Donnerstag, 18. Januar 2018

De Mattei:" Die Krankheit der zeitgenössischen katholischen Kirche ist der Minimalismus."

Roberto De Mattei meldet sich bei rorate caeli zu den unglaublichen Vorgängen in Turin  während der Weihnachtsmesse (das vorsätzliche und erklärte Auslassen des Credo-durch Don Olivero) und fordert Konsequenzen - sowohl von der Hierarchie als auch von den Gläubigen.
Hier geht´s zum Original: klicken

"DER MINIMALISMUS, KRANKHEIT DES ZEITGENÖSSISCHEN KATHOLIZISMUS"
'In diesen Tagen kursieren auf den web-sites Italiens zwei Videos, die nachdenklich machen.
Das este gibt die Worte wieder, die während der weihnachtlichen Mitternachtsmesse von Don Fredo Olivero, Rektor der Kirche San Rocco a Torino gesprochen hat: "Wißt Ihr, warum ich das Credo nicht spreche? Weil ich nicht daran glaube."
Unter dem Gelächter der Gläubigen fährt der Priester fort: "Wenn jemand es versteht....aber ich- nach so vielen Jahren -habe verstanden, daß da eine Sache war, die ich nicht verstanden habe und die ich nicht akzeptieren wollte. Singen wir also etwas anderes, die die wichtigsten Dinge des Glaubens betreffen,"
Dann hat der Priester das Credo durch das Lied "Dolce sentire" aus dem Film "Bruder Sonne, Schwester Mond"

Das  Credo umfaßt die Glaubensartikel des Katholischen Glaubens. Einen dieser Artikel zu leugnen, stellt eine Häresie dar. Das Credo en bloc zu leugnen, stellt einen Akt öffentlicher Apostasie dar.
Und es im heiligen Augenblick der Messe zu leugnen, stellt einen nicht zu tolerierenden Skandal dar.

Der Priester hätte sofort entfernt,  a divinis suspendiert und exkommuniziert werden müssen.
Nichts davon ist passiert. Während die Medien die unglaubliche Nachricht weiter hervorsprudelten, war die einige Stimme der Kirche dazu, die von Don Salvatore Priola, Pfarrer und Rektor des Marienheiligtums von Altavilla Milicia, der in eines Predigt seinen Ärger über die Worte des piemontesischen Priesters ausdrückte- und seine Gläubigen und jeden Getauften aufgefordert, öffentlich auf diesen Skandal zu reagieren.

Ein Video zeigt sein leidenschaftlichen Wort "Brüder und Schwestern" sagte er " wenn ihr einen Priester Dinge sagen hört, die dem katholischen Glauben widersprechen. auch während des Messe- habt den Mut, aufzustehen und sagtr es dem Priester -auch während der Messe: das ist nicht erlaubt!
Es ist Zeit aufzustehen,wenn ihr etwas hört, daß solche Sachen die unserem Credo widersprechen, gesagt werden. Auch wenn ein Bischog sie sagt auch wenn ein Priester sie sagt. 
Steht auf und sagt ihm: Pater, Exzellenz, das ist nicht zuläsig.  Weil es ein Evangelium ist. Weil wir alle das Evangelium sind,  vom Papst abwärts sind wir alle das Evangelium."





Die beiden gegensätzlichen Predigten sind einige Überlegungen wert. Wenn ein Priester so weit geht, dass katholische Glaubensbekenntnis am Altar zu verleugnen, sind wir wirklich in einer Krise der Kirche von unerhörtem Ausmaß.
Umso mehr, weil der Fall von Don Olivero kein Einzelfall ist. Tausende von Priestern weltweit denken genau so und benehmen sich folgerichtig aus.
Was aber an dem Fall außergewöhnlich erscheint und weshalb er die volle Anerkennung der wahren Katholiken verdient, ist die Aufforderung des sizilianischen Pfarrers, in der Kirche aufzustehen um einen Priester öffentlich zu ermahnen, oder sogar einen Bischof, der einen Skandal verursacht.
Diese öffentliche Korrektur ist nicht nur legitim sondern kann,manchmal auch eine Pflicht sein.

Es gibt einen Punkt, der unterstrichen werden muß. Der wirkliche Grund der aktuellen Krise liegt nicht in der Arroganz derer, die den Glauben verloren haben, sondern in der Schwäche jener, die ihn bewahrt haben und es vorziehen, zu schweigen anstatt ihn zu verteidigen.
Dieser Minimalismus bildet die spirituelle und moralische Krankheit.  Für viele Katholiken gibt es keinen Widerstand gegen die Irrtümer, weil es ausreicht"sich gut zu benehmen" während der Widerstand auf die Verteidigung der absoluten moralischen Negativa, also jener Normen die immer und in jedem Fall Verhaltensweisen, die dem Naturgesetz und dem göttlichen Gesetz widersprechen, verbieten.

