Dienstag, 27. Januar 2015

Franziskus und die Medien

Mit Erlaubnis der bloggerin von "benoit-et-moi" geben wir hier die Übersetzung ihres Beitrages zum Thema "Die Medien und Papst Franziskus" wieder:   klicken
Als Illustration des letzten Gänswein-Interviews und im Zusammenhang mit den berühmten Karnickeln hat sie darin noch einmal einen Artikel vom Januar 2014 aktualisiert.

                                                 "Franziskus und die Medien"
"Die Worte des Papstes über die Kaninchen haben dem Szenario, das sich seit 2 Jahren in regelmäßigen Abständen wiederholt, noch mehr (als die eh schon reichlich vorhandene) Aufmerksamkeit beschert.
Angesichts der spontanen Kritiken, haben sich die üblichen diensthabenden "Feuerwehrleute" , weil diese Fälle sich häufen, von mal zu mal weniger gut gelaunt, in die Löscharbeiten gestürzt, in dem sie zum tausendsten mal beklagten, daß die Worte des Papstes aus dem Zusammenhang gerissen worden seien ( auch wenn es hier nicht auf den Zusammenhang ankam sondern auf die Ausdrucksweise) und daß die Medien absichtlich seine bewundernswerten  Reden, alle perfekt im Gleichklang mit der Lehre- verdunkeln, so auch die, die er kürzlich bekannterweise auf den Philippinen zur Familie gehalten hat ( eine ziemlich vorhersehbare Sache: der Papst DARF nicht öffentlich der Lehre widersprechen, wenn die Journalisten- selbst die religiösen- die Rede des Papstes lesen, das kann man seit langem wissen) kurz gesagt: ihr hättet verstanden, daß die Medien den Papst instrumentalisieren. Alles ist ihre  Schuld.

Nachdem ich die Behandlung, die die selben Medien Benedikt XVI  acht Jahre lang angedeihen ließen, verfolgt habe, habe ich zu dieser Frage ein eigene Idee. Die beginnt mit der simplen Feststellung, daß man die Behandlung durch die Medien, die Benedikt erlitten hat, nicht mit der durch Franziskus provozierten vergleichen kann.

Zur Zeit Benedikts XVI waren es die Medien, die jedesmal, ohne auch nur überhaupt auf die kristallklare Sicherheit seiner Lehre einzugehen, die Feuer entzündeten. Heute ist es der Papst selbst. Das ändert alles.
In dem Interview, das Georg Gänswein kürzlich einem deutschen Magazin gab, hat er starke Worte zum Verhältnis des Papstes zu den Medien gefunden:

Frage:  "Hat  Franziskus eine bessere Kontrolle der Medien als sein Vorgänger Benedikt XVI?"
Antwort "Franziskus behandelt die Medien offensiv. Er benutzt sie intensiv und direkt."
Frage: "Und auch geschickter?"
Antwort: "Ja, er benutzt sie sehr geschickt."
Man könnte nicht klarer sein.
Während einer Recherche bin ich auf eine "traditionelle" italienische Web-site gestoßen, die ich noch nicht kannte, "Una Vox" die verschiedene Beiträge verschiedener Autoren mit unterschiedlicher Zielsetzung enthält.
Unter den interessantesten Artikeln, die sich dort fanden, ist dieser, der aus dem vergangenen Januar stammt, also aus einer Zeit vor dem Februar-Konsistorium, bei dem der Papst ein ebenso überraschendes wie explizites Loblied auf Kardinal Kasper sang- und vor allem lange vor der Oktober-Synode.
Diese Erinnerung an die Chronologie macht die Analyse des Verhältnisses von Papst Franziskus zu den Medien ( gerade von Msgr. Gänswein bestätigt) anhand eines praktischen Falles umso überzeugender.
Quelle: benoît-et-moi 25.1. 2015




In seinerm Artikel "La Malicia di papa Bergoglio" setzt sich Giacomo Devot  bei UNA VOX mit der wechselseitigen Instrumentalisierung des Papstes und der Medien auseinander- Beispiel seiner Untersuchung war die diesjährige Taufe von 32 Kindern in der Sixtinischen  Kapelle. Hier geht´s zum Original:  klicken
Er beginnt so:
"Am 12. Januar hat Papst Bergoglio erstmals öffentlich getauft. Diese Nachricht wurde-logischerweise-von allen Medien verbreitet, was auch praktisch war, weil darin noch eine andere Neuigkeit enthalten war, sowohl für die Laienwelt als auch für die Katholische, die noch wichtiger war als die Taufe von 32 Kindern.
Alle Kommunikationsorgane des Vaticans haben betont, daß unter den Täuflingen auch die kleine Tochter zweier Militärangehöriger war - Mann und Frau ( ja, das muß man heutzutage betonen) , die ihre Ehe nicht durch das Ehesakrament-also vor Gott- sondern in einer zivilen Zeremonie- also nur vor den Menschen- geschlossen hatten.
Diese beiden Soldaten hatten dem Papst auf dem Petersplatz ihre Bitte überreicht und Papst Bergoglio hat dafür gesorgt, daß sie zu dieser öffentlichen Zeremonie im Vatican eingeladen wurden.

