Montag, 12. November 2012

Stänkern und wettern, wenn Nachrichtenmagazine in ihre Wortschatzkiste greifen

Was war:  Pater Lombardi hat in einer Verlautbarung des Hl. Stuhles die Sorge der Kirche über die Angriffe auf Ehe und Familie zum Ausdruck gebracht. Nachdem er auf verschiedenen Gesetze, Gesetzesentwürfe und Referenden zur Homo-Ehe in mehreren Ländern der christlichen Welt eingegangen war, sagte er ( wörtliches Zitat - von der offiziellen RV-Seite kopiert)

„Das ist keine Neuigkeit; wir hatten schon verstanden, worauf das hinauslaufen soll. Und trotzdem bleibt die Sache unverständlich. Denn man muss sich doch mal fragen, ob das denn wirklich dem Empfinden der jeweiligen Bevölkerung entspricht und warum man in einer längerfristigen Perspektive des Gemeinwohls keine Logik darin zu erkennen vermag? Das sagt ja nicht nur die katholische Kirche; auch der Großrabbiner von Frankreich, zum Beispiel, hat das jetzt in einem Positionspapier gut ausgeführt. Es geht ja gar nicht darum, ungerechte Diskriminierungen von Homosexuellen zu vermeiden – daran wäre ja nichts falsch, aber man muss und kann solche Diskriminierungen auf andere Weise abbauen! Es geht doch einfach darum, eine Ehefrau und einen Ehemann als solche öffentlich anzuerkennen, und dass die Kinder, die zur Welt kommen, wissen und sagen können: Ich habe einen Vater und eine Mutter!“

Diese Aussage nun führte zu sofortiger massiver Schaumbildung vor den Mündern diverser HS-Lobbyisten und ihrer medialen Sprachrohre als da wären das Luxemburger Tageblatt ( gibt es sowas überhaupt?) und - ist da etwa jemand überrascht-der SPIEGEL.



Beim Hamburger Wochenmagazin- war man eh schon waidwund, hatte doch die mit größtem Bläser ( Jagdhorn)-einsatz angekündigte Jagd auf das anonyme Internetportal kreuz-net wie das Horneberger Schießen geendet- mit einer Nullnummer.
Man hatte die Betreiber trotz Maximaleinsatzes nicht entlarvt, den Server nicht gefunden, die -was den Schnodderjargon angeht ebenbürtigen- Schreiber nicht mundtot gemacht-im Gegenteil, mußte man erstaunt erkennen, daß Gegenwehr kam und man mit der bräunlichen Vergangenheit der Gründergeneration um Rudolph Augstein konfrontiert wurde, was so mancher SpOn-foren-Benutzer erstaunt zum erstenmal las.
Man kann davon ausgehen, daß die die Dokumentation von phoenix, die dieses unrühmliche Kapitel des Magazins behandelte, nicht gesehen haben.
Dermaßen waidwund also kam die Aussage von Pater Lombardi gerade recht.
Den Vatican konnte man ja mangels Reaktion und Gegenwehr gefahrlos und nach Gusto angreifen, mit jeder noch so erfundenen Unterstellung, Wortverdrehung und Manipulation. Dafür gibt es immer dankbare Leser, die es lieben, wenn man ihre Reflexe testet und die treu sofort die Funktionsfähigkeit ihrer Rückenmarksbahnen unter Beweis stellen und das allfällige Verbalkeulenarsenal "Inquisition, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen" in Stellung bringen. Das paßt immer und man hat sonst keine wirklichen Argumente.
Was nun schreibt man- frau- man_in ?
Das L.T. :  "Vatican stänkert gegen Homo-Ehen". Stänkert?
Der Spiegel: "Vatican wettert gegen gleichgeschlechtliche Ehen". Wettert?
Wie es aussieht, ist der Wortschatz an aktiven Verben der Kommunikation in beiden Redaktionen wohl sehr begrenzt- auf 2 Worte, wenn eine Ablehnung oder Warnung ausgedrückt werden soll: stänkern und wettern .
Das ist die Ausdrucksbandbreite des Soap-doku-prekariats kommerzieller Sender.
Können die Verfasser dieser inadäquaten Schlagzeilen es nicht besser oder wollen sie sich durch Sprachangleichung an ein Restklientel anpassen ?

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