Sonntag, 28. April 2024

Das Konzil von Basel

AUS DER KIRCHENGESCHICHTE

Luisella Scrosati berichtet bei La Nuova Bussola Quotidiana über das Konzil von Basel im Jahr 1431 und seine Folgen. Hier geht s zum Original klicken

   "DAS KONZIL VON BASEL UND DAS NEUE SCHISMA"

Das Konzil, das im März 1431 in Basel eröffnet wurden, stellte sich bald als ein Konzil heraus, bei dem fast alle Bischöfe abwesend waren. Eugen IV löste es auf und provozierte damit eine Reaktion der Konzilsteilnehmer, was dann schließlich zur Wahl eines neuen Gegenpapstes führte.

Der neue Papst Eugen IV (1388.1447) war ein gläubiger Mann; treu dem Priesterlichen Leben, von dessen Verpflichtungen er niemals abwich, und treu den beiden Päpsten, denen er in äußerst schwierigen und turbulenten Zeiten mehr als 20 Jahre lang gedient hatte, namentlich Gregor XII und Martin V. Beim Konklave, das ihn gewählt hatte, musste er die Unterordnung unter das Heilige Kollegium versprechen, das die Kontrolle sowohl über das nahende Konzil als auch über den Papst selbst ausüben wollte. Aber tatsächlich besaß Papst Eugen ein sehr gutes Gespür für den Primat des Bischofs von Rom und er ließ es nicht zu, von den Kardinälen unterworfen zu werden. 

Das Konzil,  das von Martin V kurz vor seinem Tod einberufen worden war, begann in Basel im März 1431, erwies sich aber sofort als ein Fehlschlag, bei dem die Bischöfe fast ganz abwesend waren (es nehmen nur 14 teil) und Kardinal Cesarini selbst, den Martin V ausgewählt hatte, um das nächste Konzil zu leiten. Er selbst war nicht anwesend- sondern eifrig bemüht die Hussiten-Bewegung in Schach zu halten. Es war am Ende eine kleine Gruppe von Äbten und Klerikern, die ihr Konzil als ökumenisch erklärten- ohne Zustimmung des Papstes. Wie das enden würde, war leicht verständlich.

Und tatsächlich verstand Eugen IV das. In einem Brief mit dem Datum 18. Dezember 1431 erklärte die Konzils-Versammlung für aufgelöst. Das war ein energisches Eingreifen, aber zu direkt, weil es unausweichlich in einem Aufstand gegen den Papst provozierte, der einfach als eigensinnig gegen Reformen betrachtet wurde, endete, der ein neues Schisma darstellte, das Martin V auf jede Art hatte vermeiden wollen (hier und hier).

Und tatsächlich vriffen die beim Konzil Anwesenden den Papst frontal an: sie bestätigten die Dekrete der ersten Sitzung des Konzils von Konstanz, die Martin V nicht approbiert hatte, um erneut die Unterordnung des Papstes unter das Konzil zu bekräftigen und erklärten, daß das Konzil weder aufgelöst noch verlegt werden konnte, außer durch den Willen des Konzils selbst. Sie haben auch jedem verboten, die Stadt Basel vor Ende der Synode zu verlassen. Das Eingreifen des Papstes hatte- u.a.- den gegenteiligen Effekt, d.h. Interesse und Sympathie für das Konzil zu erwecken, dass nur gering gewesen war.: verschiedene Fürsten, die Könige von Frankreich und England und sogar der Kaiser ermjtigten jetzt die Versammlung weiter zu machen; die europäischen Universitäten- jene Universitäten, die den Konziliarismus so eifrig verteidigten-unterstützten den Standpunkt der Konzils-Väter; Sogar einige Kardinäle, die bis dahin abwesend gewesen waren, beschlossen, am Konzil teilzunehmen.  

