Sonntag, 24. März 2019

Rorate Caeli interviewt Professor de Mattei


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"RORATE INTERVIEWT PROFESSOR ROBERTO DE MATTEI"

Rorate Caeli
hat Professor Roberto de Mattei zur Analyse von Bischof Athanasius Schneider zum Thema eines häretischen Papstes interviewt.

Frage:
"Professor de Mattei, würden Sie uns Ihre Meinung zur Studie seiner Exzellenz Msgr. Schneider zu einem "Häretischen Papst" sagen? "

Prof.de Mattei
"Ich betrachte das als wichtiges Dokument. Zunächst ist Msgr. Schneider wegen seiner patristischen Kultur und persönlichen Frömmigkeit meist geschätzten Bischöfe.  Dann ist das Thema von sehr großem Interesse und Msgr. Schneider hat den Mut, es offen, unzweideutig und kompromißlos anzusprechen."

Welchen Punkten dieses Dokumentes stimmen sie am meisten zu? 

-Zuerst stimmt ich völlig mit Msgr. Schneider überein, wenn er zugibt, daß ein Papst "doktrinale Irrtümer oder Häresien verbreiten kann"- wenn auch nie ex cathedra. Die Hypothese eines häretischen Papstes wird nicht nur von fast allen Theologen und Kanonikern behauptet sondern ist auch eine historische Tatsache, die z.B. mit Papst Honorius passierte und die sich tragischerweise wiederholen kann. Ein anderer Punkt, den Msgr. Schneider im Licht der Kirchenlehre gut erklärt, ist welcher Standpunkt angesichts eines häretischen Papstes eingenommen werden muß.
"Im Umgang mit dem tragischen Fall eines häretischen Papstes müssen alle Mitglieder der Kirche -angefangen mit den Bischöfen -bis zu den einfachen Gläubigen -alle legitimen Mittel benutzen- wie private und öffentliche Korrektur des irrenden Papstes - dauerndes und inbrünstiges Gebet, öffentliches Zeugnis für die Wahrheit, damit der Apostolische Stuhl die Göttliche Wahrheit wieder klar bekennt, die der Herr Petrus und allen seinen Nachfolgern anvertraute." Es genügt nicht im Stillen zu beten, als ob nichts passiert sei.





Wir müssen widerstehen und reagieren. Und der beste Weg ist der einer brüderlichen Korrektur, die hauptsächlich den Bischöfe und Kardinälen vorbehalten ist, die aber dem Pontifex auch von einfachen Laien erteil werden kann- wie es durch die Correctio filialis geschieht.
Ich zitiere: "Bei diesem Thema ist die Zahl nicht entscheidend. Es genügt, nur ein paar Bischöfe zhu haben, die die Integrität des Glaubens verkünden und so den Irrtum eines häretischen Papstes korrigieren.
Es genügt, daß Bischöfe ihre Herde belehren und vor den Irrtümern eines häretischen Papstes beschützen und ihre Priester und die Eltern Katholischer Familien werden das selbe tun."
Ich stimme Msgr. Schneider völlig zu, wenn er feststellt, daß "sogar wenn ein Papst theologische Irrtümer und Häresien verbreitet, der Glaube der Kirche als Ganzes intakt bleibt- wegen des Versprechens Christi seine spezielle Hilfe und andauernde Gegenwart des Hl. Geistes, des Geistes der Wahrheit in Seiner Kirche betreffend. (Joh,.14:17,  2:27) "

Gibt es irgendeinen Punkt in der Analyse von Msgr. Schneider, dem Sie nicht zustimmen? 

"Ich rätsele ein bißchen an seinem Statement herum: "Ein Papst kann in keiner Form abgesetzt werden, aus welchem Grund auch immer -nicht einmal wegen Häresie".
Msgr. Schneider leugnet die Möglichkeit des Verlustes des Papsttums, während er zugibt, daß große Kanonikern und Theologen wie Kardinal Cajetan und der Hl. Robert Bellarmin sich zugunsten dieser These geäußert haben. Die überzeugendste Stellungnahme scheint mir die des kürzlich verstorbenen brasilianischen Theologen Arnaldo Xavier da Silveira  zu sein, der im VII. Kapitel seines Buches "Kann ein Papst häretisch sein? Die Theologische Hypothese eines häretischen Papstes" (Caminhos Romanos, 2018).

