Donnerstag, 11. März 2021

George Weigel liest dem deutschen Episkopat die Leviten

Und das tut er bei "Firstthings" mit einer Philippika, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig läßt. Bleibt die Frage, wo ist der Ambrosius, Augustinus, Athanasius unserer Zeit? Lesen! 
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"DER WELT-ESPISKOPAT UND DIE DEUTSCHE APOSTASIE" 

Wie die Namen Ambrosius, Augustinus, Athanasius und Johannes Chrysostomos suggerieren, waren die mittleren Jahrhunderte des ersten Jahrtausends, die Ära der Kirchenväter, das Goldene Zeitalter des Katholischen Episkopates. Die Katholische Kirche erkennt 35 Männer und Frauen als beispielhafte Lehrer an; 14 von ihnen, 40% des gesamten Spektrums der Kirchenlehrer-  waren Bischöfe, die in jener Zeit lebten. Und das waren keine ruhigen Zeiten.  Aber sogar als diese tapferen Hirten Häresien innerhalb der Kirche und übergriffige Herrscher bekämpften, die versuchten, die Kirche ihrer Macht zu unterwerfen, haben sie ein spirituelles Erbe geschaffen, von dem wir heute noch profitieren- wenn die Kirche regelmäßig ihre Predigten, Briefe und Bibelkommentare in der Stundenliturgie bedenkt. 

Ein Charakteristikum dieses Goldenen Zeitalters der Bischöfe war die Praxis der brüderlichen Bestreitung und Korrektur innerhalb des Episkopates, Ortsbischöfe in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends glaubten, daß sie zu einer weltweiten Gemeinschaft gehörten und Verantwortung für sie trugen. Überzeugt, daß was in einem Teil des Körpers passiert, Einfluß auf das Ganze hat, zögerten Bischöfe wie Cyprianus, Basilius von Caesarea, Ambrosius und Augustinus nicht, Brüder im Bischofsamt zu korrigieren, von denen sie glaubten, daß sie sich in ihrer Lehre oder in der Disziplin-Praxis irrten- und das taten sie manchmal in einer kräftigen Sprache. 

Dieses Konzept der gegenseitigen Verantwortung der Bischöfe für die Weltkirche wurde vom II.Vaticanischen Konzil in der Lehre von der bischöflichen Kollegialität wieder aufgenommen. Die Praxis der Väter der Brüderlichen Bestreitung und Korrektur muß jedoch  noch wiederentdeckt werden. Diese Wiederentdeckung ist jetzt essentiell, wö die Deutsche Kirche tiefer in Apostasie- und in eine Verleugnung der Wahrheit des Katholischen Glaubens verfällt, durch die ein Schisma droht. 

Der Mechanismus dieses sogenannten "Deutschen Synodalen Weges" einem vieljährigen Prozess, der darauf abzielt, das Glaubenserbe in Dingen der Lehre, des Kirchenrechts und der Moral grundlegend zu ändern und so das Ziel des Hl. Papstes Johannes XXIII für das II.Vaticanische Konzil zu verraten. Laut dem kürzlich veröffentlichten "Fundamentalen Text"  will der deutsche Synodale Weg den Herrn Jesus Christus bzgl. der Konstitution der Kirche und ihrer Leitung durch die Bischöfe korrigieren. ("Die Zeit hat dises Modelle überholt" erklärt der deutsche Text.. sogar indem der Synodale Weg die Kirchenlehre zur "Gendergerechtigkeit" ...die Wertung "queerer" sexueller Orientierung und die Handhabung von Scheitern und Neuanfängen (z.B. Heirat nach Scheidung)  korrigiert und verbessert." 

Wie ist das möglich? Es ist -laut dem "Fundamentalen Text" möglich, weil  " es in der religiösen, moralischen  und politischen Welt nicht nur eine Wahrheit gibt und keine Form des Denkens, die eine ultimative Autoristät beanspruchen kann." Also  "können in der Kirche legitime Ansichten und Lebensweisen sogar in Kernüberzeugungen miteinander wetteifern---können theologisch gerechtfertigte Behauptungen von Wahrheit, Richtigkeit, Verständlichkeit und Ehrlichkeit...sich gegenseitig widersprechen..." 


Das ist nicht einfach nur ein von ideologisch leichtfertigen Akademikern und machtbesessenen Kirchenbürokraten zusammengestellter Wortsalat. Das ist Apostasie und Apostasie im Dienst eines postmodernen Credos, daß "deine Wahrheit" und "meine Wahrheit" sein kann, aber nichts als Wahrheit Beschreibbares, Und damit Sie nicht glauben, daß dieser Ansatz zu einer neuen Toleranz gegenüber der Vielfalt führen wird, warnt der Grundlagentext diejenigen, die sich zum Glaubensbekenntnis von Nicäa und nicht zum postmodernen Glaubensbekenntnis bekennen, davor, das, was sie als Abweichung vom Christlichen Glauben ablehnen, zu "unterstützen“ und zu "fördern“. Der Instinkt für totalitären Zwang scheint in einigen Kulturen schwer zu sterben.

Bischof Georg Bätzing von Limburg, Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, behauptet. daß der deutsche Synodale Weg von der Weltkirche enthusiastisch beobachtet wird. Wenn das so ist, dann nur in den schrumpfenden Kadern des "Katholizismus light", die aus dem deutschen Beispiel nicht gelernt haben, daß "Katholizismus light" zu "Null-Katholizismus" führt,wie besipielhaft in diesem Fundamentalen Text. Es ist deshalb zwingend, daß Brüder im Bischofsamt Bischof Bätzing von der Illusion befreien, daß er, die große Mehrheit des Deutschen Episkopates und die aufgeblähte deutsche Kirchenbürokratie Vorkämpfer eines schönen, neuen (brave new) Katholizismus sind. 

Die Hauptverantwortung liegt hier beim Bischof von Rom, Papst Franziskus, der tun sollte, was der Hl. Papst Clemens I unmittelbar nach der apostolischen Zeit mit den rüpelhaften Korinthern tat und der Hl. Papst Gregor der Große mit den Brüdern im Bischofsamt- während der Zeit der Kirchenväter: die deutschen Bischöfe zurückrufen zum "Glauben, der ein für allemal den Heiligen überliefert wurde" Diese Verantwortung hat jedoch nicht nur der Papst allein. Andere Bischöfe aus aller Welt sollten Bischof Bätzing von ihren schweren Sorgen über den zerstörerischen Charakter des Fundamentalen Textes des Synodalen Weges unterrichten.

Das ist es, was Männer vom Kaliber eines Ambrosius, Augustinus, Athanasisu und Johannes Chrysostomos - die angesichts der Feier der Vieldeutigkeit im Fundamentalen Textes gewürgt hätten- tun würden. "

Quelle: G. Weigel. firstthings

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