Dienstag, 30. Januar 2018

Magister: Kardinal Zen berichtet über sein Treffen mit dem Papst zum Thema

Sandro Magister hat heute bei Settimo Cielo den offenen Brief  Kardinal Zens an die Medien - in veröffentlicht von der Agentur Asia News- abgedruckt. UNBEDINGT LESEN! 
Hier geht´s zum Original:   klicken

"GEFAHR EINES SCHISMAS IN CHINA. KARDINAL ZEN: DER PAPST HAT MIR GESAGT..."

"Wir geben den offenen Brief wieder, der heute am 29. Januar von Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun, Bischof emeritus von Hong Kong  auf seinem blog  veröffentlicht worden ist und sofort von der Agentur Aisa News des Päpstlichen Instituts für Auswärtige Missionen publiziert wurde.

Darin verrät der Kardinal die wesentlichen Inhalte des Gesprächs, das er mit Papst Franziskus hatte, dem er seine schweren Befürchtungen über die kürzlich von Vaticanmitarbeiter n in China  unternommenen Schritte mitgeteilt hat.

Diese Schritte bestanden darin, dass  die beiden  Untergrundbischöfe von Shantou und Mindong, die vom Hl. Stuhl anerkannt werden, den Weg freizumachen haben  für zwei von der Regierung ernannte Bischöfe-beide illegitim, einer davon exkommuniziert.
Mehr Details hier:

"Der Vatican verlangt von legitimen Bischöfen, zugunsten illigitimer Bischöfe zurück zu treten"  

Kardinal Zen enthüllt jetzt, daß Papst Franziskus ihm geantwortet habe, er habe angeordnet "keinen neuen Fall Mindszenty zu schaffen" indem er auf den heroischen Kardinal und Primas von Ungarn anspielte, der 1971 von den Vaticanischen Autotritäten aufgefordert worden war  sein Land zu verlassen, 1973 aus diesem  Amt entfernt und 1975 durch einen dem kommunistischen Regime genehmen Primas ersetzt wurde.

Aber jetzt ist der Kardinal dran.



"Liebe Freunde in den Medien,

Seit Asia News kürzlich einige Fakten über die Kirche auf dem chinesischen Festland  enthüllt hat, wo legitime Bischöfe vom Hl. Stuhl gebeten wurden, zurückzutreten und für illegitime, sogar ausdrücklich exkommunizierte "Bischöfe" Platz zu machen haben viele verschiedene Versionen und Interpretationen der Fakten zu Verwirrung unter den Menschen geführt.
Viele, die von meiner kürzlichen Reise nach Rom wissen, haben mich um Klrstellung gebeten.

Im vergangenen Oktober, als Bischof Zhuang die ersten Nachrichten vom Hl. Stuhl bekam,hat er mich um Hilfe gebeten. Ich habe jemanden geschickt, seinen Brief an den Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, mit einer Kopie für den Hl. Vater zu überbringen.
Ich weiß nicht, ob die beigelegte Kopie den Schreibtisch des Hl. Vaters erreicht hat.

Glücklicherweise war Erzbischof Savio Hon Tai Fai war noch in Rom und konnte den Papst zu einem Abscheidsbesuch treffen. Bei dieser Gelegenheit brachte er hat er dem Hl. Vater die beiden Fälle von Shantou und Mindong zur Kenntnis. Der Hl. Vater war überrascht und versprach, sich um die Sache zu kümmern.

Nachdem der Hl. Vater Erzbischof Savo Hon sein Wort gegeben hatte, haben mich die neuen Fakten im Dezember als Überraschung umso mehr schockiert, Als der alte, gestresste Bischof Zhuanf mich bat, dem Hl. Vater seine Antwort auf die von der "Vatican Delegation" in Peking überreichte Botschaft zu überbringen, konnte ich einfach nicht nein sagen.
Was ich aber tun konnte, war sicher zu stellen, daß sein Brief den Hl. Vater erreichte, während nicht einmal ich sicher sein kann. daß meine vielen Briefe ihn erreichen.

Um sicher zu stellen, daß unsere Stimme den Hl. Vater erreichte, habe ich den schnellen Entschluss gefaßt, nach Rom zu fahren. Ich habe Hong Kong in der Nacht zum 9. Januar verlassen und bin am frühen Morgen vom 10. Januar angekommen, gerade rechtzeitig (tatsächlich ein bißchen spät) zur öffentlichen Generalaudienz, bei der wir Kardinäle und Bischöfe zum "Handkuss" zugelassen werden und ich hatte die Chance, dem Hl. Vater den Umschlag in die Hand zu drücken und zu sagen, daß ich nur nach Rom gekommen bin, ihm einen Brief von Bischof Zhuang zu bringen und hoffe, daß er die Zeit findet ihn zu lesen (im Umschlag waren auch der Originalbrief des Chinesischen Bischofs mit meiner Übersetzung ins Italienische und ein Brief von mir).

