Dienstag, 5. März 2019

Zum Seligsprechungsprozess von Papst Pius XII

Dr. Maike Hickson kommentiert für LifeSiteNews die gestern in Rom bekannt gegebene Entscheidung, die vaticanischen Archive über das Pontifikat von Papst Pius XII für die Öffentlichkeit zu öffnen. Hier geht´s zum Original: klicken

" DIE ÖFFNUNG DER ARCHIVE ÜBER DIE REGIERUNGSZEIT VON PAPST PIUS XII DURCH PAPST FRANZISKUS WEIST AUF EINE MÖGLICHE SELIGSPRECHUNG HIN"

Papst Franziskus hat heute bei einer Audienz für die Mitarbeiter des Vaticanischen Geheimarchivs angekündigt, daß er das Archiv über das Pontifikat von Papst Pius XII von 1939 bis 1958 -bis zu seinem Tod und einschließlich seines Todes öffnen will.

Diese Entscheidung wurde kurz nach dem 80, Jahrestag der Wahl von Pius XII zum Papst am 2. März 1939 bekannt gegeben und die Archive sollen genau ein Jahr nach diesem historischen Jahrestag geöffnet werden. Der deutsche Historiker Dr. Michael Hesemann, der bereits mehrer wichtige Dokumente entdeckte, die die Versuche Pius´ XII beweisen, Juden während des II. Weltkriegs beweisen, sieht in dieser päpstlichen Initiative ein mögliches Zeichen für eine kommende Seligsprechung von Pius XII.

Bei der heutigen Audienz mit den Mitgliedern des Vaticanischen Geheimarchivs erwähnte Papst Franziskus, nachdem er ihnen für ihre harte Arbeit und ihr sorgfältiges Studium und Ordnen der Akten über das Pontifikat Pius´XII dankte- ausdrücklich, daß dieser Papst die "Barke Petri" in einer sehr schwierigen Periode steuerte, der"traurigsten und dunkelsten Zeit des 20. Jahrhunderts", dem "letzten Weltkonflikt" aber auch in einer Zeit der "Reorganisation der Nationen und dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit".

Pius XII ist bereits unter vielen Aspekten untersucht und studiert worden" und manchmal mit manchen Vorurteilen und Übertreibungen kritisiert worden"  sagte Papst Franziskus . Jetzt muß dieses Pontifikat angemessen bewertet und wirklich in seinen vielfältigen Qualitäten ins rechte Licht gerückt werden: zuerst in pastoraler, dann auch theologischer asketischer und diplomatischer Hinsicht."





Papst Franziskus ist  bei seiner Entscheidung gelassen,"zuversichtlich und sicher, daß die ernsthafte und objektive historische Erforschung" dieses Pontifikat in einem "gerechten Licht bewerten wird, mit angemessener Kritik und Momenten der Begeisterung".
Er deutet an, daß es auch "Augenblicke ernster Schwierigkeiten, qualvoller Entscheidungen, menschlicher und christlicher Umsicht" zeigen wird, die manche Leute als "zurückhaltend" sehen.
Die Entscheidungen-  und hier bezieht sich Papst Franziskus vielleicht auf viele Kritiken. daß es
Papst Pius XII während der Nazi-Besetzung Europas an Mut fehlte und er dabei versagte, die Juden besser zu schützen-  waren Versuche, "die Flamme humanitärer Initiativen in Zeiten großer Dunkelheit und Grausamkeit am Leben zu erhalten."

Diese Versuche waren"geheime aber aktive Diplomatie" sagte Papst Franziskus und fügte hinzu "die Kirche hat keine Angst vor der Geschichte -im Gegenteil- sie liebt sie."
Seine Entscheidung diese Archive für die Öffentlichkeit zu öffnen, bedeutet, daß er nicht bis 2028 warten will, wenn das übliche 70-jährige Embargo enden würde.
Dr. Hesemann, der vor kurzem ein Buch über Papst Pius XII veröffentlichte, sagte in einem Artikel für die österreichische Katholische Website Kath.net , daß sich mit dieser päpstlichen Entscheidung
"die Zeichen mehren, daß Papst Franziskus den Weltkriegspapst bald selig sprechen wird."

Es war Papst Paul VI, der zuerst eine gründliche Untersuchung der Pius XII-Archive anordnetet, um eine mögliche Seligsprechung dieses Papstes zu bewerten, berichtete Hesemann. Das Ergebnis der 16-jährigen Untersuchung wurde dann in 11 Bänden auf 7700 Seiten mit mehr als bis dahin unbekannten historischen Dokumenten veröffentlicht.
Im Mai 2007 stimmte die Seligsprechungs-Kommission für diesen Papst diesem Fall dann einstimmig zu.

