Montag, 18. Dezember 2017

Fundstück: "Was würde ein Kind angesichts der Krippe auf dem Petersplatz denken?"

Aldo Maria Valli hat sich die Krippe auf dem Petersplatz angesehen und stellt sich vor, was ein Kind wohl sagen würde, wenn es dieses Kunstwerk sieht. Das  beschreibt er mit seinen eigenen Eindrücken auf seinem blog. Hier geht´s zum Original: klicken

     "WENN DAS JESUS- KIND IN DER KRIPPE WIE EIN EINDRINGLING WIRKT." 


"Am Ende bin ich hingegangen. Um die Krippe auf dem Peters-Platz anzusehen. Gestern hat mein Freund, der Pizza-Bäcker, aus dem Borgo Pio mich gedrängt: "Geh hin, geh hin und dann sagst du es mir."


Ich habe ihn gefragt: "Hat sie dir nicht gefallen?"
"
Und warum? 

"Sie war mir unangenehm. Mit diesem nackten Mann in der ersten Reihe, dieses Fitness-Studio.
Aber was? Ist er ein Armer? Geh her! Er scheint gerade aus einem Wellnesscenter gekommen zu sein. Und dann Maria und Joseph - verloren da mittendrin, fast versteckt hinter anderen Personen. Geh hin, geh hin und dann sprechen wir drüber."

Und so bin ich hingegangen. Und in der Tat muß ich sagen, daß vor allem anderen der nackte Mann auffällt. Da vorne ist er, in der allerersten Reihe, rosig, gut drauf, enthaart, alle Muskeln zeichnen sich ab. Er hat Recht, mein Freund der Pizzabäcker: er erscheint überhaupt nicht wie ein Armer, Bedürftiger, der bekleidet werden muß. Er erscheint eher als Modell, der sich in seiner Beschaffenheit gefällt,

Dann ist mir der Tote aufgefallen. Er ist ein bißchen verdeckt, auf einem Tisch. Er ist mit einem weißen Leichentuch bedeckt und man sieht von ihm nur einen Arm, natürlich tot, der unbweglich herabhängt. Neben ihm ein Kerl: man weiß nicht genau, was er dort macht, aber er ersccheint eher bedohlich, mit einer erhobenen Hand über der Leiche, der  Blick einbißchen scheel.

Die diesjährige Krippe ist ein Geschenk der Territorial-Abtei von Montevergine und es handelt sich, wie wir von Radio Vatican lernen können, um "ein Kunstwerk im Stil des 18. Jahrhunderts nach ältester neapolitanischer Tradition."
Frucht der Arbeit einer "neapolitanischen Künstlerwerkstatt" -belegt die Krippe "ein Areal von cirka 800 qm, und ist maximal 7 Meter hoch."
Das Ganze ist inspiriert von den "Werken der Barmherzigkeit, repräsentiert von 20 Figuren, verschiedener Größe-um 2m herum-aus mehrfarbiger Terracotta, die Augen aus Krisrall und in Stoff gekleidet."

Der Unterzeichner hat keinerlei künstlerische Kompetenz. Die Figuren, soweit sie einzeln stehen, sind sicher vortrefflich. Aber der Eindruck eines Unwissenden ist, daß er nicht so sehr einer Krippe gegenüber sieht, insbesondere der Geburt Jesu, sondern einer Gruppe von vielbeschäftigten Personen, denen das Wunder der Geburt gleichgültig ist.

Die Werke der Barmherzigkeit werden von Perönlichkeiten dargestellt, die damit beschäftigt sind, sie in die Praxis umzusetzen: ein Mann besucht einen Gefangenen ( von dem man nur den Kopf siehr, mit einem grauenvollen Effekt, weil er abgeschnitten wirkt); eine Frau mit einem Krug in der Hand, gibt einem Sitzenden zu trinken; ein Jugendlicher hilft einem Kranken; ein Herr schaut auf den Nackten und hält ihm ein Tuch hin (das ihm aber aus der hand hängt und ist noch nicht damit beschäftigt den Bedürftigen wenigtens ein bißchen zu bedecken) und dann gibt es die, die die Pilger beherbergen und dann ist da noch der Kerl, der wohl den auf dem Tisch begragen will.

