Freitag, 8. Februar 2019

Arche des Relativismus? Roberto de Mattei kommentiert das Abu-Dhabi-Dokument

Roberto  De Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana die bei der Reise des Papstes in die Arabischen Emirate proklamierte "Arche der Brüderlichkeit" , die man ob der empfohlenen religiösen Diversität auch als Arche des Relativismus bezeichnen könnte.
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"DIE ARCHE DER BRÜDERLICHKEIT" UND DIE CHRISTLICHE BARMHERZIGKEIT"
"Das Logo der Reise  von Papst Franziskus in die Arabischen Emirate stellt eine Taube mit einem Ölzweig dar. Das ist ein Bild -hat der Papst erklärt- "das an die Erzählung der Sintflut erinnert, die es in vielen religiösen Traditionen gibt. Nach der biblischen Erzählung beauftragt Gott, um die Menschheit vor dem Untergang zu retten, Noah mit seiner Familie in die Arche zu gehen."
Und auch: "auch wir müssen heute im Namen Gottes, um des Friedens willen gemeinsam als eine einzige Familie in eine Arche gehen, die als Arche der Brüderlichkeit die Meere in den Stürmen der Erde durchpflügen kann,."

Nach dieser Lesart ist die Arche Noah eine Arche der Brüderlichkeit, in der Menschen verschiedener Religionen zusammen leben, Weil Gott selbst den religiösen Pluralismus wollte. Tatsächlich hat der Papst hinzugefügt: "Pluralismus und Diversität der Religionen, von Farben, Geschlechtern, Rassen und Sprachen sind weiser göttlicher Wille, mit denen Gott die Menschen geschaffen hat."

Diese Lesart scheint die  Lehre des Evangeliums auf den Kopf zu stellen. Tatsächlich wird die Arche, die Noah auf göttliches Geheiß vor der Sintflut baute, als Zuflucht für sich, seine Familie und alle Arten von Tieren (Gen. 6, 13-22) wird vom Hl. Paulus als rettende Zuflucht für die Gläubigen und Zeichen der Verdammnis für die Welt präsentiert (Hebr. 11,7) .

Deshalb hat die Katholische Tradition in der Arche Noah immer das Symbol der Kirche gesehen, außerhalb der es kein Heil gibt (S. Ambrosius, De Noe et Arca 6,9 in Patrologia Latina Bd. 14 etc.)
Und deshalb hat die Kirche die Mission, den katholischen Glauben zu verteidigen und zu verbreiten.



Unser Herr sagte de facto zu den Aposteln: "Gehet hin in alle Welt und verkündet allen Geschöpfen das Evangelium. Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet, wer dagegen nicht glaubt, wird verdammt." (Mc.16,16) . Und  der Völkerapostel erinnert: "Es gibt nur einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe." (Eph. 4,5)

Das ist die Lehre, die das IV. Lateran-Konzil unter Innozenz III verkündete " Die universale Kirche ist eine und keiner kann außerhalb von ihr gerettet werden."

Das Prinzip "nulla salus extra Ecclesiam" schließt die Rettung derer nicht aus, die als Folge eines unüberwindlichen Irrtums außerhalb der Kirche sind, die aber durch einen impliziten Wunsch zu ihr hingezogen werden. Ihnen wird jedoch die Zusicherung der Erlösung und der üblichen Mittel, sie zu erreichen, vorenthalten.

Diese Glaubenswahrheit wurde u.a. von Papst Gregor XVI (Mirari Vos, q5.8. 1832) bestätigt; von Pius IX (Singular quidens, 17.3.1856 an die Bischöfe von Österreich),; Leo XIII (Satis cognitum, 29.6.1896).
Pius XI wiederum erklärt in der Enzyklika "Mortalium animos" vom 6. Januar 1928, daß man im Bereich des Glaubens die brüderliche Einheit nicht auf die selbe Weise erreichen kann wie im politischen Bereich.

