Amedeo Lomonaco hat am heutigen Gedenktag des Hl. Antonius bei vaticannews einen Beitrag über die Rolle der Tiere im Kirchenleben und im Denken der Päpste veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:klicken
Heiliger Antonius bitte für uns!
"VON DER ARCHE BIS ZUR FRIEDENSTAUBE: DOE TIERWELT IN DEN ÜBERLEGUNGEN DER PÄPSTE"
Am Gedenktag des heiligen Antonius (17. Januar), dem Schutzpatron der Tiere, rückt die Kirche die „Mitgeschöpfe der Menschen“ in den Fokus. Während weltweit Ställe gesegnet und Haustiere zu den Kirchen gebracht werden, lohnt ein Blick in die Archive: Die Päpste haben immer wieder die tiefe Verbindung zwischen Mensch, Tier und Schöpfung betont.
Traditionell wird der heilige Antonius mit einem Schwein und einer Glocke dargestellt – ein Erbe des Antoniterordens, der Schweinefett zur Heilung des „Antoniusfeuers“ nutzte. Doch die theologische Bedeutung der Tiere geht weit über die Ikonographie hinaus. Sie bevölkern die Heilige Schrift und dienen den Pontifizes als Brücke, um komplexe Wahrheiten über den Glauben und das Leben zu erklären.
Der Bund mit allen Lebewesen
Johannes Paul II. erinnerte 1988 an den Kern der Genesis: Gott schließt seinen Bund nicht nur mit den Menschen, sondern mit „jedem lebenden Wesen [...] den Vögeln, dem Vieh und den wilden Tieren“. Die Arche Noah wird so zum Symbol für Gottes Gegenwart inmitten seines Volkes und für die Rettung der gesamten Schöpfung vor der "Sintflut der Sünde“.
Bewusstsein und Leid: Die Reflexion von Leo XIV.
In einer Generalaudienz am 10. Dezember 2025 schlug Papst Leo XIV. eine Brücke zur menschlichen Existenzangst. Er stellte fest, dass nur der Mensch um seine Sterblichkeit wisse. „Tiere leiden gewiss und merken, dass der Tod naht, aber sie wissen nicht, dass der Tod Teil ihres Schicksals ist“, so der Pontifex. Dieses Bewusstsein mache den Menschen zu einem „paradoxen Geschöpf“, das sich im Gegensatz zum Tier nach einem Sinn hinter dem Ende frage.
Schafe unter Wölfen: Die Sanftmut bei Franziskus
Papst Franziskus nutzte das Bild des Lammes, um die christliche Mission zu beschreiben. In seiner Katechese vom 15. Februar 2023 betonte er, dass Jesus seine Jünger als „Schafe mitten unter Wölfe“ sende. Er fordere nicht, dass wir lernen, wie Wölfe zu kämpfen oder durch Prestige und Macht zu siegen. „Wenn du kein Schaf sein willst, wird dich der Herr nicht vor den Wölfen verteidigen“, mahnte Franziskus. Es gehe um Demut, Unschuld und die Bereitschaft zum Opfer – Eigenschaften, die das Lamm symbolisiert.
Das unschuldige Lamm und der Sieg über die Schlange
Die Verbindung zwischen dem Lamm und dem Leiden Christi zog bereits Paul VI. im Jahr 1970 beim Kreuzweg am Kolosseum. Das „unschuldige Leiden“ bleibe ein Geheimnis, doch im „wahren Unschuldigen“ am Kreuz finde der Mensch Trost. Jesus sei das Lamm Gottes, das sich demütig zur Schlachtbank führen ließ.
Jesus als Guter Hirte
Im krassen Gegensatz dazu steht die Schlange, das erste Tier der Genesis und Symbol der Sünde. Pius XII. betonte 1953 die Rolle Mariens als Überwinderin dieser Gefahr: „Ohne jeden Makel hat Maria den Kopf der Versucher-Schlange zertreten. Wo Maria ist, flieht der Dämon; so wie die Dunkelheit verschwindet, wenn die Sonne aufgeht.“
Symbole der Hoffnung: Taube und Esel
Schließlich bleibt die Taube mit dem Olivenzweig das universale Symbol des Friedens. Benedikt XVI. erläuterte 2010 in der Chrisammesse, dass nicht nur die Taube, sondern auch das Öl selbst Zeichen des neuen Friedens Gottes mit der Welt seien. Christen der ersten Jahrhunderte schmückten Gräber mit Olivenzweigen als Zeichen, dass der Verstorbene im Frieden Christi ruht.
Dieser Friede zeigt sich auch beim Einzug Jesu in Jerusalem: Er reitet nicht auf einem stolzen Pferd, sondern auf einem demütigen Esel. Er ist der „König des Friedens“, der sich wie ein guter Hirte auch das verlorene Schaf auf die Schultern lädt. Die Botschaft der Päpste ist klar: In jedem Tier spiegelt sich ein Teil der Sorge Gottes wider, der uns sucht, wenn wir uns verlieren:"
Quelle: A. Lomonaco, vaticannews
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