Samstag, 7. Oktober 2017

Professor Seifert & die Verfolgung der Rechtgläubigkeit durch die Kirche

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        "DIE VERFOLGUNG DER RECHTGLÄUBIGKEIT"
"Bedenkt man die Verwandlung von Platos Akademie- des Meisters der ewigen Wahrheit- in ein Zentrum radikalen Skeptizismus gegen das der Hl. Augutinus sein "Contra Academicos" oder die Spaltungen und Veränderungen die in allen anderen philosophischen Schulen auftraten, sieht man, daß die Bewahrung der Katholischen Lehre über 2 Jahrtausende ein Wunder ist.
Wenn man dann auch noch die zahllosen Teilungen zwischen und innerhalb der verschiedenen protestantischen Konfessionen sowie die in anderen Religionen bedenkt, wird offensichtlich, daß die Art Katholisch zu lehren, intakt überlebt hat, die mit jeder Konfrontation mit dem Irrtum klarer wird, ist das Wunder viel größer als den Kranken zu heilen oder den Blinden sehen zu machen.

Fügt man dieser Tatsache hinhzu, daß viele Priester, Bischöfe, Kardinäle und Päpste nicht nur im Gegensatz zur Katholischen Lehre führten, sondern auch viele Katholische Lehren zurückwiesen, sondern ihnen einfach nicht glaubten. Und rein menschliche Institutionen würden sich schon lange aufgelöst, oder eine innere Teilung und Widersprüche erlitten haben, die sich in ihren Glaubensbekenntnissen und offiziellen Lehren wiederspiegelten.

In der Apostelgeschichte erklärt Gamaliel das Überleben der Kirche für unmöglich, außer sie werde von Gott gegründet und erhalten. Die gleiche Gedankenlinie unterliegt auch Boccaccios berühmter Geschichte in "Decameron" vom  Christlichen Kaufmann und dem Juden, der genau wegen der vielen unwürdigen und weltlichen Männer konvertierte, die er im Vatikan getroffen hatte und die die Kirche nicht zerstörten, die deshalb von Gott stammen mußte.
Wenn man betrachtet, daß "die Kirche" die vielen Krisen, die sie erlitt, glorreich überwunden hat, kann man nur die wahre Stimme und offizielle Lehre der Kirche meinen. Man kann nicht leugnen, daß die gleichen Irrtümer bis heute lauern und in vielen Kreisen sogar an Kraft gewonnen haben, obwohl sie erkannt und verurteilt worden sind.

In den letzten 50 Jahren ist die Krise, die die Kirche am schwersten bedrohte, eine der Moraltheologie und des Verstehens des "Naturrechts". Diese Krise wurde  dramatisch klar nach der Veröffentlichung von Humanae Vitae.
Zuerst suchten die Theologen, die in Opposition zum Dokument standen Zuflucht im Heiligtum des moralischen Gewissens, der obersten subjektiven Norm der Moralität.
Anstatt zu sehen, daß das Gewissen auf der objektiven Wahrheit über Gut und Böse beruht, auf der unendlichen Würde Gottes und der überragenden Würde des Menschen, anstatt anzuerkennen, daß Gewissen mit den objektiven moralischen Normen korrespondiert, die ins Innere der Dinge und menschlicher Handlungen und in die ewige Heiligkeit Gottes eingeschrieben ist.

Dennoch hat sich die moral-theologische Phalanx, die sich gegen Humanae Vitae wendete, nicht damit zufrieden,zu sagen, daß die ethischen Irrtümer und schwer unrechten Handlungen jener, die Empfängnisverhütung betrieben, nur durch ihr irrendes Gewissen gerechtfertigt wird.
Statt dessen wollten diese Opponenten plötzlich die volle Objektivität ihrer Opposition zu Humanae Vitae behaupten, indem sie sagten, daß es hier nicht nur um irrende Gewissen  geht (unermüdlich angerufen von Rocco Buttiglione in seiner Verteidigung von Amoris Laetitia) .





Verteidigungen der Subjektivität des Gewissens setzen immer noch voraus, daß der Sünder, der sich selbst in Irrtümer des Gewisens verwickelt befindet, besser belehrt und sich selbst demütig seinem Urteil über die objektive Wahrheit über das innewohnende Falsche seiner Handlung unterwirft.
Indem sie das zurückweisen, haben die neuen Proportionalisten und Konsequentialisten einer ethischen Theorie (wirklich ein Neuaufguss alter Ideen) Theologen erlaubt zu behaupen: "Unter vielen Bedingungen sind die Handlungen die Humanae Vitae als in sich falsch nennt, objektiv gesprochen überhaupt nicht falsch sind. Jene, die Humanae Vitae nicht gehorchtenm hatten nicht nur jedes Rechte ihrem eigenen Gewissen zu folgen, sogar gegen die Kirche, sie hatten objektiv Recht, als sie beschlossen, das zu tun.

