Sonntag, 25. August 2019

Rod Dreher zur causa Pell....." So haben sie es also gemacht"

Rod Drehers Artikel für "The American Conservative" über den Pell-Prozess stammt vom 6. Juni -ist aber gerade auch jetzt-nach dem Urteil des Appellationsgerichtes zu Ungunsten des Kardinals lesenswert, weil er einen Aspekt anspricht, der in der bisherigen Berichterstattung nicht zur Sprache kam. Der Interessenkonflikt zwischen dem Kardinal und der Mafia.
Hier geht´s zum Original:  klicken

                "KARDINAL PELL & DIE MAFIA"

"Ich höre große Nachrichten aus Australien, wo heute Kardinal George Pells Revisionantrag gegen seine Verurteilung wg. sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger von einem Gericht angehört wurde. Die Daily-Telegraph-Reporterin Miranda Devine schreibt, daß der Einwurf der Regierung zusammengebrochen ist. Ihre Kolumne steht hinter einer Paywall- aber hier ein Auszug:

 Kardinal George Pell und seine Unterstützer waren erleichtert, daß sein Revisionsantrag gegen seine
 Verurteilung wegen sexuellen Mißbrauchs am Mittwoch in live-stream übertragen wurde.

 Durch die intensive siebenstündige Auseinandersetzung im Gerichtssaal erfuhr die Öffentlichkeit
 zum ersten Mal aus erster Hand von der Dürftigkeit der Beweise gegen ihn.

 Die drei Richter der Revisionsgerichtes in Victoria untersuchen das Urteil der Jury, in dem               Kardinal   Pell wg sexuellen Mißbrauchs zweier Chorknaben nach der Sonntagsmesse in
 der St. Patrick-Kathedrale in Melbourne im Dezember 1996 schuldig gesprochen wurde. Einer der Jungen ist inzwischen gestorben und hatte seiner Mutter gesagt, er sei nie belästigt worden."

 Also beruht die Verurteilung auf dem Wort eines Mannes gegen Kardinal George Pell- ohne   unterstützende Beweise, ohne forensische Beweise, ohne Zeugen und gegen einen Berg   gegensätzlicher Beweise, die zeigten, daß die Anschuldigungen hochgradig unwahrscheinlich wenn   nicht unmöglich waren.

 Seither hat das Urteil der Jury Rechtsexperten und Laien rund um die Welt beunruhigt. Die bisher   vorliegenden Beweise führen zu dem Schluß. daß ein unschuldiger Mann ins Gefängnis kam, um
 für die Sünden anderer in einer von sexuellen Mißbrauchsskandalen erschütterten Kirche zu büßen.



Nach dem, was mir erzählt wurde, wurde der Revisionsantrag verhandelt, auch wenn wir das Urteil
monatelang nicht erfahren werden. In der Zwischenzeit bleibt Kardinal Pell in Melbourne im Gefängnis.

2014 wurde Pell von Papst Franziskus mit der Verantwortung für die Säuberung der berüchtigt korrupten Vatican-Bank betraut. Als diese Nachricht bekannt wurde, dachte ich "Sie werden einen Weg finden, ihn zu los zu werden. Sie werden ihn das nicht tun lassen."
Als  2017 die Vorwürfe wg. Kindesmißbrauchs gegen Pell vorgebracht wurden, dachte ich . "So haben sie es also gemacht." Aber ich ging nicht weiter, weil- wie sollte ich beweisen, daß Pell hereingelegt wurde? Es war nur eine Ahnung.

Als ich letzten Monat in Australien war, habe ich mich eines Abends mit jemandem über all das unterhalten. (Ich hatte viele Pell-Gespräche, wie Sie sich vorstellen können.) Ich teilte meinem Gesprächspartner den Verdacht mit, daß Pell hereingelegt wurde, um ihn aus dem Fall der Vatikanbank fernzuhalten. Der Mann am Tisch sagte: "Das ist interessant. Sie wissen es vielleicht nicht, aber die  ´Ndrangheta ist in Australien, insbesondere in Victoria, ziemlich gut etabliert. Hier wurde der Kardinal angeklagt. "`

Die  ‘Ndrangheta ist die Mafia Calabriens,  und ja, sie ist an der Ostküste Australiens fest etabliert und soll jeden Teil des Australischen Establishments infiltiert haben. 
In diesem Sinne hier eine interessante Neuigkeit aus der Irish Times vom 16. November 2013:


"Der hochrangige Ermittler gegen die Calabrische Mafia, Nicola Gratteri, dessen Ermittlungs-Eifer ihn seit 1989 gezwungen hat, mit Polizeischutz zu leben, sagte, die Pläne des Papstes zur Reform der vatikanischen Strukturen, einschließlich der vatikanischen Bank, der IOR, könnten sich als Problem für die 'Ndrangheta, Italiens mächtigste Mafia erweisen.

Er sagte-- während Papst Johannes Paul II 1993 die "militanten" Mafiosi aufrief "zu bereuen", sei Papst Franziskus weiter gegangen und habe vielleicht die ´Ndrangheta dort getroffen, wo es weh tut. 

Er hat seinen C8 (Rat der Kardinäle) ernannt, um die gesamten Strukturen des Vaticans zu revidieren- einschließlich der wirtschaftlichen Angelegenheiten -und insbesondere die des IOR " sagt Gratteri. 

"Für die, die wirklich wirtschaftliche Macht haben, ist es offensichtlich, daß das ein großer Nachteil werden könnte,...und angesichts dessen, daß es in der Vergangenheit Absprachen auf höchster Kirchenebene mit der Mafia gab, exponiert das den Papst."

Monate nach diesem Bericht wurde Kardinal George Pell von Papst Franziskus beauftragt, das IOR zu reformieren. 2014 sagte Pell, sein Team habe fast 2 Milliarden  € auf verschiedenen Konten des Vaticans gefunden, die nirgends verbucht waren. Im November 2015 formulierte Pell  neue Richtlinien für die Leitung aller Vatican-Ämter, um sie auf den internationalen Standard für finanzielle Transparenz zu bringen. 

Im April 2016 hat das Vaticanische Staatssekretariat - ohne Pell zu konsultieren- die externe Überprüfung der Vatican-Finanzen beendet. Der "National Catholic Register" zitiert eine ungenannte Quelle, die sagte, daß die offiziellen Mitarbeiter Angst hatten vor dem, was die Prüfung finden würde und Pell los sein wollten. Ein Jahr später wurde Pell in Melbourne des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt. Und das war das Ende der Bedrohung der Insider des IOR durch Pell. 

Diese Mafia-Sache könnte ein Zufall sein und es sind bei der Verfolgung George Pells auf jeden Fall andere Faktoren im Spiel, der bei den Australischen Klerikerfeinden sehr verhaßt war.
Aber es ist trotzdem seltsam, daß George Pell der Hauptfeind der ´Ndrangheta im Vatican war und früh in seiner Amtszeit,  als er die versteckten Euros fand, zeigte, daß er es ernst meinte. 
Jetzt sitzt George Pell in Einzelhaft in einem Gefängnis in Melbourne, verurteilt auf Grund außerordentlich schäbiger Beschuldigungen. Die alte Garde im Vatican hat gewonnen. Die Welt ist so wie sie immer war. 

UPDATE.  mir wurde von jemandem, der es wissen muß, gesagt, daß der aktuelle Chef der Vatican-Bank aus Calabrien kommt. Was immer das bedeuten mag....." 

Quelle: Rod Dreher, The American Conservative 

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