Der unvorsichtige Schritt Eugens IV wurde ganz klar das Dekret Haec Sancta (siehe hier)von vielen als faktische Anerkennung der Überlegenheit des Konzils gegenüber dem Papst durch die Kirche und nicht als zwingende Ermahnung angesichts der seit Jahrzehnten andauernden besonders ernsten Situation aufgefasst. Konziliare Theorien, die falsche Antwort auf ein reales Problem, gab es schon zu lange und hatten sich selbst bei den besten Intellektuellen und Theologen wie Nikolaus von Cusanus (1401-1464) durchgesetzt, der später zum Kardinal ernannt wurde. Cusanus hatte seine ersten Werke "in seiner Jugend verfasst “ – De concordantia catholica und De maioritate auctoritatis sacrorum Conciliorum supra auctoritatem papae, beide aus dem Jahr 1433, also mitten im Konzil – gerade der Ausweitung der Befugnisse des Konzils und der Einschränkung derjenigen des Römischen Papstes gewidmet

Eugen IV. reagierte mit zwei Bullen, die alle in Basel getroffenen Entscheidungen annullieren sollten. Das Konzil reagierte hart: Es bekräftigte die problematischen Dekrete Konstanzes, bestätigte seine Entscheidungen und stellte dem Papst ein Ultimatum: Wenn er nicht nach Basel ginge, würde er abgesetzt. Angesichts einer drohenden Spaltung, die von seinen engsten Vertrauten, darunter auch Kaiser Sigismund, gefordert wurde, beschloss der Papst, eine Vermittlung anzustreben und erließ eine neue Bulle, das Dudum sacrum (1. August 1433), mit der er die Fortsetzung des Konzils genehmigte. aber mit Vorbehalten gegenüber seinen Dekreten. Ein Vorbehalt, der nicht gut angenommen wurde. Die Invasion des Kirchenstaates durch Filippo Maria Visconti (1392-1447) zwang den Papst zur Flucht aus Rom und ließ ihn für einen Moment vor dem Konzil kapitulieren: eine neue Bulle mit demselben Namen wie die vorherige (15. Dezember 1433) , akzeptierte den Konzilsbeschluss und ließ dessen Fortführung zu. Im Gegenzug nahmen die in Basel versammelten Väter das Verfahren gegen den Papst zurück und verlangten von seinen Legaten, der Versammlung Treue zu schwören, seinen Entscheidungen zu gehorchen und zu akzeptieren, daß jedes Konzil seine Autorität direkt von Christus und ohne päpstliche Vermittlung bekommt.

Das war ein Rückschlag für die Mehrheit der in Basel Anwesenden, die daraufhin den Papst erneut „
"vor Gericht“ riefen. Diesmal ging Eugen IV. direkt vor: Er gab diesem Konzil weitere dreißig Tage Zeit, um die Frage der Hussiten abzuschließen, und berief das Konzil von Ferrara für den 8. Januar 1437 ein. Und sogar der Baseler Widerstand- der jetzt hauptsächlich aus Akademikern und Priestern bestand (wie es von Anfang an gewesen war) setzte seinen eigenen Weg fort.
So kam es zu zwei gegensätzlichen Konzilen und einer neuen Spaltung in der Kirche. Und weiterhin zu zwei Päpsten. Der Basler Widerstand ging sogar so weit, das neue Konzil von Ferrara für schismatisch und Eugen IV. zum Ketzer zu erklären, weil er die Doktrin des Primats des Konzils ablehnte, der seiner Meinung nach dem katholischen Glauben angehörte. Dafür wurde der Papst abgesetzt und in einem neuen Konklave, bei dem nur Kardinal Louis d'Aleman (ca. 1390-1450) anwesend war, ein Gegenpapst gewählt, Amadeus VIII. von Savoyen (1383-1451), der den Namen Felix V. annahm und die "Ehre“ hatte, der letzte Gegenpapst in der Geschichte der Kirche zu sein (zumindest bis jetzt)."

Quelle: L. Scrosati, LNBQ

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