Was ist daran Besonderes? Nichts. Nachdem die Kirche für die Sicherheit einer anderen Seele gesorgt hat. Gelobt sei Gott!
Was also dann? (....)
 Das sind alles Gesten, Worte und Handlungen, die zu ihm gehören und wenn dann in der Folge irgendwer auf seine Weise darüber schreibt, sehen wir  nicht, wo das Besondere sein soll.
Sollte Papst Bergoglio nicht wissen, daß es "die Medien" gibt, und dass sie- ganz klar-das schreiben, was ihnen am besten gefällt, und dass sie es schreiben um das, was ihnen entgegen kommt, positiv und das andere, das ihnen nicht gefällt, negativ zu bewerten?  
Sollte Papst Bergoglio von einem anderen Planeten kommen?
Denen, die vorbringen, daß die Medien die "moralische Pflicht" haben, "objektiv zu informieren" antworten wir zwei Dinge.
1. Die, denen es um die Information geht, informieren und informieren gut, sie tun das auf ihre Weise.
2. Was die Objektivität angeht, möge Gott jene Naiven, die fortfahren zu glauben, daß diese Legende wahr ist, so lange wie möglich erhalten! Wenn sie sich denn nur nicht bereits in schuldhaftes Mitläufertum des schlechten Geschmacks verwandelt hätte.
In der Praxis bedeutet es hirnlos zu sein zu denken Papst Bergoglio spricht und handelt, ohne sich bewußt zu sein, was die Medien sagen werden- sowohl die dem Vatican angeschlossenen als besonders auch die anderen.
Er weiß es und wie er es weiß. Und genau weil er es als Mann, lebenserfahren und noch dazu Jesuit, weiß- sagt er, was er sagt und tut, was er tut.
Wir wollen Papst Bergoglio keine Eigenschaften und Fähigkeiten, von denen wir keine Kenntnis haben, unterstellen. Wenn man auch nicht sagen darf, daß er die Medien benutzt so darf man aber sagen, daß weil er-genau vorhersieht, was sie schreiben und wie sie es schrieben werden, entscheidet dieses zu sagen und jenes zu tun, damit auf gewisse Weise die Botschaften, die er für die Welt, die säkulare aber vor allem die katholische Welt hat, überbracht werden.
Der Papst tauft 32 Kinder. Wie schön das ist!  Wie schön das ist, besonders für die Mamas und Papas, die das Privileg, die Freude und die Emotionen haben, zu sehen, wie ihre Kinder vom Papst unter der Michelangelo-Decke und mit einem Haufen Prälaten drumherum getauft wurden,
Aber dieser so schöne und einzigartige Augenblick war kein privater Akt sondern ein öffentlicher, mit vielen Fotografen und Kameramännern, der Augenblick einer Zeremonie, die leicht zum Spektakel wird.

Sicher der Spektakel einer Taufe. Aber ein Spektakel. Ein Spektakel der der Welt spektakuläre Bilder liefert, transportiert auch die Idee des Seelenheils der Neugeborenen und ist eine Einladung für viele Menschen, so etwas auch ihren Kindern zukommen zu lassen, aber er transportiert auch andere Botschaften, die im Spektakel selbst enthalten sind, u.a. die menschliche und irdische Schönheit der Sixtinischen Kapelle.
Papst Bergoglio weiß das alles, er ist ja nicht von gestern und auf gutem Fuß mit den Medien......
Und?
G. Devot stellt dann die Frage, warum er das Kind eines nur zivilrechtlich verheirateten Paares tauft, das sich entschieden hatte, seine Ehe nicht segnen zu lassen und nicht vor Gott zu erscheinen, die Eltern aber nicht auffordert kirchlich zu heiraten und schließt daraus, daß Papst Franziskus die Botschaft verbreiten will, daß es gleichwertig sei, ob man in der Kirche und vor Gott oder im Standesamt vor den Menschen getraut wurde. Was wichtig ist- ist die Liiiieeeebe ( im Original amoooooore)...und Gott, der barmherzig ist, der alles verzeiht, niemanden verdammt und keinen Wert auf die Bagatelle legt, daß die beidem sich ihm nicht zuwenden wollten um ihre Freude, Zärtlichkeit und ihre Liiiieeeebe zu heiligen.
Die Botschaft verspricht auch allen, die Gott vergessen und die die Kirche verlassen, auf die Hilfe des Papstes zählen, sich dennoch auf seine Lehre beziehen und im Vatican empfangen werden, zu können (....) und sie erreicht die Feinde Gottes, die sich bei ihrem Feldzug zum Verderben der Seelen auf ihn stützen können.
Mission accomplished. (.......)



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