Samstag, 16. Juni 2018

Bischof Schwarz, Liebesbriefe, ein Ex-Geheimagent...Skandal, Realität oder Seifenoper?


Maike Hickson analysiert und kommentiert bei OnePeterFive die Gerüchte aus der Diözese Klagenfurth, die seit der Ernennung ihres Bischofs Alois Schwarz als Bischof von St, Pölten wieder in den Medien aufgetaucht sind. Diese Gerüchte würden Stoff für eine Seifenoper mit jahrelanger Laufzeit liefern-leider scheinen sie aber eher der Realität nahe zu sein.
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"BERICHT: ÖSTERREICHISCHER BISCHOF HAT FREUNDINNEN UND DIE KIRCHENLEITUNG SCHWEIGT."

"Heute, am 15. Juni  wurde in Österreich eine verblüffende Geschichte bekannt. Das Österreichische Magazin "NEWS" hat einen Bericht veröffentlicht, der sich für die österreichische Katholische Kirche als verheerend erweisen könnte, besonders sowohl für ihren Vorsitzenden Kardinal Christoph Schönborn als auch für den Österreichischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen.
Bischof Alois Schwarz soll eine unangemessene Beziehung mit zwei Frauen gehabt haben; etwas worüber die Kirchenleitung informiert war aber schwieg.

Wie NEWS in Ausgabe 24/2018 berichtet, hat MSgr. Alois Schwarz, der Bischof von Gurk-Klagenfurth (Kärnten) war und am 1. Juli der neue Bischof von St. Pölten werden soll, eine ungewöhnliche Beziehung mit zwei Frauen. Eine von ihnen ist seine Langzeit-Haushälterin, die schon für ihn arbeitete, als er noch Weihbischof von Wien war. Die andere, Frau Andrea E, (ihr Name ist OnePeterFive bekannt) arbeitet jetzt seit Jahren in führenden Positionen in Schwarz´ Diözese. 

Der NEWS-Bericht beschreibt die Beziehung des Bischofs zu seiner Haushälterin als "pathologische Abhängigkeit". Miss E. soll nicht nur über den Haushalt geherrscht, sondern auch Verantwortung für das diözesane Personal gehabt haben. Sie wird als eine Art "Innenminister" beschrieben. 
Beruhend auf den Aussagen vieler Augenzeugen und anonymer Briefe- von denen einige sowohl an die Medien als auch an den Päpstlichen  Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter S. Zurbriggen, geschickt wurden-fährt das Magazin dann fort, die Geschichte zu erzählen, und was passierte, als Bischof Schwarz Andrea E. erlaubte, größeren Einfluss auf ihn zu gewinnen. 
Andrea E. war für die Organisation der Wallfahrten für die Diözese verantwortlich und sie wurde immer mächtiger - und vergrämte so viele Angestellte, daß 2017 sogar die Medien darüber berichteten. 
"Heute gibt es viele Leute, die enttäuscht sind" erklärt der frühere Privatsekretär von Bischof Schwarz zur Atmosphäre in der Diözese. Die Gläubigen der Diözese hätten sich zunehmend "unwohl gefühlt über die öffentliche Zurschaustellung von Nähe" zwischen dem Bischof und Andrea E. -wie NEWS berichtet.
Andrea E. wird von den Angestellten den Diözese auch "Frau Bischof" genannt, weil sie "klar erkennbar der Boss ist". Sie soll den Bischof nicht nur grob behandeln sondern auch die Angestellten, "nur noch brutaler". 2017, als sie Leiterin des diözesanen Stiftes St. Georgen war, haben fast alle Angestellten gekündigt.

Wie NEWS schreibt, ist eine eifersüchtige Beziehung zwischen diesen beiden Frauen entstanden, die dem Bischof nahe stehen und daß die Spannungen sogar zu physischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Frauen führten. 
Leute, die in der Diözese arbeiteten, empfanden es, der einen Quelle zufolge, als "unerträglich"- Zeuge dieser "ménage a trois" zu sein. 




In der Zwischenzeit soll Bischof Schwarz -nach NEWS- mit Andrea E. gelegentlich nach Wien gereist sein, um in einem Apartment der Diözese Gurk-Klagenfurth zu wohnen und die Oper zu besuchen. Man sagt, daß Frau E. auch eine Jagdhütte, die der Diözese gehört, für gelegentliche Besuche des Bischofs renoviert habe.

Diesen Berichten zufolge erlaubt Bischof Schwarz Frauen, einen unpassenden Einfluß auf ihn - und damit auf Angelegenheiten der Diözese- auszuüben, was wiederum nachteilige Effekte auf die Arbeitsatmosphäre und das Personal der gesamten Diözese hat. Solche Skandale bleiben außerdem nicht verborgen.

Nach NEWS wurde der frühere Generalvikar der Diözese Gurk-Klagenfurth, Gerhard C.Kalidz, von Bischof Schwarz entlassen, nachdem er den Bischof mit zwei von Andrea E. geschriebenen Liebesbriefen konfrontiert hatte.

