Mittwoch, 7. Oktober 2020

Tosatti: Mehr vom Malteser Orden

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae, die neuste Entwicklung im Malteser Orden, der ebenfalls vom aktuellen Finanzskandal um Kardinal Becciu betroffen ist und das Krisenmanagement des Vaticans, das an eine Teufelsaustreibung durch Beelebub erinnert. 
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"MALTA. TOMASI AN STELLE VON BECCIU? ABER WAR DAS NICHT DER, DER.... " 

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, die Stimmen in den Korridoren in dem, was von den Heiligen Palästen übrig ist, verbreiten immer eindringlicher die Hypothese, daß Msgr. Silvano Maria Tomasi, Erzbischof und Apostolischer Nuntius im Ruhestand, Permanenter Beobachter des Hl. Stuhls bei den UN und den Unterorganisationen in Genf, sowie Repräsentant des Hl. Stuhls bei internationalen Organisationen für die Migration,  die Stelle des entkardinalisierten Angelo Becciu einnehmen könnte. 

                                                                   §§§

                              Injektionen von Phosphor 

"Es sei jedoch daran erinnert, daß der unerschöpfliche Monsignore mit dem oxymoronischen Wappen mit dem Wort "Humilitas", ein enger Freund des Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin, nicht neu darin ist, seine Pfoten-wie schon beim Aufstand-im Orden zu haben.  Aufgrund der internen Krise, die zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 zur beispiellosen Entlassung von Großmeister Festing und zur Kaltstellung des Kardinalpatrons Burke führte, wurde Tomasi zum Vorsitzenden der Untersuchungskommission ernannt, die Beweise gegen das Festing-Management sammeln sollte (das " gegen “ist kein Fehler!), damit seine Entlassung legitimiert werden konnte.Und so war es auch: Tomasi konnte in seinem kleinen Büro im Palazzo San Calisto (!) Elemente finden, die er dem Papst präsentieren konnte, und Festing, der unter der Schirm der Dunkelheit nach Santa Marta zurückgerufen wurde, wurde herzlich zum Rücktritt eingeladen. Aber das ist eine bekannte Geschichte.

Der Punkt ist, daß Tomasi - berufen, als Kontrolleur zu fungieren - wiederum von Festing kontrolliert wurde, wie es bereits sehr detailliert beschrieben wurde (siehe: https://m.dagospia.com/ecco-tutta-) Derselbe Monsignore war der Leiter der Stiftung "Caritas in Veritate", Empfängerin der 120 Millionen Euro von „Caritas Pro Vitae Gradu“ (CPVG), der in Neuseeland gegründeten gemeinnützigen Stiftung - zusammen mit ihm wurden Marc Odendall, Sekretär derselben Stiftung, und Marwan Senhaoui, der mehrmals an den von dieser Stiftung organisierten Konferenzen beteiligt war, sowie der Präsident der libanesischen Vereinigung in derselben Untersuchungskommission des "Vatikans" beim Malteserorden ernannt. Kurz gesagt, alles Freunde. Und alle, die an derselben Frage um die Geldüberweisung beteiligt sind, die wir unter Verwendung öffentlicher Informationen zusammenfassen, die nie bestritten wurden.  

2012 stimmte Herr Marc Odendall- ohne jeden Auftrag der Malteser Ritter -mit dem Treuhänder des CVPG einigen Spenden an Organisationen des Ordens zu, darunter an eine Stiftung unter dem Vorsitz von Msgr. Silvano Tomasi, dem damaligen Nuntius bei den UN in Genf. Eine Stiftung, die in Wirklichkeit nichts mit dem Orden selbst zu tun hatte, aber dessen Schatzmeister eben dieser Odendall war. 


-2013 haben zwei natürliche Personen den Treuhänder der CPVG wegen Veruntreuung von Spenden aus einem Erbe verklagt, das ihnen zugedacht war. Der Genfer Staatsanwalt eröffnete ein Strafverfahren gegen Unbekannt- wegen Mißmanagements, Vertrauensbruch und Geldwäsche". Der Malteser Orden und eine weitere Religöse Institution schlossen sich der Klage an. Der CPVG-Trust hätte nach zahlreichen, nicht vollkommen nachvollziehbaren Vorgängen im Besitz von 120 Mio Schweizer Franken sein müssen, die ursprünglich aus einer Liechtensteiner Stiftung namens "Malta Stiftung" stammten, die der Eigentümer zu 25 % dem Malteser Orden zukommen lassen wollte. 

