Freitag, 17. August 2018

Tosatti: Neues über den us-amerikanischen Mißbrauchsskandal

Marco Tosatti kommentiert für La Nuova Bussola Quotidiana den derzeitigen Stand der Dinge im us-amerikanischen Mißbrauchsskandal -speziell im Hinblick auf Kardinal Donald Wuerl, dessen Stellung nach den Enthüllungen des Grand-Jury-Reports immer unhaltbarer wird.
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"WUERL, LIEBER ZURÜCKTRETEN ALS "PONTIFIZIEREN."

"Nach dem Bericht der Grand Jury von Pennsylvania erscheint klar, daß der ehemalige Erzbischof von Pittsburgh und heutige Kardinal Donald Wuerl verschiedene Fälle von Priestern, die aus gutem Grund des Mißbrauchs beschuldigt wurden, alles andere als klar handhabte. Kardinal Bernard Law aus Boston ist aus ähnlichen Gründen zurückgetreten. Anstatt Bischofskommissionen voruzuschlagen sollte er zurücktreten. Um ein Stückchen Gllaubwürdigkeit zu bewahren.

Am vergangenen 6. August, während der Skandal um Kardinal McCarrick aufkam, der Kardinal-Erzbischof von Washington, Donald William Wuerl, gegenüber dem "National Catholic Reporter,"
der links-katholischen amerikanischen Zeitung-einen Vorschlag gemacht.
Wuerl hat angesichts des wachsenden Skandals Folgendes vorgeschlagen: "Wir sollten eine Art Kommission haben, ein Komitée von Bischöfen ....für das eine bestimmte Zahl von Bischöfen gewählt werden könnte, um zu erforschen, was hinter diesen Aussagen steht. Mir scheint, daß das eine Möglichkeit ist, daß es ein Weg für die Bischöfe wäre und das würde heißen, mit Hilfe unserer Konferenz zu arbeiten...um in der Lage zu sein, das Problem dieser anwachsenden Aussagen anzugehen."

Sein Vorschlag wurde sofort von den gewichtigen Stimmen zahlreicher Laien in den USA  zurückgewiesen- auch von einem Bischof, Edward B. Scharfenberger aus der Diözese von Albany, der dem Gedanken einer Kommission im Auftrag des Hl.Stuhls zustimmte, aber "um glaubwürdig zu sein, müßte die Kommission von jeder Macht getrennt sein, die kompromittiert sein könnte. Es ist Zeit für uns, an die Talente und Charismen unserer gläubigen Laien zu appellieren, die bestrebt sind, uns bei der Ducrhführung  nachhaltiger Reformen zu unterstützen, die ein neues Vertrauensniveau wiederherstellen. Sie sind von grundlegender Bedeutung für die von uns angestrebte Lösung. "

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur über Kardinal McCarrick gesprochen, einen der großen Papstberater für amerikanische Angelegenheiten (ihm verdanken wir die Vorschläge zur Ernennung von Blaise Cupich für Chicago und von Walter Mc Elroy für San Diego als Weihbischof von Los Angeles). Aber schon in diesem Fall  hätte Donald Wuerl anstatt eine Kommission vorzuschlagen vielleicht einige Erklärungen abgeben sollen. Donald Wuerl war Erzbischof von Washington D.C., der Diözese seines Vorgängers McCarrick.
Wenn das-wie es aussieht- wahr ist, sollte der Hl. Stuhl keine Schwierigkeiten haben, zu bestätigen oder zu dementieren - daß Theodore McCarrick schon zum Zeitpunkt seines Rücktritts, 2006, restriktiven von Benedikt XVI angeordneten Bestimmungen bzgl. seiner Aktivitäten und seines Amtes unterworfen war. Wuerl könnte dann sagen, ob und wie er als Titular der Diözese und somit verantwortliche Person, diese Bestimmungen durchgesetzt hatte. Und er sollte folglich kein äußerstes Erstaunen zur Schau stellen, wie er es in Interviews und Auftritten im Fernsehen angesichts der Enthüllungen über McCarrick getan hat.





Bereits das läßt ihn und den Vorschlag des Kardinals für eine Bischofskommission schon ein bißchen weniger makellos erscheinen. Aber in der Zwischenzeit ist der Bericht der Grand Jury von Pennsylvania veröffentlicht worden, aus dem klar hervorgeht, daß er damalige Erzbischof von Pittsburgh -Donald Wuerl- auf ganz andere als eindeutige Weise die Fälle von Priestern, die zu Recht des Mißbrauchs beschuldigt wurden, behandelt hat.
Aus analogen Gründen-und vielleicht nicht so schwerwiegenden - ist Kardinal Bernard Law von Boston zurückgetreten. Wie Phil Lawler, ein prominenter Laier schrieb: "Heute wissen wir: Kardinal Wuerl hat essentiell die gleichen Dinge getan wie Kardinal Law. Und der trat unehrenhaft zurück."
Der Name Wuerl erscheint 169 mal im Bericht der Grand Jury.

Der  Bericht zeigt, daß der damalige Erzbischof von Pittsburgh Priester von ihren Posten versetzt hat, die junge Männer mißbrauchten und das vor den zivilen Autoritäten verborgen und einem von ihnen Geld gegeben, damit er schweigt.
Einer von ihnen, Pater Ziwras, ist in Hananna gestorben, ermordet von einem Prostitutierten.  Ziwras lebte mit seinem kubanischen Boy-Friend zusammen und frequentierte einen männlgichen Escort-Service für amerikanische Touristen.  Wuerl hatte ihn 10 Jahre lang von Gemeinde zu Gemeinde geschickt und ihn schließlich 1995 in einen Dauerurlaub in Florida verabschiedet, wo die Diözese ihn weiterhin bezahlte,
Nicht nur das: mit der Drohung, die Namen eines homosexuellen Priesternetzes zu enthüllen, verlangte er eine Erhöhung. Die Diözese bezahlte. Also hier wäre vielleicht die Gelegenheit, daß Donald Wuerl seinen Rücktritt selbst einreicht- wenn man versuchen will, die letzten Fetzchen von Glaubwürdigkeit zu bewahren."

Quelle: M. Tosatti, LNBQ  

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