Dienstag, 13. März 2018

Sandro Magister: Neues vom Malteser Orden

Sandro Magister hat gestern einen Brief aus dem Inneren des Malteser Ordens, anläßlich der Wiederaufnahme der Spendentätigkeit des Ordens und der Verflechtungen einiger von Anbeginn des Skandals beteiligten Personen veröffentlicht. Aus nachvollziehbaren Gründen gibt er den Namen des Briefschreibers nicht bekannt.
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"DEUTSCHER PASS UND SCHWEIZER FRANKEN. WER HAT DIE MACHT BEI DEN MALTESER RITTERN ?"
Veröffentlicht wie erhalten

Lieber Magister,
Eine Presseveröffentlichung des Malteser Ordens von vor einigen Wochen brachte die Nachricht, daß "Caritas Pro Vitae Gradu", CPVG, ein in Neuseeland eingerichteter wohltätiger Treuhandfond, über den im letzten Jahr viel gesprochen wurde, weil der Generalstaatsanwalt der Stadt Genf sein Vermögen für 5 Jahre eingefroren hatte, jetzt erneut damit begonnen hat, Spenden zu verteilen.
Und sie hat die ersten an die Libanesische Vereinigung des Malteser Ordnes gegeben, der Marwan Sehnaoui geleitet wird und an die Libvanesische Stiftung des Malteser Ordens, ebenfalls von Sehnaoui geleitet.  Das Projekt, dem die Gelder bestimmt sind, ist eine humanitäre Bemühung zur Unterstützung und für die Organisation von Sommercamps für junge Libanesen mit geistigen und körperlichen Behinderungen.

Aber gehen wir einige Schitte zurück. Und Ende März 2017 hat Settimo Cielo Details aus verschiedenen Statements einer Pressemitteilung des Malteser Ordens veröffentlicht. Diese Dezails sind nie geleugnet worden. Schauen wir also noch einmal auf die Abfolge der Ereignisse.

2012 stimmt  Marc Odendall- ohne jede Position oder Autorität beim Malteser Orden dem Treuhänder des Fonds des CPVG betreffs verschiedener Spenden an Zweige des Ordens zu, unter ihnen eine von Erzbischof Silvano Tomasi geleitete Stiftung, der zu der Zeit apostolischer Nuntius  bei den UN in Genf war, eine Stiftung, die in Wirklichkeit nichts mit dem Orden selbst zu tun hatte, aber deren Schatzmeister Odendall war.

2013 haben zwei natürliche Personen Starfanzeige gegen den Treuhänder des CPVG wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Geldern aus einer Erbschaft erstattet. Die Staatsanwaltschaft in Genf  eröffnete ein Strafverfahren wegen "unfairer Verwaltungspraktiken, Vertrauensbruchs und Geldwäsche" gegen Unbekannt. Der Malteser Orden und einige andere religiöse Institutionen sind an dem Verfahren beteiligt.
Der CPVG- Treuhandfond wird verdächtigt nach zahlreichen nicht ganz nachvollziehbaren Transktionen im Besitz von 120 Millionen Schweizer Franken zu sein, die usprünglich aus einer Stiftung namens "Malta-Stiftumg" in Liechtenstein stammte.
25% dieser Summe sollen für den Malteser Orden bestimmt gewesen sein.




In der Zeit von 2013 übten Marc Odendall, Erzbischof Tomasi und Marwan Sehnaoui gemeinsam mit dem deutschen Albrecht Freiherr von Boeselager , erst Hospitalier, dann Kanzler des Malteser Ordens jede erdenklich Art von Druck auf den damaligen Großmeister des Ordens, Fra´ Matthew Festing aus, einer Transaktion mit dem Treuhänder des CPVG zuzustimmen.
Aber der Großmeister hat in Erwartung einer Entscheidung des Schweizers Justitiars jede Übereinkunft blockiert.

Am 6. Dezember 2016 hat der Orden ein Disziplinarverfahren gegen von Boeselager wegen Verteilung von empfängnisverhütenden und abtreibungsförderndern Pillen in Hilfsprojekten des Ordens in Myanmar  und im Süd-Sudan eröffnet. Boeselager wird vom Orden suspendiert und deshalb aus seiner Funktion als Großkanzler entlassen.

Am 21. Dezember 2016 hat der Hl. Stuhl, der inzwischen Boeselagers Bruder Georg zum Berater des IOR (Institut für Religiöse Werke, "Vatican-Bank") ernannt und eine Untersuchungskommisissiom für die Aktivitäten des Großmeisters eingerichtet. Zu Mitgliedern dieses Komitées ernennt er Marc Odendall, Erzbischof Silvano Tomasi und Marwan Sehnaoui.