-Im Zeitraum zwischen 2013 bis 2016 haben Marc Odendall, Msgr. Tomasi und Marwan Sehnaoui -gemeinsam mit dem deutschen Baron Albrecht Freiherr von Boeselager - zunächst Hospitalier dann Kanzler des Malteser Ordens -jeden möglichen Druck auf den damaligen Großmeister des Ordens Fra´ Matthew Festing ausgeübt, um eine Einigung mit dem Treuhänder der CPVG zu erzielen. Der Großmeister hat aber jede Vereinbarung zu einer Entscheidung der Schweizer Justiz blockiert. 

-Am 6. Dezember 2016 wurde ein internes Disziplinarverfahren des Ordens gegen von Boeslager eröffnet- wegen der Verteilung von Abtreibungspillen durch ein Hilfsprojekt des Ordens in Myanmar und im Südsudan. Boeselager wurde vom Orden suspendiert und aus dem Amt des Kanzlers entlassen. 

-Am 21. Dezember 2016 setzte der Hl. Stuhl, der in der Zwischenzeit den Bruder von Boeselagers, Georg, Berater bei der IOR, der Vatican-Bank, ernannt hatte, eine Untersuchungskommission zu den Anordnungen des Großmeisters ein. In diese Kommission wurden Marc Odendall, Msgr. Silvano Tomasi und Marwan Sehnaoui berufen. 

-Am 14. Januar 2017 beklagte der Großmeister den offensichtlichen Interessenkonflikt der Kommission und kündigte die Zusammenstellung einer professionellen internen  Kommission an, um Licht in diesen Interessenkonflikt und den CPVG-Trust bringen. 

Am 24. Januar 2017 hat Papst Franziskus den Großmeister in den Apostolischen Palast einberufen und ihn zum Rücktritt gezwungen. Der Malteser Orden ist eine international anerkannte Körperschaft. Das Ereignis wurde von vielen als Verletzung der Souveränität des Ordens betrachtet. 

-Am 25. Januar hat Staatssekretär Pietro Parolin die  Mitglieder des Souveränen Rates des Ordens in einem Brief unterrichtet. daß der Hl.Vater den Rücktritt des Großmeisters angenommen und auf Basis der von ihm den Informationen entnommenen Beweise [durch die Kommission? ] beschlossen habe, daß alle vom Großmeister nach dem 6. Dezember ausgeführten Handlungen null und nichtig seien. Also auch die des Souveränen Rates. Boeselager wurde also von neuem Kanzler. 

-Am 1. März 2017 hat die neue "Leitung" des Ordens eine Transaktion mit dem Treuhänder des CPGV-Trusts unterschrieben. Die Transaktion sieht für sieben Jahre Spenden an den Orden vor. Aber die Genfer Staatsanwaltrschaft hat die Fonds nicht freigegeben, 

-Der Orden hat eine externe Wirtschaftsprüfungsfirma mit der Untersuchung über die Herkunft dieser Fonds beauftragt,- Promontory Financial Group- deren nie veröffentlichte Antwort von der Rechnungprüfkammer des Ordens akzeptiert wurde. Die Rechnungsprüfkammer jedoch ist ein kollegiales Gremium, während in Wirklichkeit die Antwort von einer reduzierten Ad-hoc-Kommission kam.

-im Dezember 2017 ist der Genfer Staatsanwalt in Pesnion gegangen. Die Fonds des CPGV-Trusts wurden freigegeben- Die erste Spende ging genau an die von Marwan Sehnaoui geleitete Vereinigung. Die Treusten werden belohnt. Außerdem fanden dann- sehr schnell- am 2. und 3. Mai 2018 die Wahlen des neuen Großmeisters oder Leutnants statt und es ist natürlich, wenn man sich fragt,für wen Senhaoui und ander stimmen würden. 

