Freitag, 9. Januar 2026

Papst Leo denkt an regelmäßige, jährliche Konsistorien

 Stefan von Kempis berichtet für Vaticannews aus dem Vatican von der Pressekonferenz des Vatikan-Pressesprechers Matteo Bruni und einiger Kardinäle zum gerade zuende gegangenen ersten Konsistorium dieses Pontifikates. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST WILL REGELMÄSSIGE GIPFELTREFFEN MIT DEN KARDINÄLEN" 

Vor der Presse zogen Vatikansprecher Matteo Bruni und vier Kardinäle eine Bilanz des ersten außerordentlichen Konsistoriums, das der am 8. Mai 2025 gewählte Papst für diese Woche einberufen hatte. Das Gipfeltreffen des Papstes, zu dem alle Kardinäle (nicht nur die zur Papstwahl berechtigten) eingeladen waren, fand am Mittwoch und Donnerstag hinter verschlossenen Türen in der vatikanischen Audienzhalle statt. Dort haben 2023/2024 auch die Vollversammlungen der katholischen Weltsynode getagt.

Bruni kündigte an, dass das nächste Konsistorium von vergleichbarem Zuschnitt am 27. und 28. Juni dieses Jahres im Vatikan stattfinden wird. Ab dem Jahr 2027 ist dann offenbar an einen jährlichen Rhythmus gedacht; Leo XIV. habe für diese Kardinalsversammlungen mit dem Papst eine Regeldauer von drei oder vier Tagen vorgeschlagen. Eine regelmäßige Einberufung solcher Gipfeltreffen würde eine wichtige Neuerung bedeuten. In den letzten Pontifikaten kam es nur selten zu Konsistorien, bei denen ein Papst mit Kardinälen über wichtige kirchliche Fragen nachdachte; der verstorbene Papst Franziskus (2013-25) traf sich stattdessen regelmäßig mit einem eigens gebildeten Rat von neun Kardinälen.

Das nächste Debatten-Konsistorium findet Ende Juni statt

Inhaltlich hatte der Papst für sein erstes Sonder-Konsistorium vier mögliche Themen ausgesucht: Evangelisierung, Synodalität, Kurienreform und Liturgie. Die Kardinäle entschieden sich für die beiden erstgenannten Themen. Beim Tagesordnungspunkt Evangelisierung nahmen sie die Programmschrift von Papst Franziskus, „Evangelii Gaudium“ (2013), zum Ausgangspunkt; der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Manuel Fernandez, beteuerte in einem Impulsreferat, Franziskus' Text über die Dringlichkeit der Verkündigung sei alles andere als überholt. Bei der Synodalität ging es unter anderem um die Teilhabe aller Katholiken, auch an kirchlichen Entscheidungsprozessen.


In der Abschlusssitzung an diesem Donnerstagabend versicherte der Papst nach Angaben seines Sprechers erneut, dass die zunächst nicht behandelten Themen – Kurienreform und Liturgie – „nicht vergessen werden“. Sie sollen bei einem künftigen Konsistorium zur Sprache kommen. Leo bedankte sich nach dem Abschluss der freien Wortbeiträge bei den Kardinälen für ihre Unterstützung. Der Papst habe, referierte Bruni, speziell den Älteren dafür gedankt, dass sie die Strapaze auf sich genommen hätten, und seine Verbundenheit mit denen bekräftigt, die nicht kommen konnten.

Für eine stärkere Einbeziehung der Kardinäle

Zur gewählten Methodik des Gipfeltreffens erläuterte der Vatikansprecher, sie sei darauf angelegt gewesen, dass die Kardinäle sich untereinander besser kennenlernen. Eine stärkere Konsultation und Mitverantwortung der Kardinäle entspreche den Forderungen, die vor und auch nach dem Konklave vom Mai letzten Jahres im Kardinalskollegium aufgekommen seien. Leo habe auch hervorgehoben, dass ihm die Kontinuität mit dem Weg des Zweiten Vatikanischen Konzils sehr am Herzen liege. In einer Welt, die von Kriegen und Gewalt geprägt sei, sei es „umso dringender, dass die ganze Kirche zu einer Antwort findet“.


Quelle: S.v.Kempis, vaticannews

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