Die Wahrheit des Glaubens der Brüderlichkeit unterzuordnen, bedeutet religiösen Indifferentismus zu bezeugen, der auf konstante Weise vom Lehramt der Kirche immer verdammt worden ist.

"Brüderlichkeit" ist zusammen mit "Freiheit" und "Gleichheit" dagegen eines der Grundprinzipien der Französischen Revolution. Die revolutionäre Dreifaltigkeit reduziert sich auf ein System von Beziehungen, in dem es keinerlei Prinzip der Transzendenz gibt, auf das man sich beziehen kann, jede als absolut  betrachtet, müssen notwendigerweise miteinander in Konflikt geraten.

Weil ihr ein höheres Ziel fehlt, wird die Brüderlichkeit, weit davon entfernt Element des Zusammenhalts für die Gesellschaft zu sein, zur Quelle ihrer Desintegration. Wenn de facto die Menschen im Namen der Brüderlichkeit  gezwungen zu werden, zusammen zu leben, ohne ein Ziel, das ihnen ein Zusammengehörigkeitsgefühl gibt, wird die Arche ein Gefängnis und die durch Worte aufgezwungene Brüderlichkeit ist dazu bestimmt, sich in einen Zentrifugalschub in Richtung Zersplitterung und Chaos zu stürzen.

Die einfache Bestätigung des brüderlichen Zusammenlebens ist nicht in der Lage, das Opfer zu rechtfertigen, das Ausdruck der höchsten Liebe zum Nächsten ist und das, weil das Opfer bedeutet, auf ein reales Gut im Namen eines höheren Gutes zu verzichten, aber die Brüderlichkeit bietet keinen höheren Wert an sondern nur eine bedeutungslose Tatsache. Der Mythos Brüderlichkeit verdeckt tatsächlich den tiefsten sozialen Egoismus, die Antithese zur christlichen Nächstenliebe, der einzig wahren Grundlage sozialer Beziehungen zwischen den Menschen.

Die Brüderlichkeit stellt auch ein Dogma der Freimaurerei dar, die in ihrer Ideologie und ihren Ritualen eine Parodie der christlichen Lehre und Liturgie ist. Es ist kein Zufall, daß die Großloge Spaniens Papst Franziskus mit diesem Tweet für seine Botschaft vom 25. Dezember 2018 gedankt hat "Alle Freimaurer der Welt vereinen sich auf die Bitte des Papstes hin in der Brüderlichkeit der Menschen verschiedener Religionen".

"In seiner Weihnachtsbotschaft von der Zentral-Loggia des Vaticans" - fahren die spanischen Freimaurer fort- "hat Papst Franziskus den Triumph der universalen Brüderlichkeit aller menschlichen Wesen  gefordert. Brüderlichkeit zwischen Menschen aller Nationen und Kulturen. Brüderlichkeit zwischen Menschen mit verschiedenen Ideen, aber fähig, den anderen zu respektieren und ihm zuzuhören. Brüderlichkeit zwischen Personen verschiedener Religionen. (…)
Die Worte des Papstes zeigen die derzeitige Entfernung der Kirche vom Inhalt von Humanus genus (1884) der letzten großen Verdammung der Freimaurerei."

In Wirklichkeit wird Freimaurerei weiterhin von der Kirche verurteilt, auch wenn die Männer der Kirche- auch in höchsten Stellungen- ihre Ideen zu akzeptieren scheinen. Aber die Lehre des Göttlichen Meisters klingt weiterhin in den Herzen der Gläubigen; die Nächstenliebe kann nur auf der Liebe zu Gott basieren. Und ohne Bezug zum wahren Gott, der nur im Inneren der Arche der Erlösung, der Kirche, geliebt werden kann, ist Brüderlichkeit nur ein leeres Wort, das den Hass auf Gott und unseren Nächsten verbirgt."
(Roberto de Mattei)

Quelle: R. de Mattei, Corrispondenza Romana

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