Dienstag, 18. September 2018

Kardinal Müller widerspricht Prof. Pfeiffer

Maike Hickson kommentiert bei LifeSiteNews die Antwort Kardinal Müllers auf Vorwürfe von Christian Pfeiffer, er sei 2013 einer der führenden Köpfe hinter dem Versuch, die Studie zu zensieren gewesen und gibt noch einmal das Pfeiffer-Interview mit dem Spiegel wieder.
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"KARDINAL MÜLLER ANTWORTET AUF VORWÜRFE DER NACHSICHTIGKEIT GEGENÜBER DER VERTUSCHUNG VON MISSBRAUCHSFÄLLEN" 

"Kardinal Gerhard Müller hat auf die Behauptungen von Professor Christian Pfeiffer, dem Kriminologen, der früher die Untersuchung von sexuellem Mißbrauch und der Vertuschung in Deutschland leitete, und der behauptet hat, daß der Kardinal eine der treibenden Kräfte hinter dem Vesuch von 2013 seine Studie zu zensieren gewesen sei.

Kardinal Müller sagte gegenüber LifeSiteNews heute, daß es die DBK selber war, die den Studien-Auftrag an Prof. Pfeiffer änderte, der jetzt natürlich nach Sündenböcken für sein eigenes Versagen und die Scham, daß der Auftrag zurückgenommen wurde, sucht."

Pfeiffer behauptet in einem neuen Interview, daß die Kirche bis in die 90-er Jahre "durchgehend" die Mißbrauchsfälle unterdrückte und manchen Opfern sogar Schweigegeld bezahlte. Er nennt die Kardinäle Reinhard Marx und Gerhard Müller als die beiden treibenden Kräfte hinter dem Versuch von 2013, seine Studie zu zensieren. 

Pfeiffer hat sich selbst aus der Leitung der Studie über die Handhabung von Fällen klerikalen Mißbrauchs durch die deutschen Bischöfe zurückgezogen, "weil die Kirche sich das Kontrollrecht über die Ergebnisse der Studie vorbehalten habe- und unter gewissen Umständen sogar ihre Veröffentlichung verhindern wollte" so die New York Times.

Die Ergebnisse dieser Studie, der MFG-Studie, wurden zufällig letzte Woche geleakt. Die Studie hat 3677 Opfer klerikalen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger in Deiutschland in den Jahren 1946 bis 2014 gefunden. Sie war auch in der Lage viele Formen der Manipulation und Vertuschung von Seiten der deutschen Bischöfe zu zeigen.




In der neuen Ausgabe des deutschen Magazins "Der Spiegel" diskutiert Pfeiffer, der frühere Leiter des Kriminologischen Forschzungszentrum in Hannover, die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse der Studie, die von der DBK selbst initiiert und in Auftrag gegeben wurde.

2012 hatte Pfeiffer persönlich einen Vertrag mit den deutschen Bischöfen abgeschlossen, um die Mißbrauchsstudie durchzuführen. Diese Zusammenarbeit wurde ein Jahr später beendet.

"Die Kirche verlangte etwas von mir und meinem Team, das die jetzigen Rechercheure nicht akzeptieren mußten," erklärt Pfeiffer dem Spiegel. "Sie bestand auf dem Recht, im Zweifelsfall die Veröffentlichung meiner kritischen Befunde zu unterbinden.Deshalb konnte ich die Zusammenarbeit nicht fortführen." 

Nach Pfeiffer waren es sowohl Kardinal Reinhard Marx´ Generalvikar in München und dann Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg, die die führenden Figuren waren, die versuchten "die Verträge zu ändern und sogar so weit gingen, uns wirklich zu zensieren."

"München und Regensburg haben unser Projekt zum Scheitern gebracht" sagte Pfeiffer. Für ihn war es "sehr zweifelhaft" als Müller dann vom Papst nach Rom berufen wurde, "als Präfekt der  Glaubenskongregation" um "den Mißbrauch auf internationaler Ebene zu bekämpfen"  

Für Pfeiffer hatte diese päpstliche Entscheidung deshalb "keine guten Erfolgsaussichten. "
Papst Franziskus entließ Müller -nach Pfeiffer- aus seinem Amt bei der CDF : "In der Zwischenzeit  hat der Papst jedoch seine Schlüsse gezogen und Müller aus diesem Amt entlassen" 
Mit diesen Worten behauptet der Kriminologe, daß der deutsche Kardinal wegen seiner fehlerhaften Handhabung der Fälle von sexuellem Mißbrauch entlassen wurde.

Aber wie LifeSiteNews kürzlich aus wohlinformierten Vaticanischen Quellen erfahren konnte, könnte Kardinal Müller sehr wohl wegen seiner strikten Befolgung der kirchlichen Prozeduren bei sexuellem Mißbrauch entlassen worden sein, wie z.B. im Fall des Serien-Kindermißbrauchers Don Mauro Inzoli. 

Es war die DBK selbst, die "den Studienauftrag an Prof. Pfeiffer änderte" sagte Müller LifeSiteNews. Er sagte, "daß Pfeiffer jetzt natürlich nach Sündenböcken für sein eigenes Versagen und die Scham darüber, das der Auftrag zurückgezogen wurde, sucht." 


Der Kardinal stellt auch fest, daß Pfeiffers  Behauptung über Müllers eigene Beteiligung an der Durchkreuzung von Pfeiffers Studie "freie Erfindung ist". Der deutsche Kardinal nennt außerdem Pfeiffers Behauptung, daß Müller später von Papst Franziskus wegen seines fehlerhaften Handlings der Mißrauchsfälle entlassen worden sei,"absurd". 


