M. Cifti betont in einem Beitrag für firstthings die Rolle Gottes in der Krönungszeremonie für König Charles III. Hier geht´s zum Original: klicken
"GOTT BEI DER KRÖNUNG"
"Zur Verwunderung vieler (einschließlich meiner selbst) hat sich die Krönung von König Charles III am Samstag nicht wesentlich von der Krönung Königin Elizabeths II 1953 unterschieden. Ja, es gab ein paar Änderungen. Zum ersten mal haben Geistliche anderer protestantischer Denominationen und der Kardinal Erzbischof von Westminster den neu gekrönten König gesegnet, der am Ende der Zeremonie auch Grüße von nicht-christlichen Religionsführern empfing. Die Zeremonie enthielt neue Musik -einschließlich einer vom Cats-Komponisten geschriebenen Hymne. Aber die Grundelemente des Rituals - Salbung, Investitur mit den Regalia und der Krone, Inthronisierung, Eucharistie -wurden am Wochenende wieder gesehen und zeigten, daß im Herzen der Britischen Verfassung der Austausch von Schwüren vor Gott, die den Herrscher an die Regierten bindet - mit Rechten und Pflichten.
Der Anfang der Zeremonie stellte einen präzedenzlosen Zusatz dar, der sehr klar das Thema mit allem zusammen bindet. Ein junges Mitglied der Chapel Royal sagte zum König; "Eure Majestät als Kinder des Königreiches Gottes heißen wir Sie im Namen der Königs der Könige willkommen." Er antwortete: "In seinem Namen und nach seinem Beispiel komme ich, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen." Das selbe Thema kehrte wieder (in einer weiteren Neuerung) als der König sein eigenes Gebet sprach: "Gott des Mitleids und der Barmherzigkeit, dessen Sohn gesandt wurde, nicht damit ihm gedient wird, sondern um zu dienen, sei gnädig, damit ich in Deinem Dienst vollkommene Freiheit finden kann und in dieser Freiheit Kenntnis der Freiheit." Im Fall, daß irgendwer nicht aufgepaßt hat, hämmerte auch Erzbischof Justin Welbys Predigt auf diesen Punkt ein: Die Salbung und Krönung des Souveräns sind ein gelebtes Gebet, daß ihm die Gnade zuteil wird, sich selbst dem Dienst an seinem Volk zu widmen- und ein Gebet, daß er andere dazu inspirieren und andere unterstützen kann, Freiheit im Dienst an Gott und dem Nächsten zu finden.
Die Kröning hat eine spezielle Bedeutung für jene, die dem König einen Treue-Eid leisten müssen, weil sie in seinem Namen handeln, ob als Parlamentarier, Mitglieder der Justiz, Militär oder Polizei. Sie sind bloße Diener der Krone und Diener des Volkes, die ohne Fanfare, ohne Inaugurations-Zeremonien behandelt werden. Die Krone nimmt unsere unauslöschliche Sehnsucht danach, unsere Führer zu verherrlichen und idolisieren und jenen mit wahrer Macht solchen Beifall und Verehrung vorzuenthalten. Auf verschiedene Weise ist es ihre Pflicht den Eid des Königs zu befolgen, daß "Gesetz und Gerechtigkeit barmherzig ausgeübt werden." Wenn sie also etwas tun oder wünschen, das nicht unbedingt diesem Zweck dient, wie Macht und Einfluss um ihrer selbst willen, dann gehen sie über ihren Auftrag hinaus. So gesehen ist die Krönung gar nicht so weit entfernt von den Entscheidungen des durchschnittlichen britischen Bürgers darüber, welche Partei er wählt, ob er streikt oder ob ein Gesetz gerecht oder ungerecht ist.
Und doch ist eine Idee hartnäckig untrennbar mit der Krönung verbunden: Wer regiert, erhält seine Autorität von Gott. Denken Sie daran, dass die Zeremonie ein Austausch von Gelübden ist: Der König schwört zuerst, seinem Volk treu zu dienen, bevor er gesalbt, gekrönt wird und von seinem Volk das Treueversprechen entgegennimmt. Anstelle eines Gesellschaftsvertrags zum Schutz der Eigeninteressen des Einzelnen wird das Verhältnis von Herrscher zu Beherrschten in der britischen Verfassung durch das gegenseitige Versprechen von Loyalität geschaffen. Ob diese Versprechen von normalen Bürgern oder von Personen in öffentlichen Ämtern eingehalten werden, liegt nicht vollständig unter unserer Kontrolle. Es geht nicht nur darum, faire Wahlen abzuhalten, Staatsangelegenheiten geschickt zu regeln oder tugendhafte Bürger zu haben. Wie in einer Ehe spüren wir natürlich unsere eigene Unzulänglichkeit, wenn wir mit der Schwere der gemachten Versprechungen konfrontiert werden; Wir brauchen Kraft, die über das hinausgeht, was wir besitzen. Es gibt viel zu viele Beispiele, nicht nur in der fernen Vergangenheit, sondern auch in der jüngsten Erinnerung, von Staaten, die nach vielversprechenden Anfängen zusammenbrachen, oder von Staaten, die unbesiegbar schienen und doch in Trümmern liegen. Wie der anglikanische Theologe Oliver O'Donovan es in The Desire of the Nations ausdrückte: "Daß irgendein Regime tatsächlich Autorität erlangen sollte und weiterhin ausüben sollte, ist ein Werk der göttlichen Vorsehung in der Geschichte, nicht eine bloße Errungenschaft der menschliche Aufgabe des politischen Dienstes.“
Bei einer Hochzeit wie auch bei einer Krönungs-Zeremonie- führt der Austausch von Schwüren zur Hl. Kommunion- zum Unterpfand künftiger Herrlichkeit und dem Sakrament der Liebe des göttlichen Bräutigams zu seiner Braut –, um die Gnade zu empfangen, die erforderlich ist, um unseren Versprechen treu zu bleiben. Mit anderen Worten, im Kern der Krönung steht eine Behauptung, die trotzig nicht mit unserer Zeit vereinbar ist: dass die fortdauernde Existenz des Vereinigten Königreichs ein Geschenk von etwas ist, das über uns liegt und sich unserer Kontrolle entzieht."
Quelle: M.Cifti, firstthings
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