Ob man diese Position "Proportionalismus" "Konsequentialismus" "reine teleologische Ethik" nennt, der Punkt war der selbe: "Sie warf die zentrale Lehre jeder Ethik über Bord, seit Sokrates, Plato und Cicero und durch die Kirchengeschichte hindurch- namentlich die Lehre von in sich schlechter Handlungen.
Die glorreiche Handlung des jungen Daniels, die Lügen und Ungerechtigkeiten und die seinem Urteil nach gegen diese bösen alten Männer, bringt kraftvoll die Existenz ungerechter Handlungen, Lügen, Verleumdungen, das Töten von Unschuldigen etc. zurück, die absolut und unter allen Umtänden falsch sind; sie sind das, was man ein "intrinsece malum" nennt.

Jetzt leugnet diese neue Moraltheologie, die von Fuchs, Demmer, Böckle, Schüller und viele andere befürwortet wird, daß irgendeine Handlung moralissch beurteilt werden könnte, außer in Begriffen ihrer guten und schlechten Konsequenzen. Deshalb gibt es kein in sich schlechtes unnd immer falsches menschliches Handeln. Wenn eine Handlung- was immer ihre innere Natur sein mag- verspricht, dazu zu führen, die Übel der Welt zu verringern, kann sie gerechtfertigt werden.
Wir können leicht sehen, daß mit dieser Ethik nichts in der Katholischen Morallehre ingtakt bleiben kann. Weil keine Handlung von Natur aus schlecht wäre, sondern gut oder schlecht im Hinblick auf die konkrete Komplexität des Lebens und des Gewebes von Gründen und Folgen.

Man kann immer fälle finden, in denen einen Mord zu begehen, einen Unschuldigen zu betrügen oder viele andere abscheuliche  Handlungen mehr gute Konsequenzen haben kann als eine andere.
Z.B.  einen uden hzu verraten und ihn in die Verbrennung zu schicken, ist isoliert betrachtet, bestimmt eine äußerst schreckliche Tat, unter bestimmten Umständen kann der Tod nur eines Mannes anstatt zu riskieren, daß die Nazis wegen meines Unwillens, ihnen diesen einen Juden auszuliefern, meine eigene Familie von 8 ermorden.Deshalb wäre es uns unter diesen Umständen erlaubt, oder wir wären sogar verpflichtet, diesen einen Juden auszuliefern, um von den Nazis ermordet zu werden.

Das ist jedoch nicht nur einfach eine klare Lehre der Kirche sondern auch der menschlichen Vernunft offensichtlich, daß bestimmte abscheuliche Verbrechen überhaupt nicht durch den Hinweis auf ihre guten Folgen gerechtfertigt werden können. Bedenken Sie die abscheuliche Handlung, die der Prophet Daniel begangen haben würde, wenn er selbst die unschuldige Frau verurteilt hätte, um seine Karriere als junger Richter nicht zu gefährden.

Es ist kaum möglich die ungeheuren Proportionen der Krise in der Kirche, die durch eine solche falsche und bösartige  ethische Theorie hervorgerufen würde, zu übertreiben.
Sie ist in der Lage, eine Entschuldigung für jede sündhafte Handlung zu finden. Wenn die bloße Konsequenz menschliche Handlungen gut oder böse machen würde, gäbe es keine Ungerechtigkeit, keine grausame Abtreibung, keine Abscheulichkeit, die nicht unter einigen Umständen gerechtfertit werden könnte.

Auf diese Krise hat der Hl. Papst Johannes Paul II sehr stark reagiert. In Familiaris Consortio  bekräftig er die Lehre vom in sich Bösen des Ehebruchs. von Empfängnisverhütung, durch die die einheitliche Bedeutung des ehelichen Aktes aktiv und vorsätzlich von der Prokreation getrennt würde.
In Evangelium Vitae bestand er auf der Würde jedes menschlichen Lebens, das zugleich eine menschliche Person ist. Daher ist jeder Angriff auf as menschliche Leben- von seinem Anfang bei der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ( nicht nur dem sogenannten Hirntod) in sich schlecht ist und durch keine gute Konsequenz gerechtfertigt werden kann, die ein solcher Akt haben mag ( wie z.B. ein Leben zu retten, oder eine Ehe oder zu verhindern, daß der Ehemann seine Kinder verläßt usw.)
Nein, indem er die Autorität des Hl. Petrus anruft und so (meiner Ansicht nach) seine Lehre zum dogma erhob, hat Johannes Paul in Kap. 68 von Evangelium Vitae formuliert, daß wir in jedem mnschlichen Leben die volle Würde der Person respektieren müssen. So ist jede Handlung gegen das Leben, in sich schlecht und kann im Hinblick auf äußere oder spätere Folgen niemals gerechtfertigt werden.

Schließlich setzte der Papst in Veritatis Splendor dieser proportionalistischen Ethik ein Ende, indem er äußerst kraftvoll  bestärtigte. daß es Handlungen gibt, die durch ihre Natur böse sind moralisch falsch. Ihr wirkliches Ende und und ihre zugrunde liegende Absicht (finis operis) machen sie unabhängig von den Konsequenzen moralisch falsch. Veritatis Splendor verurteilt mit allem drum und dran die moraltheologischen Irrtümer, die in sich falsche Handlungen leugnen.
So gab er Humanae Vitae seine letzte Begründung in seiner unzweideutigen Lehre, daß es Handlungen gibt, die  in sich falsch sind und in keiner Lage gerechtfertigt werden können.

Fortsetzung folgt....

Quelle: Firstthings, Prof. J.Seifert


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