Silvia Kritzenberger stellt anläßlich der Fastenzeit Miniaturen aus einem flandrischen Stundenbuch aus dem 15. Jahrhundert vor, das in der Apostolischen Bibliothek bewahrt wird.
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GEBET DES LEIBES
„Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns in mütterlicher Fürsorge einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält und unser Herz sich nicht in den Sorgen und Ablenkungen des Alltags verliert.“ Inspiriert von diesen Worten Papst Leos XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort.
An eine Säule gebunden, die Füße mit einem Seil gefesselt, das von einem Mann gehalten wird. So wird der gegeißelte Christus in der kunstvollen Miniatur dargestellt, die im 15. Jahrhundert in Flandern entstand. Sie stammt aus dem Stundenbuch Ott. Lat 2919: dem Kodex, der in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek aufbewahrt wird und uns durch die Fastenzeit begleitet. Schöpfer dieser Szene ist der sogenannte „Meister von Guillebert de Metz“, der wegen seiner gekonnten Farbgebung und der Verwendung von Blattsilber auch als „Meister mit den Silberhimmeln“ bekannt ist.
Der Leib voller Wunden
„Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln“, berichtet der Evangelist Johannes. Die Szene ist Teil jenes Kodex-Abschnitts, der dem Kreuzoffizium gewidmet ist. Sie zeigt ein Gebäude mit grünem Schachbrettmusterboden, das sich über mehrere Ebenen erstreckt, die im Hintergrund von einem Säulenbogen mit dahinter liegenden Fenstern unterteilt werden. Diese architektonischen Elemente strukturieren die Darstellung und lenken den Blick auf Christus, der im Zentrum zu sehen ist. Der Sohn Gottes ist nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet, der Leib mit blutenden Wunden übersät, die ihm von den fünf Peinigern zugefügt wurden, von denen er gegeißelt wird.
Eine Einladung zum Gebet
Die Figuren sind von großer Ausdruckskraft. Wie auch in den anderen Miniaturen dieses Kodex füllen sie die Komposition und treten sogar über den rechteckigen Rahmen hinaus. So wird der Betrachter sozusagen in die Darstellung „hineingezogen“ und zu Meditation, Sammlung und Gebet angeregt.
Gerahmt wird die dramatische Szene von pflanzlichen Ornamenten – mit Efeublättern, Blüten, Tieren und Fabelwesen."
Quelle: S.Kritzenberger, vaticannews
Der Hl. Johannes Paul II zum Thema
DIE GEISSELUNG - GEBET DES LEIBES
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