Das ist sakrosankt, aber wir dürfen nicht vergessen, daß es nicht nur negative Vorschriften gibt, die uns sagen, was wir niemls tun dürfen, es gibt auch positive Gebote, die uns sagen, was wir tun sollen, was also die Werke der Einstellungen, die Gott gefallen und durch die wir unseren Nächsten lieben könnten. Während die negativen Vorschriften (nicht töten, nicht stehlen, keine unreinen Handlungen begehen) konkret formuliert sind, sind die positiven Vorschriften (Gebet, Opfergabe, LIebe zum Kreuz) sind ungenau, weil sie nicht fest aussagen können, was man in jeder Situation tun muss, sondern auch dazu verpflichten- je nach Situation.

Die Modernisten weiten die "Situationsethik" unverdienterweise die poitiven Vorschriften auf die negativen aus- im Namen der Liebe Gottes, vergessen dabei aber, daß lieben bedeutet "bedeutet das Moralgesetz zu liewahren, weil Jesus gesagt hat: "Wer meine Gebote einhält und ihnen gehorcht, ist der, der mich liebt" (Joh.14,21)
Die Konservativen ihrerseits werden Zeugen der minimalistischen moralischen Standpunkte und vergessen, daß ein Katholik  Gott mit ganzem Herzen und Geist und mit ganzer Seele und allen kräfetn lieben muß. (Matth. 22. 35-38, Mc 12, 28-30).

Deswegen erklärt der Hl. Thomas von Aquin, daß wir alle nicht nur dem Guten verpflichtet sind, sondern dem besseren Guten, weder im Planen noch in der Handlung, sondern in der Liebe.

Die erste moralische Wahrheit ist die Liebe. Der Mensch soll Gott aller Kreaturen lieben und die Kreaturen lieben- nach der von Gott gegebenen Ordnung, Es gibt negative Handlungen, die man niemals und unter keinen Umtänden begehen darf. Aber es gibt  poitive Aktionen, -in festgelegten Umständen- die man vollbringen muß. Diese moralische Verpflichtung hat ihr Fundament nicht in einem negativen Gebot, sondern in der Liebe Gottes.

Die Gebote haben also eine Untergreze: daß was man nicht machen darf, aber sie haben keine Obergrenze, weil die Liebe zu Gott und zum Nächsten keine Grenze hat und daß wir perfekt sind nach dem Maß unserer Liebe. Johannes Paul II hat das in Nr. 52 von "Veritatis Splendor" erklärt.

"Die Tatsache, daß die negativen Gebote immer und unter allen Umständen verpflichten, bedeutet nicht, daß im Moralleben,. die Verbote wichtiger sind als die Bemühung, das Giute zu tun, das von den positiven Geboten vorgeschrieben wird.
Der Grund dafür ist eher folgender: das Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben, hat in seiner Dynamik keinerlei Obergrenze, wohl aber eine Untergrenze, unterhalb derer man das Gebot verletzt.
Außerdem hängt das, was man in einer bestimmten Situation tun soll, von den Umständen ab und wir können die nicht alle im Voraus vorhersehen."

Der Theorie eines "geringeren Übels" müssen wir die des "größeren Guten " entgegenstellen. Auf der Ebene des Handelns  kann man das Gute nicht a priori festlegen, weil es so viele Unsicherheiten und Ungewissheiten bei den guten Taten, die wir vollbringen önnen.
Aber wenn das größere Gute sich unserem Gewissen als klar und gut definiert präsentiert und so im hic et nunc vollbracht werden können, ist die Nichtbeachtung schuldhaft und wir haben die moralische Verpflichtung ihm zu folgen.

Die Vorschrift zur brüderlichen Korrektur gehört zu den positiven moralischen Geboten. Man ist nicht immer verpflicht, sie durchzuführen, und man kann sie nicht immer als eine Pflichtr der anderen betrachten, sondern jeder von uns muß sich verpflichtet fühlen, zu reagieren angesichts einer öffentliche Verleugnung der katholischen Wahrheit.
Wer Gott wirklich liebt, soll dem Beispiel des Eusebios folgen, dem Laien, der dann Bischof wurde,und der 423 sich offen gegen Nestor erhob, der die Göttliche Mutterschat leugnete.

Die Aufforderung von Don Salvatore Priola, aufzustehen, wenn wir Dinge hören, die dem katholischen Glauben widersprechen und die Einladung unseren Maximalismus der Liebe zu Gott zu manifestiern und das Licht unsers Glauben nicht unter den Scheffel stellen, sondern mit unserem Beispiel die Finsternis unsrere Zeit zu erleuchten. (Mk 4, 21, 25)

Roberto De Mattei

Quelle: Rorate Caeli, R. De Mattei

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