Am 14. Januar 2017 verurteilt der Großmeister den offensichtlichen Interessenkonflikt beim Komitée und kündigt die Einrichtung eines professionellen internen KOmitees an, das Licht auf diesen Interessenkonflikt und den CPVG-Treuhandfond werfen sollte.

Am 24. Januar 2017 beordert Papst Franziskus den Großmeister in den Apostotlischen Palast und zwingt ihn, zurückzutreten. Der Malteser Orden ist eine international anerkannte souveräne Körperschaft, Dieses Ereignis erscheint vielen als Mißbrauch, dass die Souveränität des Ordens unterminierte.

Am 25, Januar schickt der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin einen Brief an die Mitglieder des Soveränen Rat des Malteser Ordens, in dem er sie informierte, daß der Hl. Vater den Rücktritt des Großmeisters angenommen habe und "auf der Grundlage von Beweisen, die aus den von ihm  erworbenen Informationen hervorgegangen sind [durch das Komitee? ]- hat er festgestellt, daß alle vom Großmeister nach dem 6. Dezember 2016 durchgeführten Handlungen null und  nichtig sind. Gleiches gilt für die des Souveränen Rates."
Und so wird Boeselager wieder Kanzler.

Am 1. März unterzeichnet das neue "Management" des Ordens eine Tranaktion mit dem Treuhänder des CPVG-Treuhandfonds. Die Transaktion legt Zuwendungen an den Orden für 7 Jahre fest. Aber der Genfer Staatsanwalt gibt das Vermögen nicht frei.
Der Orden veranlasst die Untersuchung der Herkunft dieser Vermögenswerte durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Promontory Financial Group, deren Antwort, die niemals veröffentlicht wurde, als vom Rechnungsausschuss des Ordens selbst akzeptiert angesehen wird. 
Der Rat der Rechnungsprüfer ist jedoch ein Kollegialorgan, während die Antwort in Wirklichkeit von einem eingeschränkten Ad-hoc-Ausschuss angenommen wurde.

Im Dezember 2017 geht der Genfer Staatsanwalt in den Ruhestand, Die Vermögenswerte des CPVG-Treuhandfonds werden freigegeben. 
Und die erste Spende geht an keine andere als an die von Marwan Sehanoui geleitete Vereinigung.
Die Anhänger müssen belohnt werden. Außerdem gibt es am 2. und 3. Mai 2018 bald die Wahl des neuen Großmeisters oder des des Leutnants ad interim und es ist natürlich, sich zu fragen, für wen Senhaoui und die anderen stimmen werden.

Am 9. Februar 2018 zitiert ein Statement des Ordens zunächst Danksagungen an Erzbischof Tomasi und Marc Odendall, dafür, daß sie " seit 2012 zu den guten Beziehungen mit den Treuhändern des Treuhandfond beigetragen haben."
Die Clique, die Großmeister Festing "aus dem Fenster stürzte" sitzt daher fester im Sattel  denn je.
Die beiden Boeselager  kontrollieren jetzt sowohl die Vatican-Finanzen (die in den letzten Zügen liegen) als auch die Finanzen des Malteser Ordens  (teilweise dank der stillen Übernahme  von Vermögenswerten, die von den italienischen Zweigen des Ordens von italienischen Familien gespendet wurden) als auch das Geld des Neuseeland-Trusts, das den Orden auf so umständliche Weise erreicht hat. 

In der Zwischenzeit zieht das von Deutschland getriebene "anders legitimierte" Management innerhalb des Ordens die Fäden eines Prozesses einer Verfassungsrevision. All jene, die sich nicht mit dem vorherrschenden Kurs anschließen, werden von dem Prozess und den Diskussionen ausgeschlossen, und als Förderer einer Spaltung disqulifiziert.  

Schon einmal in der Vergangenheit, im Jahr 1798, wurde der Malteserritterorden zerstört. Dies geschah durch die Feigheit des damaligen Großmeisters, eines Deutschen - auch er - Ferdinand von Hompesch zu Bolheim, der Napoleons Stirnrunzeln nachgab. Es dauerte mindestens dreißig Jahre, um den Orden wieder aufzubauen.


Aber die aktuelle Überarbeitung der Verfassung ist eine andere Geschichte, Die wird Teil einer zukünftigen Diskussion sein."

Herzlich,  .....

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister

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