Erzbischof Zurbriggen, der Päpstliche Nuntius, hat bisher noch nicht auf Medienanfragen geantwortet, wie NEWS berichtet. Er soll- nach Berichten aus der Zeit.- bereits 2008 über einige kompromittierende Liebensbriefe an Bischof Schwarz unterrichtet gewesen sein.

Bereits vor 10 Jahren -Schwarz war damals schon Bischof von Gurk-Klagenfurth. hatte das "offene Geheimnis" von Bischof Schwarz´ angeblicher romantischen Beziehung die Öffentlichkeit erreicht, als die bekannte österreichische Zeitung "Der Standard" den Bischof in einem Interview direkt fragte" haben Sie eine weibliche Vertraute, die Ihnen nahe steht?" 
Bischof Schwarz antwortete damals, daß es einige Frauen gäbe, "die mit mir und meiner Art zu leben respektvoll umgehen, die mit mir beten und mit mir Eucharistie feiern" Aber-so fügte er hinzu" daß es Leute gibt, die gewisse Sensibilitäten auf andere Weise wahrnehmen als ich" "Sollte ich Grund zum Verdacht gegeben haben, tut es mir leid" sagte Schwarz oberflächlich.

Der Standard ging dann weiter und fragte Schwarz nach einer bestimmten Frau "die ihren Dienst in der Diözese nicht ganz freiwillig verlassen habe, weil sie eine intime Beziehung mit Ihnen hatte. Ist das wahr?"  Der Bischof antwortete ausweichend: "Diese Abteilungsleiterin hatte eine korrekte Art mit mir umzugehen." und er behauptete dann, daß diese Frau ihren Job aus Gründen des Procederes aufgegeben habe (augenscheinlich endete ihr unbezahlter Urlaub, "Karenz"). Nach einem Bericht des Standards vom Juni 2008 hatte jene Frau einige enthüllende romantische Briefe an Bischof Schwarz geschrieben, die zu der Zeit sowohl der Österreichischen Bischofskonferenz als auch dem Päpstlichen Nuntius in Österreich bekannt waren, die aber beide beschlossen, in dieser Sache nicht in irgendeienr wahrnehmbaren oder öffentlichen Weise zu handeln.

Aber diese Antwort genügte der Österreichischen Zeitung nicht. Ihr Reporter fragte Bischof Schwarz: "Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um derartige Spekulationen ein für alle mal zu beenden?" 
Der Prälat antwortete mit diesen Worten dunkel: "Ich möchte auf meinem Weg des spirituellen Dienens als Bischof für die Kirche mit innerer Stärke weitergehen." Er dankte für die Gebete und bat jene, die mit ihm "kritisch solidarisch" waren, offen mit ihm zu sprechen.
Soll heißen, er gab eine Art ausweichende Nicht-Antwort. Er gab sicher keine Anwort, die irgendwelche Zweifel beseitigen konnte. 

Was jeden Katholischen Beobachter beunruhigen würde, ist die Frage, warum der Bischof nach all dieser Zeit die skandalösen Beziehungen immer noch nicht bereinigt hat, obwohl er mit ihnen schon öffentlich konfrontiert wurde.

Jetzt also, 10 Jahre später, gibt es das Gerücht immer noch. Sogar bevor dieser NEWS-Bericht herauskam. berichteten uns einige wohl-informierte Quellen über den weiblichen Faktor in Bischof Schwarz´ Leben. Diese Quellen sagen uns, daß diese anhaltende Beziehung in Österreich "ein offenes Geheimnis" ist. "Jeder weiß es, aber niemand spricht öffentlich darüber, " sagt uns eine Quelle. Eine andere Quelle sagt: "Sogar die Hunde in Klagenfurth wissen das."

Die negativen Auswirkungen dieser Situation sind bereits fühlbar. Als am 16. Mai die Nachricht bekannt wurde, daß Bischof Schwarz nach St. Pölten versetzt wird, haben einige Kommentatoren bzw. Kommentarspalten Folgendes geschrieben: "Ist das der Schwarz, der eine Freundin hat?" [wenn das so ist] wäre ich beinahe erleichtert. Wenigstens einer, der Frauen mag.:)" 
In der Kommentar-Spalte eines anderen Berichtes über diese Neuernennung fragt ein Kommentator: "Ich frage mich, ob Frau X [wir haben den Namen entfernt] jetzt auch nach St. Pölten ziehen wird?"
8 Leser haben diesen Kommentar mit "like" bewertet.

In Kommentaren zu einem weiteren Bericht über diese Personalentscheidung des Vaticans  diskutieren mehrere Kommentatoren die Frage von Bischof Schwarz´ Gefährtin und ob Priester eine Frau haben sollten oder nicht. Einer fragt: "wer kann die Personalentscheidungen des Vaticans verstehen?" 

