Samstag, 29. Januar 2022

Tantum ergo sacramentum

Aurelio Porfiri  hat für La Nuova Bussola Quotidiana einen lesenswerten Text über den Hl.Thomas von Aquin als "Sänger der Eucharistie" und Verfasser des Pange Lingua geschrieben. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER HEILIGE"

"THOMAS VON AQUIN, SÄNGER DER EUCHARISTIE"

Zu den wenigen spätgregorianischen Gesängen, die überdauert haben, gehört das Tantum ergo. Dabei handelt es sich um die letzten beiden Strophen des ausführlicheren Pange lingua, eines der vom Hl.Thomas von Aquin für Fronleichnam komponierten Hymnen. Die Worte des Aquinaten lassen uns wenigstens einen Teil des Eucharistischen Geheimnisses schmecken. 

In diesen schwierigen Zeiten, in denen das traditionelle Erbe der sakralen Musik - ohne die Möglichkeit eines erneuten Nachdenkens (das mehr als nötig zu sein scheint)- beiseite gelegt worden zu sein, ist eines der spätgregorianischen Gesänge, das überdauert hat, das Tantum ergo zu sein, das in unseren Kirchen noch erklingt, speziell in der Messe des Letzten Abendmahls am Gründonnerstag. 

Wir verdanken das Tantum ergo einem der größten Heiligen der Katholischen Kirche- dem Hl. Thomas von Aquin (1225-1274) , der im Novus Ordo am 28. Januar gefeirt wird, im Vetus Orde dagegen am 7. März. Wie soll man angemessen von diesem Riesen des katholischen Denkens sprechen, der vom Lehramt als Modell und Interpretationsschlüssel für die Tiefe der christlichen Spiritualität und Theologie benutzt wird? 

Sicherlich ist es eine schwierige Aufgabe, und vielleicht ist ein angemessener Weg, ein paar Worte zum Tantum ergo zu sagen, zu diesem wunderschönen Gesang, der Teil einer größeren Hymne ist, des Pange lingua, das auch als Folge der postkonziliaren Wut nicht ganz verschwunden ist. Dieser Hymnus wurde vom Hl. Thomas für das Fronleichnamsoffizium komponiert und bleibt heute zusammen mit den anderen Texten, aus denen er besteht, wie ein leuchtender Edelstein, der das eucharistische Geheimnis gut beleuchtet und uns zumindest ein wenig von seiner Tiefe kosten lässt.

Schauen wir auf eine deutsche Version nur des Tantum ergo:

Kommt und lasst uns tief verehren
ein so großes Sakrament,
dieser Bund wird ewig währen
und der alte hat ein End´.
Unser Glaube soll uns lehren,
was das Auge nicht erkennt. 

Gott dem Vater und dem Sohne
sei Lob, Preis und Herrlichkeit
mit dem Geist im höchsten Throne,
eine Macht und Wesenheit!
Singt in lautem Jubeltone
Ehre der Dreieinigkeit!
Amen. 



Das Tantum ergo besteht aus den letzten beiden Strophen des Pangue Lingua, ist die letzte, wie alle Hymnen ist es eine Anrufung der Trinität. In der vorhergehenden Strophe, jener die das Tantm ergo einleitet, werden wir aufgefordert, das große Sakrament der Eucharistie auf Knien zu feiern. Es sollte uns immer an die Anbetung erinnern, die das Allerheiligste Sakrament umgeben sollte und sollte nicht durch liturgische Gesten entwertet werden, die nicht der Bedeutung seiner Großartigkeit entsprechen.

In einer Radiobotschaft von 1963 an den Eucharistischen Kongress in Turin bezog sich Pius XII auf unseren Gesang und sagte" 

":Hingestreckt im Geiste vor der leuchtenden Monstranz, auf die sich die Blicke und Herzen dieser riesigen jubelnden Menge richten, wiederholen wir dieselben Akzente, die gerade jetzt auf den Straßen und Plätzen des edlen Turin widerhallten: Tantum ergo Sacramentum - veneremur cernui. Und wir sind sicher, dass Unsere flehende Stimme, begleitet von eurem ausbrechenden Chor, von 
eurem königlichen Fluss zu den fruchtbaren Ebenen zum Meer getragen und überall von dem majestätischen Kreis der Alpen widerhallen wird, die wie ein Diadem aus den funkelnden Edelsteinen  der hundert Gletscher über eure Stadt und ganz Italien gesetzt sind, als feierliche Bekräftigung des eucharistischen Glaubens eurer Väter, dessen einzigartige Bekräftigung Turin war."

Tatsächlich ist es damals wie heute trotz der oben erwähnten musikalischen und liturgischen Verwüstung nicht ungewöhnlich, daß sich noch heute viele Gläubige zum Singen der schönen gregorianischen Melodie vereinen, in der das neue Gesetz besungen wird, das das alte ersetzte, indem es es vervollständigt, ohne es zu verachten, und wir bitten den Glauben, uns Kraft zu geben, um die Schwäche unserer Sinne auszugleichen. Wie aktuell sind diese Worte des heiligen Eucharistiesängers Thomas immer!

In seiner Predigt vom  Gründonnerstag 2001 hat der Hl. Johannes Paul II das Pange Linguam kommentiert und als er zum Tantum ergo kam, gesagt: "Gestützt auf diesen Glauben, auf dieses Licht, das auch in der Nacht des Zweifels und der Not unsere Schritte erhellt, können wir verkünden: „Tantum ergo Sacramentum / veneremur cernui – verehren wir also hingestreckt dieses so große Sakrament .“.

Und Papst Wojtyla setzte hinzu: "Die Einsetzung der Eucharistie nährt sich vom österlichen Ritus des ersten Bundes, der auf der gerade vorgetragenen Seite aus Exodus beschrieben wird, in der vom Lamm gesprochen wird, makellos. männlich, im gleichen Jahr geboren" (Ex.12,6) , dessen Opferung das Volk vor der Ausrottung bewahrte, " das Blut an euren Häusern ist das Zeichen, das ihr darin seid; ich werde das Blut sehen und werde vorüber gehen, euch wird die Geißel der Auslöschung nicht treffen" (12, 13) . Die Hymne des Hl. Thomas kommentiert: “Et antiquum documentum / novo cedat ritui" Das alte Gesetz weicht dem neuen Opfer".
Deshalb lenken die biblischen Texte der Liturgie dieses Abends unseren Blick zu Recht auf das neue Lamm, das mit dem am Kreuz vergossenen Blut einen neuen und endgültigen Bund geschlossen hat. Hier ist die Eucharistie, die sakramentale Gegenwart des geopferten Fleisches und des vergossenen Blutes des neuen Lammes. Darin werden der ganzen Menschheit Heil und Liebe angeboten. Wie können wir nicht von diesem Mysterium fasziniert sein? Machen wir uns die Worte des hl. Thomas von Aquin zu eigen: "Praestet fides supplementum sensuum defectui". "Unser Glaube soll uns lehren,
was das Auge nicht erkennt". Ja, der Glaube führt uns zum Staunen und zur Anbetung!“

Dieser Kommentar des Hl. Johannes Pauls II - wie so viele andere seines Lehramtes- lassen uns gut verstehen, wie wirklich angemessen es ist, Thomas von Aquin als Sänger der Eucharistie zu ehren, weil keiner so wie er vermochte, sie in Worten zu besingen, die seither in unseren Herzen und Gemütern wiederklingen." 

Quelle: A. Porfiri, LNBQ

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