Donnerstag, 22. Oktober 2020

E. Pentin: Deutsche Kardinäle bedauern den Weg der deutschen Bischöfe, Fortsetzung....

Fortsetzung von hier und hier 

KARDINAL CORDES UND KARDINAL WOELKI 

Kardinal Paul Cordes, em. Präsident der Päpstlichen Rates Cor Unum sieht ein Schisma auch als eher unwahrscheinlich an, weil das bedeuten würde, formal die "Unterwerfung unter den Papst" und die "Kommunion mit Kirchenmitgliedern, die seine Untertanen sind" zu verweigern. Aber der Kardinal aus Paderborn im Norden Deutschlands berichtete dem Register, daß er die Kirche in Deutschland als vom Kurs abgekommen sieht. weil sie sich dem "Zeitgeist" und dem "theologischen Virus" des Säkularismus geöffnet hat, das "die Glaubenswahrheit infiziert hat". 

Kardinal Cordes hat gegenüber dem Register betont, daß Gott "der Kirche keine neuen theologischen Botschaften durch historische Ereignisse oder irdische Nöte schickt." Jede Beachtung der "Zeichen der Zeit" -sagte er- muß im Licht des ewigen Wortes Gottes interpretiert werden, statt umgekehrt. 

Zur Frage, ob der Papst und der Vatican zu den deutschen Bischöfen strenger sein sollten, sagte Kardinal Cordes, daß die Interventionen des Vaticans "schon eine Wirkung" hatten und fügte hinzu, daß der Hl. Stuhl weiterhin auf eine solche Säkularisierung innerhalb der Kirche mit "schonungsloser Klarheit" antworten muß.

Er zitierte auch Kommentare, in denen der emeritierte Papst Benedikt XVI 2019 davor warnte, daß der "Tod Gottes in der Gesellschaft " dazu führt, bei der "Unterscheidung von Gut und Böse" zu versagen. 

"Nur der Gehorsam und die Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus kann den richtigen Weg zeigen", schrieb Benedikt und fügte hinzu, daß "unsere Unerlöstheit eine Konsequenz unserer Unfähigkeit ist, Gott zu lieben." 

In seinen Kommentaren gegenüber dem Register wollte Kardinal Woelki nicht aussagen, was genau dazu führen könnte, daß die deutsche Kirche als schismatisch erklärt wird, aber er sagte, daß er "sehr besorgt ist, daß einige der Ideen, die innerhlab des Rahmens des sog. Synodalen Weges gefördert werden, den "Bund der Einigkeit" mit dem Papst und der universalen Kirche gefährden.

Er glaubt, daß die Kirche in Deutschland in dieser Hinsicht "immer noch vereinigt" ist, warnt aber, daß "wer immer verspricht, daß die Weihe von Frauen oder die Forderung nach einer "offenen" Diskussion z.B. über weibliche Priester oder Diakone nur die Teilung unter der Katholiken in Deutschland vertieft ebenso wie die Spaltung zwischen uns und den Katholiken in aller Welt." 

"Wir müssen der Versuchung eines einzigen deutschen Wegen für die Kirche widerstehen" sagte Kardinal Woelki. 


WIRD DIE GLAUBENSKONGREGATION EINGREIFEN

Im Licht der von den deutschen Kardinälen ausgedrückten Sorgen, die mit dem Register gesprochen haben, könnte die Glaubenskongregation beschließen, ein Ultimatum zu formulieren, -sowohl offiziell als auch inoffiziell-in dem betont wird, daß die Kirche in Deutschland den Römischen Anordnungen folgen muß?

Kardinal Müller glaubt, daß die Glaubenskongregation "das nie sagen würde", obwohl er denkt. daß sie das sollte. "Sie wollen in Frieden leben" sagte er und hat als jüngstes Beispiel den Rektor eines Frankfurter Theologen-Kollegs, Pater Ansgar Wucherpfennig, angeführt, der seine Ansichten zur Homosexualität nicht zurücknehmen wollte. die der Kirchenlehre widersprechen, nachdem die Glaubenskongregation seine Lehrerlaubnis (confirmatio) im Juni 2018 zurückgezogen hat.  

Der Vatican kam fünf Monate später zu einem Kompromiss - nachdem Pater Wucherpfennig, der an der von Jesuiten geführten Sankt Georgen-Hochschule für Philosophie und Theologie versprochen hatte, dem Lehramt der Kirche zu folgen und es "vollkommen und umfassend" zu präsentieren. Wirklich wurde ihm jedoch gestattet, privat, seine heterodoxen Ansichten weiterhin zu unterrichten und seine Studenten zu ermutigen, den Vatican zu verspotten, laut Kardinal Müller wurde Pater Wucherpfennig in dieser Zeit von seinem Diözesan-Ordinarius Bischof Georg Bätzig von Limburg unterstützt, der dann zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. 

Kardinal Müller sagte, daß die Glaubenskongregation "verlangen sollte, daß die Katholische Lehre die Basis für alle Entscheidungen ist" und kommunizieren, daß die deutschen Bischöfe "den Synodalen Weg beenden müssen." 

Für den Fall, daß sich die Dinge weiter verschlechtern sollten, diskutieren einige Offizielle in Rom im Privaten, ob der Papst die "Chile-Option" anwenden könnte, nach dem Angebot eines kollektiven Rücktritts der Bischöfe in Chile wegen des klerikalen, sexuellen Mißbrauchs. Im deutschen Fall ist der Vorschlag, daß der Papst, den Rücktritt aller Bischöfe annimmt, bis sie sowohl privat als auch offiziell wieder der Linie der authentischen Lehre der Kirche folgen. 

"WIR BRAUCHEN EINE ERNEUERUNG DES GLAUBENS"

Kardinal Woelki sagte, er sei noch "vorsichtig optimistisch", daß die Situation nicht in einem formalen Schisma endet. Er behauptet, daß eine "wachsende Zahl von Menschen- sowohl Bischöfe als auch Theologen-, realisieren, daß die wahre Reform, die wir brauchen, eine Erneuerung unseres Glaubens ist- nicht die unserer Organisation oder Lehre. Wir müssen zu den wahren Wurzeln unseres Glaubens zurück kehren, zu Christus selbst. Schließlich ist es Seine Kirche." 

Er stellt auch fest, daß die Corona-Krise "für viele Leute so viele existentielle Fragen zurück gebracht hat, daß unsere Diskussion über die Reform immer mehr "out of touch" ist mit den wahren Problemen der Menschen." Kardinal Woelki fügte hinzu "Wir sind hier, um über unseren Glauben, unsere Hoffnung, über Gottes Gegenwart mitten in unserer Welt zu sprechen." 

Kardinal Woelki sagte er sei "sehr dankbar für die Führung und Leitung durch den Hl. Vater". Indem er sich auf Franziskus´ Brief von 2019 bezog, sagte der Kardinal, daß der Papst vollkommen klar gemacht hat, daß wir uns auf das Evangelisieren konzentrieren sollen, daß wir eine missionarische Kirche sein müssen." 

Aber letztlich sieht er, daß die Probleme einen tieferen Grund haben, die eine tiefer gehende Lösung erfordern. 

Der Kardinal sagte, "ich teile mit Papst Franziskus die Überzeugung, daß keine administrative oder strukturelle Reform den Glaubensmangel kompensieren kann."

Quelle: E. Pentin, NCR 

 


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