Ein anderer kommentiert: "Die Frage ist jetzt nur, wer sonst mit ihm nach St. Pölten zieht?" Auf diesen Kommentar folgte eine Diskussion, ob Bischof Schwarz nicht bereits jemanden nach Klagenfurth mitgebracht hatte, als er dort aus Wien eintraf (wo er die Stellung eines Weihbischofs in der Erzdiözese Wien inne hatte). Der Austausch geht dann so weiter:

"Das ist nicht ganz wahr. Er wurde gebeten, nach Kärnten zu gehen. Das "Wiener Problem" [Eva H.] folgte dem-aber nicht nach Plan- wie man aus gutinformierten Quellen hören kann. In der munteren Stadt Klagenfurth verdoppelte (mindestens) sich diese Konfusion."

Um zum NEWS-Bericht über diese Schwarz- Affäre zurückzukehren: das Magazin schreibt auch, daß Bischof Schwarz vor kurzem einen früheren Geheimagenten, Gert-René Polli, eingestellt habe, um "Schwachpunkte in der Diözese" aufzudecken.
 Aber dieser Mann - war nach NEWS- mehr damit beschäftigt, herauszufinden, wer dem Bischof und seinem Tun kritisch gegenüber stand, er war also mehr damit beschäftigt, die Angestellten auszuspionieren und -mit den Worten diese Quelle- die "Maulwürfe" in der Diözese zu finden. Ein Pastor der Diözese postete am 23. April dieses Jahres bei Facebook sogar diesen Kommentar: "Meine Familie und ich wurden von meinem eigenen Chef mit Hilfe eines früheren Geheimagenten ausspioniert."

Ein anderer Teil  der Geschichte bezieht sich- wie die österreichische website Kath.net berichtet- darauf, daß Bischof Schwarz den Sexuellen Mißbrauch eines jungen Mannes durch einen Diakon seiner Diözese vertuscht habe.

Die offizielle Einsetzung von Bischof Schwarz in St.Pölten ist für den 1. Juli geplant.

Kardinal Schönborn, der Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist, kommt dann auch nach St. Pölten. Er könnte dann einige bohrende Fragen beantworten müssen.  Einige der zukünftigen Mitarbeiter der Diözese St. Pölten, die an eine solche neue Sitution nicht gewöhnt sind, könnten auch selber einige bohrende und ehrenwerte Fragen stellen.

OnePeterFive hat sich an das Büro von Bischof Schwarz gewandt und um einen Kommentar gebeten.
In einem Statement, das uns zugeschickt wurde, leugnet Bischof Schwarz jeden Vorwurf einer unangemessenen Beziehung mit Frauen. Er stellt fest: "Ich betone, daß meine Zusammenarbeit mit weiblichen Angestellten immer auf angemessene Weise stattfgefunden hat." Schwarz fügt dann hinzu, daß er "ehrlich dem Zölibat anhängt und dessen Lebensart". Als Bischof, sagt er, ist er "an ein Treueversprechen  gebunden, das er einhält" und "dessen Bewahrung für mich essentiell ist." 

OnePeterFive hat sich vor einigen Wochen auch an die Pressebüros des Papstes und Kardinal Schönborns gewandt und um Kommentare gebeten. Bisher haben wir von keinem eine Antwort bekommen. 


Bis zum 1. Juli ist noch genug Zeit für Papst Franziskus, um die Wahrheit zu erfahren und dann diese Gerüchte auszuräumen- sei es durch die Entfernung dieses Bischofs oder durch eine gründliche Untersuchung dieser Behauptungen. Oder er könnte andernfalls eine weitere schwere Last tragen müssen.
Warum ignorieren der Papst- und mit ihm Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz - de facto einen solchen moralischen Skandal, anstatt ihn gerade und männlich anzugehen? Soll auf diese Weise der Katholische Glaube seine Kraft wiedergewinnen?
Vor kurzem mußte sich Papst Franziskus mit einer Anzahl von Peinlichkeiten befassen, die er nicht einmal ansprechen zu wollen scheint (z.B. den Kardinal-Maradiaga-Skandal). Wie Sandro Magister, Italiens meistrespektierter Vaticanist gerade betonte, scheinen drei von neun Mitglieder des päpstlichen Neun-Kardinäle-Rates kompromittiert zu sein. die meisten dieser kompromittierten Kardinäle sind auf die ein oder andere Weise, direkt oder indirekt, in Fälle sexuellen Mißbrauchs verwickelt zu sein. Bisher hat der Papst noch keinen Schritt unternommen, um sie als Strafe aus ihren Ämtern zu entfernen. Kardinal Francisco Errazuriz z.B., der beschuldigt wird, den sexuellen Mißbrauch Chilenischer Priester durch Pater F. Karadima gedeckt zu haben, hat gerade am Juni-Treffen des Neun-Kardinäle-Rates in Rom teilgenommen. Zusammen mit Papst Franziskus.
Die Frage, ob Kardinal Schönborn- oder der Vatican- irgendein Interesse daran haben, Schritte einzuleiten, um solche Skandale -oder ihre Wirkung- zu vermindern und qualifizierte und fähige Männer für das Bischofsamt zu ernennen, bleibt offen."
Quelle: OnePeterFive, M. Hickson

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