Arnaldo de Silveira behauptet, daß es eine tiefgreifende Unverträglichkeit zwischen Häresie und kirchlicher Rechtssprechung gibt. Aber es gibt keinen automatischen Verlust des Amtes. Weil die Kirche offiziell als sichtbare Gemeinschaft handelt, bleibt der Papst im Amt bis zur äußeren Manifestation seiner Häresie. Der Hl. Robert Bellarmin lehrt, daß der häretische Papst das Papsttum verliert, wenn seine Häresie bekannt wird. Das muß als vollständige Manifestation verstanden werden, also eine, die sich der sana pars der Katholiken zur Annahme aufzwingt.
Wenn ein Teil der Katholiken die Manifestation für zweifelhaft oder unzureichend hält, geschieht das entweder weil die Letztere nicht vollständig ist oder die Ersteren nicht die wahre sana pars sind.
Weil er- solange er von der universalen Kirche auf Betreiben der Gnade toleriert und akzeptiert wird, bleibt der häretische der wahre Papst und seine Handlungen sind im Prinzip gültig.
Der Verlust des Pontifikates wird also nicht Ergebnis einer Absetzung durch irgendwen sein, sondern durch eine Aktion des Papstes selbst, der sich - indem sie formal und bekannt wird - selbst aus der sichtbaren Kirche ausschließt und so in Stille auf das Pontifikat verzichtet. "

Was ist also Ihre Schlussfolgerung? 

Während ich seiner These, daß ein häretischer Papst das Papstamt nie verliert nicht zustimme, denke ich, daß Msgr. Schneiders in dieser Zeit irgendwie auch akzeptabel ist- um diesen Krypto-Sedivacantismus, zu dem einige Traditionalisten neigen- zu vermeiden. In diesem Punkt stimmt mein Standpunkt mit dem von Msgr. Schneider überein- nicht auf der theologischen sondern auf der praktischen Ebene, Ich denke, daß Papst Franziskus´ Irrtümer und Häresien -sogar wenn er sie öffentlich verkündet hat- nicht den Verlust seines Papstamtes nach sich ziehen, weil sie dern Katholischen Bevölkerung nicht bekannt und manifest sind. Wenn ich von Katholischer Bevölkerung spreche beziehe ich mich nicht auf die katholische Öffentliche Meinung im weitesten Sinne des Wortes sondern auf die begrenzte Gruppe Getaufter, die heute den Katholischen Glauben in Gänze aufrecht halten. Viele von ihnen interpretieren die Worte und Handlungen von Papst Franziskus noch pro bono und nehmen keinerlei Böses wahr. Wir können also nicht sagen, daß sein Glaubensverlust offensichtlich und manifest ist.

Als die Hl. Robert und Cajetan ihre Bücher schrieben, war die Gesellschaft voller Katholiken, der sensus fidei war entwickelt und es war sehr leicht, die Häresie eines Priesters, Bischofs und sogar Papstes wahrzunehmen. Heute sind die Mehrzahl der Getauften, Priester, Bischöfe und sogar der Papst in Häresien eingetaucht und nur sehr wenige Menschen können den wahren Glauben unterscheiden. Deshalb sind die richtigen Hinweise großer klassischer Theologen in der Praxis schwer zu befolgen. Der berühmte Kanoniker Franciscus Xaverius Wernz macht in seinem "Jus Decretalium" (tomus VI, 1913 Ss. 19-23) eine wichtige Unterscheidung zwischen einem öffentlichen und einem bekannten Verbrechen.
Publicum bedeutet nicht bekannt (oder berüchtigt) Ein Verbrechen ist "publicum" wenn es verbeitet wird, aber es nicht nicht allen Menschen als Verbrechen bekannt. Bekannt (berüchtigt) bedeutet etwas mehr, alle kennen das Verbrechen: (eine berüchtigte Tatsache, sie brauchen keinen Beweis, (Can. 1747,1)

Meiner Ansicht nach ist die Unterstützung und Verbreitung von Häresien durch Papst Franziskus öffentlich - aber im kanonischen Sinn des Worte nicht berüchtigt. Aus diesem Grund müssen wir ihn als Oberhaupt der Katholischen Kirche anerkennen. Seine Absetzung ist für mich nicht durchführbar-nicht in der Theorie sondern zu diesem konkreten, historischen Zeitpunkt, Das kann sich von einem Tag zum anderen ändern. In diesem Sinn vertraue auch ich - wie Msgr. Schneider- auf die Vorsehung Gottes, ohne ein zukünftiges Szenario auszuschließen- wie eines, daß ein häretischer Papst möglicherweise sein Amt verliert.

Quelle: rorate caeli, Prof. R.d. Mattei



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