Mitten in diesem ganzen Aktivismus- in diesem Kreuzfeuer von Blicken und menschlichen Gliedern, erscheinen Maria und Joseph fast wie Eindringlinge, die dort zufällig vorbeigekommen sind. 
Ich weiß nich, wann das Jesus-Kind eintreffen wird, die Hl. Familie sich ein bißchen Platz verschaffen kann, aber bis jetzt erscheint die Krippe eher wie eine eher unordentliche soziale Kooperative,

Ich wiederhole, ich habe keine künstlerischen Kompetenzen und sicher erschreckt das, was ich sage, die Experten, aber ich kann meine Bestürzung nicht verbergen.
Auch die Könige scheinen mehr vor den Aktivitäten verblüfft, die sich vo ihren Augen abspielen als von der Geburt des Herrn.
Und dann fehlt völlig die Hütte oder Grotte oder wenn Sie wollen, der Unterschlupf - reduziert auf ein Akzent einer Kuppel, so als on das Jesus-Kind beschlossen hätte in einer vom Erdbeben zerstörten Kirche zur Welt zu kommen, von der nur ein kleiner, wackeliger Teil übrig geblieben ist.

Ich habe irgendwo gelesen, daß Facebook das Foto der Krippe auf dem Petersplatz zurückgewiesen hatr- weil es "sexuell und provokant ist". Deswegen hat mein Freund der Pizzabäcker sie das "Fitness-Studio" genannt, natürlich. ich weiß nicht, wie diese Dinge funktionieren und ich will mich nicht aufdrängen. Ich beschränke mich darauf, zu beobachten, wie die Reaktion eines Kindesvsein könnte, das gebracht wird, um die Krippe anzuschauen.

"Entschuldige Papa, entschuldige Mama, aber wo ist die Madonna? Und das Jesus-Kind? Und der Hl. Joseph?"

"Schau genau hin, mein Sohn"

"Aber wo?"

"Da hinter dem Mann- ähm dem wenig bekleideten. Siehst du ihn?"

"Nein Papa, ich sehe nichts"
«Ok, gehen wir woanders hin. Siehst du ihn jetzt?" 
"Nein, ich sehen den Kopf eines Herrn mit dunkler Haut, der aus einem Fensterchen auftaucht. haben sie ihm den abgeschnitten?"

"Nein mein Sohn, sie haben ihm den nicht abgeschnitten. Das ist ein Gefangener und sein Kopf schaut aus dem Gefängnis heraus. Sie wollen ihm helfen."
"Ja, aber das Jesus-Kind, wo ist es?"
"O.k. Gehen wir weiter. Siehst Du ihn jetzt?"
"Nein, ich sehe nur einen Herrn auf dem Tisch. Sie haben ein weißes Leinentuch gebreitet. Aber warum?"
"Weil...ähm... er tot ist"
"Tot? Aber wieso? Wer hat ihn getötet? Was hat ihm getan?"
"Nichts, nichts, mein Sohn. Er ist tot und basta und jetzt müssen sie ihn begraben."
"Und das Jesus-Kind"
"Gehen wir weiter. So jetzt hebe ich dich hoch. Siehst du ihn?"
"Nein,ich sehen nur einen König mir einem großen Turban auf dem Kopf. Der gefällt mir nicht."#
"Aber nein, mein Sohn, sag doch sowas nicht"
"Papa,Mama, ich habe Angst, gehen wir!"
"Aber warum? Freust du dich nicht? Gefällt dir die Krippe nicht?"
"Nein, diese Krippe gefällt mir nicht, sie macht mir Angst. Gehen wir nach Hause."




Kommentare:

  1. Auch wenn die Krippe nicht gefällt kann man davon etwas lernen: Werke der Barmherzigkeit müssen im Licht Christi getan werden. So wie er sagt: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Wenn wir die Werke an sich, weil sie barmherzig sind, betrachten und Christi Präsenz nicht ernst nehmen, dann kann es passieren, dass Christus wie ein Eindringling wirkt. Dann stellt sich die Frage, ob die Werke, die so barmherzig sind, auch wirklich an Christus getan werden. Und jeder einzelne muss sich die Frage stellen: Sehe ich in meinem Nächsten Christus selbst? Suche ich die Erfüllung der Werke der Barmherzigkeit oder schaue ich auf die Bedürfnisse meines Nächsten, der wirklich neben mir steht? Sehen arme Menschen immer arm aus?
    Diese Krippe scheint zu provozieren und wir sollten uns wirklich überlegen, was ein Kind fragen würde und uns ernsthaft Gedanken darüber machen, was einem Kind so alles auffällt... "Wo ist das Christkind?"

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    1. Danke für den Kommentar, Mir scheint es wirklich der entscheidende Punkt zu sein, warum tue ich die Werke der Barmherzigkeit?
      Und ich vermute eine Menge Leute, die meinen ihre Werke vor Gott dermaleinst ins Feld führen zu können, werden darauf die Antwort erhalten "du hast deinen Lohn bereits erhalten!" und die die die guten Werke um Christi willen tun, die bekommen auch in unserer Welt keinen Lohn dafür, weil die Welt es nicht versteht.
      Es ist im Grunde ganz einfach!

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