Papst Benedikt XVI jedoch- bat dann aus Vorsichtsgründen- einen unabhängigen Historiker noch einmal das gesamte Archiv über Papst Piud XII zu überprüfen. Hesemann erklärte, daß Papst Benedikt XVI  erst nach dieser zusätzlichen Überprüfung"Die ebenfalls keinerlei kompromittierende Dokumente fand, sondern im Gegenteil unzählige Beweise für die unermüdlichen Aktivitäten dieses Weltkriegspapstes zur Rettung von Juden" am 19. Dezember 2009 das Dokument, das die "Heroischen Tugenden" Pius´ XII erklärte unterschrieb.

Dr. Hesemann schrieb, daß die Archive über Pius XII "explosive Dokumente über den Holocuast und die REttung von fast 1 Million Juden durch den Vatican " enthält. Der deutsche Historiker hat jetzt seit Jahren mit einer jüdischen, von Gary Krupp- New York gegründeten- Organisation namens Pave-the-Way-Foundation (PTWD) zusammen gearbeitet.

"Historiker der PTWF konnten zeigen, daß Pius XII fast 1 Million Juden vor dem Holocaust rettete" schrieb Hesemann.

Er konnte in den Akten des Pontifikates von Papst Piu XII Dokumente finden, die zeigen, daß "Pacelli bereits 1939 (also zwei Monate nach der Reichspogromnacht") als Staatssekretär versucht, Visa für 200.000 deutsche Juden zu bekommen."
In der Folge dieser Bekanntmachung hat die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem  eine Papst Pius XII gegenüber kritische Plaketten durch eine neutralere ersetzt.

2018 hat Hesemann in Zusammenarbeit mit PTWF ein Buch herausgebracht, das die wichtigsten neuen Erkenntnisse über Papst Pius´ XII Aktionen vor und während des II. Weltkrieges zusammen faßt. Er hat auch gezeigt, daß PTWF eng mit den Vaticanvertretern, wie Kardinal Pietro Parolin, dem aktuellen Staatssekretär, zusammen gearbeitet hat.

Ein weiterer Beweis dafür, daß der Vatican sich auf die Seligsprechung Papst Pius´ XII zubewegt ist die Tatsache, daß Erzbischof Marcello Bartoluicci, Sekretär der  Heiligenkongregation - dementierte, daß die Seligsprechung gestoppt wurde. Es sagte, daß nur noch das notwendige Wunder fehlte,
Außerdem wies er Behauptungen zurück, daß Papst Pius XII zum Holocaust geschwiegen habe und nannte solche Behauptungen Folgen einer "Schmierkampagne"

Der Prälat erklärte dann noch, daß die mit dem Seligsprechungsprozess Befaßten sich nicht von dieser Kampagne beeinflussen lassen und Historiker heute eine neutralere Haltung zu diesem Thema haben. Außerdem las der Sprecher dann eine Bortschaft von Ppast Franziskus persönlich vor, in der er Papst Pius XII einen "aufrechten Freund der Menschheit und treuen Diener des Evangeliums" nennt.

Am 12. Dezember 2018 hat Hesemann mit Papsr Franziskus gesprochen und ihm sein Buch über Pius XII und den Holocaust gegeben. Er sagte dem Papst: "Pius XII würde verdienen, nicht nur selig gesprochen sondern Schutzheiliger aller Flüchtlinge und Fluchthelfer zu werden, Immerhin hat er Visa für Zehntausende beschafft und fast eine Million verfolgte Juden gerettet. Die Beweise konnen Sie in meinem Buch finden."
"Der Papst wurde plötzlich sehr aufmerksam" erinnert sich Hesemann, Er sagte, dap Papst Franziskus geantwortet habe "das ist sehr interessant. Ich danke Ihnen. Bitte beten Sie für mich."

Im Februar 2019 nahm Dr. Hesemann an einer Audienz für die PTWF und Politiker und Anwälte aus New York teil, bei der sie Papst Franziskus persönlich einige "wichtige Dokumente" überreichen konnten. Einer der Teilnehmer aus Nww York war Anthony D´Urso ,Seine Familie stammt aus Italien und hatte während des II. Weltkrieges einige Juden versteckt, wofür die demnächst in Yad Vashem geehrt werden.

Unter den Dokumenten, die Papst Frantziskus überreicht wurden- war eine Anordnung von Papst Pius XII daß die geplante Deportation der römischen Juden im Oktober 1943 gestoppt werden müsse.
Und tatsächlich- sagt Hesemann-. wurde nach der päpstlichen Intervention die Razzia beendet. Ein weiteres Dokument beweist, daß Pius XII angeordnet hatte, alle Römischen KLöster und Konvente zum "Eigentum des Vaticans" zu erklären womit sie vor  dem Eindringe  deutscher Soldaten und SS-Männer geschützt waren.  Dadurch war der Vatican in der Lage,  4205 Juden in 235 Klöstern zu verstecken (und einige mehr im Vatican und in Castelgandolfo)
In einer Tagebucheintragung eines Priorin in Rom heißt es: "Der Heilige Vater möchte die Juden retten".

Quelle:LifeSiteNews, Dr. M. Hickson

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