Aus offensichtlichen Gründen hoffte ich, daß mein Erscheinen bei der Audienz nicht zu sehr wahrgenommen wurde, aber meine späte Ankunft in der Halle machte sie um so auffälliger. Jedenfalls kann man den ganzen Vorgang bei Vatican-TV (übrigens fand die Audienz in der Aula Paolo VI und nicht auf dem Petersplatz statt und ich kam ein bißchen spät, mußte aber "nicht bei kaltem Wetter in der Schlange warten" wie manche Medien irrtümlicherweise berichteten).

Ich habe Fr. Bernard Cervellera von AsiaNews getroffen. Wir haben unsere Informationen ausgetauscht, ich sagte ihm aber, er möge nichts schreiben.
Jetzt, nachdem jemand anderes die Neuigkeiten bekannt gegeben hat, bin ich einverstanden, dem zuzustimmen. Ja, soweit ich weiß, sind die Dinge genau so passiert, wie sie bei AsiaNews berichtet werden (der AsiaNews -Bericht glaubt daß der Bischof, der die Vatican-Delegation anführte MSgr. Celli war, aber ich weiß nicht in welcher offiziellen Eigenschaft er dort war, aber es ist höchst wahrscheinlich, daß er derjenige in Peking war.

In diesem wichtigen Augenblick und bei der vorherrschenden Verwirrung in den Medien - ich kenne die Situation in Shantou direkt und indirekt die von Mindong fühle ich mich verpflichtet, mein Faktenwissen zu teilen, sodaß die ernsthaft um das Heil der Kirche besorgten Menschen die Wahrheit kennen lernen können, auf die sie ein Anrecht haben.
Mir ist wohl bewußt, daß wenn ich das tue, ich vielleicht über Dinge sprechen, die technisch als vertraulich qualifiziert werden. Aber mein Gewissen sagt mir, daß in diesem Fall das "Recht auf Wahrheit" jedes Recht auf Vertraulichkeit überwiegt.

Mit einer solchen Überzeugung, werde ich mit Ihnen auch das Folgende teilen:
Am Nachmittag dieses Tagen, am 10. Januar, erhielt ich einen Anruf aus Santa Marta in dem mir gesagt wurde, daß der Hl.Vater mich am Freitag, dem 12. Januar in einer Privat-Audienz empfangen würde werde (auch wenn der Bericht darüber erst am 14. Januar im Bulletin des Hl. Stuhls erschien).
Das war der letzte Tag in meinem 85. Lebensjahr, was für ein Geschenk des Himmels!
(Bemerkenswert auch, daß es der Vorabend der Abreise des Hl. Vaters nach Chile und Peru war, sodaß der Hl. Vater sehr beschäftigt gewesen sein muß.)
An diesem Abend dauerte die Unterhaltung ungefähr eine halbe Stunde. Ich war in meinem Reden  ziemlich wirr, aber ich denke, daß ich dem Hl. Vater die Verwirrung seiner gläubigen Kinder in China vermitteln konnte.

Die wichtigste Frage, die ich dem Hl. Vater stellte (die auch in dem Brief stand) war ob er die Zeit gehabt habe, "in die Sache hineinzuschauen" (wie er es Erzbischof Savio Hon versprochen hatte)
Trotz der Gefahr, des Vetraulichkeitsbruchs beschuldigt zu werden, habe ich beschlossen, Ihnen mitzuteilen, was seine Heiligkeit gesagt hat: "Ja, ich habe ihnen gesagt (seinen Mitarbeitern beim Hl. Stuhl) nicht einen neuen Fall Mindszenty zu schaffen" !
Ich war da in Gegenwart des Hl. Vaters und repräsentierte meine leidenden Brüder in China.
Seine Worte sollten richtig verstanden werden - als Trost und Ermutigung mehr für sie als für mich.

Ich denke, daß es für den Hl. Vater bedeutend und passend war, diesen historischen Bezug zu Kardinal Joseph Mindszenty, einem der Helden unseres Glaubens herzustellen. (Kard. Josef Mindszenty war der Erzbischof von Budapest, Primas von Ungarn, verfolgt von den Kommunisten. Er hat während mehrere Jahre Gefängnishaft sehr gelitten.Während der kurzen Revolution wurde er von den Aufständischen befreit und bevor die Rote Armee den Aufstand zermalmte, flog er in die Amerikanische Botschaft. Unter dem Druck der Regierung wurde er vom Hl. Stuhl angewiesen, sein Land zu verlassen, und es wurde sofort ein Nachfolger nach dem Geschmack der Kommunistischen Regierung ernannt.)

