten für die Kommunikation zur Seite zu stellen.
Und inzwischen kommt der "magische Kreis" zu Hilfe und schießt auf Papa Ratzinger.

Am Ende ist der Brief mit dem Rücktritt als Präfekt des Sekretariates für Kommunikation von Msgr. Dario Edoardo Viganò angekommen, aber erst nachdem er sich mit dem Papst auf eine Exit-Strategie geeinigt hatte. Der Papst hat praktisch ad hoc für Msgr. Viganò  das Amt eines Assessors für das Kommunikationsdikasterium geschaffen, so daß der Ex-Präfekt dem neuen Präfekten seinen "menschlichen und professonellen Beitrag anbieten kann, um das Reformprojekt für alle vaticanischen Medien zuende zu bringen", das- wie Papst Franziskus sagt, "in seine Endphase eingetreten ist."

Wir müssen also auf die Nominierung des neuen Präfekten und sein ersten Schritte warten, um besser zu verstehen, ob es sich nur um einen "weichen Ausstieg" handelt oder um eine einfache Verschiebung, um die Kontroversen zu beruhigen und über die planetarisch schlechte Vorstellung hinwegzuhelfen, aber Msgr. Viganò weiterhin hinter den Kulissen die Leitung zu überlassen.
Im Augenblick läßt der Ton der beiden Briefe eher an die zweite Hypothese denken.
Um seine Entscheidung "sich zu entfernen" zu erklären, stellt Viganò einen Bezug zu den vielen "Attacken auf meine Arbeit" her, eine entschieden zu wohlwollende und selbst-absolvierende Zusammenfassung.

Um es kurz zusammenzufassen: die in Frage stehende Arbeit umfaßt auch den Versuch, den Papa emeritus zu täuschen,  den Betrug der öffentlichen Meinung, die Verletzung der Privatsphäre durch Verbreitung eines vertraulichen Briefes,die Fälschung des Briefes und des Fotos und  wiederholte Lügen.  Angesichts dieser Tasachen zu sagen, daß das Problem die Polemiken seien, bedeutet, das Ganze ein wenig zu reduzieren, zumal es in dem Brief nicht die Spur einer Entschuldigung gibt, sondern nur ein ausführliches Lob von Papst Franziskus und seinem Reformprojekt, das durch solche Rückschläge nicht gebremst werden solle.

Die Antwort des Papstes steht dazu in perfekter Übereinstimmung und macht sofort klar, daß er den Rücktritt "nicht ohne Bedauern" annimmt, eine Bestätigung, die sich aus dem sentimentalen Lob verstehen läßt, das er Msgr. Viganò spendet. Daher die Einladung in einer neuen Position weiterhin zur Verfügung des Dikasteriums für die Kommunikation zu stehen.

Insgesamt hatte das angerichtete Durcheinander für den Heiligen Stuhl einen so  schweren Image-Schaden angerichtet, daß etwas getan werden mußte, aber augenscheinlich hat man sich für das Geringstmögliche entschieden.
Schließlich erinnern wir daran, daß der Brief Viganòs, in dem er  Benedikt gebeten hatte, einen Beitrag zu der Serie "Die Theologie von Franziskus" beizusteuern  nie bekannt gemacht wurde, etwas, das auch volles Licht auf die Antwort des Papa emeritus werfen würde.

Das persönliche Vorgehen von Msgr. Viganò bringt auch die Gefahr mit sich, die Frage zu verdecken, die wirklich auf dem Spiel steht, die dieser Skandal klar enthüll hat und die das Lehramt der Kirche betrifft. Und die hat darüber hinaus ganz andere Hauptdarsteller als Viganò.





Woraus ist das ganze Durcheinander entstanden? Aus dem Versuch, eine theologische Interpretation des Franziskus-Pontifikates, das im offenen Gegensatz zum Lehramt von Benedikt XVI und Johannes Paul II steht, zu bestätigen, indem man sie -im Namen einer angeblichen Kontinuität-von Papst Ratzinger unterstützen läßt. Ein perverser Plan, den der Papa emeritus sofort durchschaut hat, der sich dann weigerte, bei dieser Operation mitzuwirken und sich dabei klar auf einen der Protagonisten der Büchlein bezog, eben jenen Peter Hünermann, (auf dessen Gedankenwelt im Artikel von Luisella Scrosati hingewiesen wird).
Aber der ist sicher nicht der einzige: es genügt, sich zu erinnern, daß zu den Autoren, die gerufen wurden, das Pontifkat von Franziskus zu feiern, auch der Italiener Aristide Fumagalli gehört, der für seine pro-Gender-Einstellung bekannt ist.

Alles wurde konstruiert, um verkünden zu können, daß Benedikt nicht nur der erste Unterstützer von Papst Franziskus ist, sondern auch dessen theologische Linie teilt,
Es wäre das perfekte Verbrechen geworden: Benedikt XVI, der eine Sicht der Moral und der Sakramente unterstützen sollte, die in offenem Gegensatz zu dem steht, was er seit Jahrzehnten zuerst als Präfekt der Glaubenskongregation und dann als Papst behauptet hatte.
Hätte er ein Schriftstück nach den Plänen Viganòs unterschrieben, hätte Benedikt XVI sich selbst diskreditiert.

Es handelte sich um einen echten Hinterhalt, was die Wertschätzung und den Respekt für den Papa emeritus angeht.  Und tatsächlich gibt es im Rücktrittsbrief von Msgr. Viganò kein einziges Wort der Entschuldigung gegenüber Papa Ratzinger, der auf schändliche Weise  gegen seinen Willen in diesen medialen Sturm hineingezogen wurde. Im Gegenteil- der "magische Zirkel" ist sofort in den Ring gestiegen, um Msgr Viganò und besonders die Operation zu unterstützen, die die Doktrin umstürzen sollte.
Von Alberto Melloni und Andrea Grillo (großer Bewunderer von Hünermann) wurde eine ganze Breitseite auf Benedikt XVI abgefeuert; pünktlich wurden die  Worte des Papa emeritus zu den antilehramtlichen Aktivitäten Hünermanns auf eine theologische Hetzrede reduziert, dann die Lügen Viganòs, die zu einem Akt der Barmherzigkeit gegenüber Benedikt XVI erhoben wurden.
Eine Lüge nach der anderen. Das Problem geht weit über Viganò hinaus."

Quelle: R. Cascioli, La Nuova Bussola Quotidiana 


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