Außerdem macht der deutsche Kardinal klar, daß er selbst von einigen päpstlichen Vertrauenspersonen beschuldigt wurde, in seiner Handhabung der Mißberauchsfälle zu streng gewesen zu sein- von dene 20% mit der Laisierung der Täter endeten. Er preist und verteidigt die drei CDF-Priester, die Papst Franziskus 2016 entließ -und nannte sie "beispielhaft" und "kompetent"

Schließlich weist Kardinal Müller auch die Behauptung von Professor Pfeiffer zurück, daß der Zölibat an der Wurzel der sexuellen Mißbrauchskrise ist und daß diese priesterlliche Disziplin abgeschafft werdens sollte. 


"Der sexuelle Mißbrauch durch hauptsächlich homophile Täter ist nicht in der Sexualmoral der Kirche verwurzelt oder im Zölibat der Kirche sondern eher in der Laxheit der Moral und der Verletzung von Gottes Geboten und dem Versagen dabei, zölibatär zu leben" sagte Müller. 

Kehren wir zu Pfeiffers anderen Kommentaren zum Mibrauchsbericht der deutschen Kirche zurück. 

Als er vom Spiegel gefragt wurde, was er denkt, wie hoch die wirkliche Zahl der Mißbräuche sein könnte, antwortet Professor Pfeiffer mit den Worten: "sehr hoch". 

"Einige der berichteten Fälle gehen sehr weit zurück und bis in die 90-er Jahre gab es für die Opfer kein Entkommen, " erklärt er. "Die Kirche hat zu der Zeit Berichte über sexuellen Mißrauch unterdrückt und habe so gut wie nie das Büro des Staatsanwalts kontaktiert.[....] Geld- mit dessen Hilfe Schweigen erkauft wurde- ist auch geflossen." für Pfeiffer ist sogar die jetzt veröffentlichte Zahl von Mißbrauchsopfern "schockierend". Er drückt Dankbarkeit dafür aus, daß es heute eine "Sensibilität" in der Gesellschaft gegenüber diesem Thema gibt und die Opfer ermutigt werden, zu sprechen. 

Pfeiffer  zeigt, daß die Befunde der Studie - namentlich, daß rund 4,4% des Klerus in den sexuellen Mißbrauch Minderjähriger verwickelt war, in Übereinstimmung mit anderen interantionalen Studien ist und er weist auch darauf hin, daß "nur eine Minderheit der Mißbraucher eine pädophile Neigung hätten." 
Im Hinblick auf die Schwächen der neuen Studie, die jetzt von einem anderen Team beendet wurde, weist Pfeiffer darauf hin, daß ihr "größter Schwachpunkt" der "mangelnde Zugang zu den Kirchenakten ist."

"Als ich das Projekt 2012 begonnen habe, hatten wir eine Übereinkunft daß pensionierte Richter und Anwälte in die Diözesen gehen und die Daten für uns aufnehmen würden. Es ist ein schwerer Fehler, daß die Kirche das geändert hat" erklärt er.

Eine gut informierte Quelle in Deutschland berichtete LifeSiteNews, daß es ein deutsches Gesetz gibt, das öffentlichen Institutionen untersagt, Außenstehenden Zugang zu Personalakten ihrer Beschäftigtten zu gewähren, solange es keine strafrechtliche Anklage gibt, was im Fall der Studie nicht  der Fall war,

Trotz seiner Kritik an einigen Aspekten der neuen Studie, freut sich Professor Pfeiffer darüber, daß sie in der Lage war, "den riesigen Umfang der Vertuschung und des Herunterspielens innerhalb der Kirche zu zeigen, wie er vorher nicht bekannt war." Er schlägt vor, daß es weitere Untersuchungen geben muß, die auch eine große Zahl von Interviews mit den Opfern einschließen müßte. Für ihn hat die Kirche einen Teil ihrer Arbeit auf diesem Gebiet gemacht, "aber es ist noch viel zu tun."

Für Pfeiffer, der kein Katholik ist, wäre ein Teil der Lösung für diese Mißbrauchskrise, den priesterlichen Zölibat aufzugeben.

"Je mehr man seine eigene Sexualität frei ausleben kann" schlägt er vor "umso besser" im Hinblick auf die Mißbrauchsfälle. Er zeigte sich selbst "überrascht" daß die neue Mißbrauchsstudie selbst nicht auf den priesterlichen Zölibat hinweist. Wie wir oben gesehen haben, hat Kardinal Müller zu diesem Kommentar einige Bemerkungen gemacht.

Im Hinblick auf zukünftige Schritte sagte der Kriminologe, daß jeder einzelne Mißbrauchsfall "sicher untersucht werden sollte."

"Nach allem", fügt er hinzu "hat die Kirche nachlässig Menschen Gefahren ausgesetzt, wie sie oft einfach die schuldigen Kleriker von einer Diözese in die andere versetzt hat- ohne die neuen Gemeinden zu warnen. Es gab viele Täter, die"dann neue sexuelle Verbrechen begingen. Deshalb trägt die Kirchenhierarchie, die für diese Versetzungen verantwortlich ist, einen großen Teil der Schuld an diesen Verbechen."

Am Ende des Interviews verlangt Professor Pfeiffer nach klaren Richtlinien der Kirche: "Die Kirche muß auf stringente Weise klarmachen, daß wer kriminell ist, nicht als Priester arbeiten kann."

Quelle: LifeSiteNews, Dr.M.Hickson

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