Mit dieser Bekanntgabe, hoffe ich das legitime "Recht auf Wissen" der Medien und meiner Brüder in China befriedigt zu haben.

Es ist für uns wichtig für den Hl. Vater zu beten passend das traditionelle Lied "Oremus" "Oremus pro Pontifice nostro Francisco , Dominus conservet eum et vivificet eum et betum faciat eum in terra et nnon tradet eum in animam inimicorum eius" zu singen.

Einige Erklärungen könnten noch in Ordnung sein:
1. Bitte beachten Sie, daß das Problem nicht der Rücktritt des legitimen Bischofs ist, sondern die Aufforderung  Platz für llegitime und sogar Exkommunizierte zu machen. Viele alte Untergrundbischöfe - obwohl das Rücktrittsaltet in China nie eingeführt wurde, haben dringend um einen Nachfolger gebeten, aber nie eine Antwort vom Hl. Stuhl bekommen.
Einige andere, die einen schon ernannten Nachfolger haben, sind vielleicht schon im Besitz der vom Hl. Vater unterschriebenen Bulle waren, sind aufgefordert worden, nicht mit der Ordinierung fortzufahren, um die Regierung nicht zu herauszufordern.

2. Ich habe hauptsächlich über die beiden Fälle von Shantou und Mindong gesprochen. Ich habe keine weiteren Informationen außer der Kopie eines Briefes, von einer herausragenden Katholischen Dame, eine pensionierte Universitätsprofessorin , die die Verhältnisse in der Kirche in China gut kennt, in dem sie Msgr. Celli davor warnt, Druck zur Legitimierung von "Bischof" Lei Shi Ying in Sechuan auszuüben.

3. Ich gebe selber zu, daß ich die gegenwärtige Situation der Kirche in China pessismistisch betrachte, aber mein Pessismismus hat seinen Grund in meiner langen, direkten Erfahrung mit der Kirche in China. Von 1989 und 1996 habe ich  18 Monate damit verbracht, an den verschiedenen Seminaren der offiziellen Katholischen Gemeinschaft zu lehren und habe die Sklaverei und Demütigung erlebt, denen unsere Brüder im Bischofsamt unterworfen werden.
Und den jüngsten Informationen entnehme ich, daß es keinen Grund gibt, die pessimistische Sichtweise aufzugeben.
Das kommunistische Regime erläßt neue härtere Richtlinien, die die Religionsfreiheit einschränken.
Sie zwingen jetzt strikte Richtlinien auf, die bisher nur auf dem Papier standen (vom 1. Februar 2018 an, wird die Teilnahme an der Untergrundmesse nicht länger toleriert).

4. Einige sagen, daß alle Bemühungen eine Übereinkunft zu erreichen, dazu dienen die Spaltung der Kirche zu vermeiden. Wie lächerlich!
Das Schisma ist da, in der Unabhängigen Kirche.!
Die Päpste haben vermieden, das Wort "Schisma" zu benutzen, weil sie wußten, daß viele in der offiziellen Katholischen Gemeinde dort nicht freiwillig waren, sondern unter schwerem Druck.
Die vorgeschlagene Vereinigung  würde alle zwingen, in diese Gemeinschaft einzutreten. Der Vatican würde der neuen, gestärkten schismatischen Kirche seinen Segen geben, und all jenen das schlechte Gewissen zu nehmen, die schon willentlich Renegaten sind und jenen anderen, die ihnen gern folgen würden.

5.Ist es nicht gut, zu versuchen einen gegenseitigen Grund zu finden, um die jahrzehnelange Teilung zwischen dem Vatican und China zu überbrücken?  Aber kann es irgendetwas wirklich Gemeinsames mit einem totalitärem Regime geben?  Entweder man unterwirft sich, oder man akzeptiert die Verfolgung  und bleibt sich selber treu (können Sie sich eine Übereinkunft  zwischen dem Hl.Joseph und König Herodes vorstellen?)

6. Denke ich also, daß der Vatican die Katholische Kirche in China verkauft?  Ja, das tut er definitiv, wenn er in die Richtung geht, offensichtlich aus allem, was sie in den letzten Jahren und Monaten getan haben.

7. Einige Experten für die Katholische Kirche in China sagen. daß es nicht logisch ist, von Xi Jinping eine härtere Religionspolitik zu erwarten. Aber wir sprechen nicht über logisches Denken sondern über eine offensichtliche und krude Realität -

8. Bin ich das Haupthindernis für diesen Prozess, einen Handel zwischen dem Vatican und China zu erreichen? Wenn das ein schlechter Deal ist, wäre ich mehr als glücklich, das Hindernis zu sein."

Hong Kong, 29. Januar 2018

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magiste

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