- am 9. Februar 2018 dankt das zitierte Komuniqué der Ordens am Anfang  Msgr. Tomasi und Marc Odendall dafür "daß sie die guten Beziehungen mit den Treuhändern des Trusts seit 2012 ermöglicht haben" . Das Grüppchen, das Großmeister Festing gestürzt hat, sitzt fester im Sattel denn je. Die beiden Brüder Boeselager kontrollieren jetzt sowohl die Finanzen des Vaticans als auch die Finanzen des Malteser Ordens (Dank auch der stillschweigenden Aneignung der von Italienischen Familien gespendeten Güter) oder auch die Gelder des neuseeländischen Trusts, die den Orden auf verschlungene Wegen erreicht haben.

Unterdessen hält diese "ansonsten legitimierte" deutsche Regierung innerhalb des Ordens die Fäden eines Prozesses der Revision der Ordenskonstitution fest in der Hand. Alle, die sich dem dominierenden Trend nicht anschließen, werden von diesem Prozess und den Diskussionen ausgeschlossen und als Förderer der Spaltung disqualifiziert. klicken 

Im Licht dieser Voraussetzungen klingt es surreal- mehr noch als beunruhigened- daß der Hl. Stuhl seine einzige aktuelle Repräsentanz beim Malteser Orden in die Hände von Msgr. Tomasi legen sollte.- und also auch in die seiner Kumpane- weil das so ist, als wenn man dieser jahrhundertealten Institution den sog. Todeskuss gibt, so wie es aus den abschließenden Worten des zitierten unbekannten aber untadeligen Autors hervorgeht. 

Nachdem der Filter Beccius gescheitert ist, den Bergoglio selbst als seinen Vertrauensmann beim Orden zum Sonderdelegierten ernannte- um eine weiteres Einmischung des Staatssekrtärs zu vermeiden- könnte, nach den jüngsten Gerüchten, Parolin jetzt Platz für seine alten Bekanntschaften haben und den Papst überzeugen, daß der richtige Mann für den Platz Beccius nur Tomasini sein kann. 

Insgesamt ist es gut, daß der Papst -aufmerksam wie bei allen Geldfragen- weiß, wer dieser Geschäftsmann der eingefädelten Affären wirklich ist, nicht verstädnlich ist aber, aus welchem Motiv er -obwohl er im kommenden Oktober 80 wird und obwohl Bergoglio selbst daran erinnert hat, daß es wichtig ist, "zu lernen, Abschied zu nehmen"- immer noch im Sattel sitzt und die Operationen leitet, die nicht zu einem Pensionär passen. 

Laut einem untröstlichen Freund, der zum Orden gehört, "findet der Dung des Teufels immer neue Opfer" und es stellen sich unbequeme Fragen zur Verantwortung derer, unter dem Zelt dieses Pontifikates der tausend Masken, die sich weder schämen noch Angst haben, subtilere Methoden zu benutzen, um nicht zu riskieren, mit in der Wirbel gesogen zu werden. All das führt zur Frage des Ordens zurück, die im Zusammenhang mit den inneren Kämpfen um die Händler im Tempel steht, die in diesen dunklen Zeiten die Kirche wie ein endemisches Erdbeben erschüttern, das das gesamte System sklerotisiert und in die Agonie führt. 

Die Ängste des befreundeten Ritters sind klar. "Es wird wie immer der Glaube sein, der die Spesen bezahlen muß und das erste Opfer könnte der Malteser Orden selbst sein, in dem das deutschen Projekt, das bei der Wahl eines neuen Ordenschef im kommenden November, die wie eine Beute von dieser Fraktion dominiert wuird,  realisiert werden könnte, - in einer allgegenwärtigen Säkularisierung, die seine religiöse Natur im Namen einer leeren Philanthropie zerbröckelt, die die Nächstenliebe nachäfft und die andererseits wenigen die Taschen zum Nachteil vieler füllt. Schließlich hat jemand Jesus Christus für 30 Denare verkauft. "

Quelle:Stilum Curiae, M.Tosatti

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